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Herzblatt-Geschichten : Blitzgescheit ist die Blondine

Die „blitzgescheite Blondine“ Silvia Schneider hat sich von Andreas Gabalier getrennt. Bild: dpa

Andreas Gabalier verrät seine liebste Kinderserie, die schwedische Prinzessin Madeleine hat ihre drei Kinder nicht geplant und Brigitte Bardot engagiert sich wie eine Löwin für Löwen.

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          Erinnert sich noch jemand an Sarah Palin? Jene Politikerin der Republikanischen Partei, die einst als Kandidatin fürs Amt der Vizepräsidentin eine echte Lachnummer war, Jahre bevor eine noch viel größere Lachnummer sogar zum Präsidenten wurde und uns dort das Gruseln lehrte? Nach langer Zeit hat man mal wieder was gehört von Palin, denn diese, meldet Bunte, „lässt sich von ihrem Mann Todd, 55, scheiden. Grund: ,unvereinbare Temperamente‘.“ Der ohnehin schon kuriose Trennungsgrund wird noch erstaunlicher durch die Tatsache, dass die Palins seit 31 Jahren verheiratet sind. Wenn sie so lange benötigt haben, um das mit den unterschiedlichen Temperamenten zu merken, dann muss mindestens einer der Partner extrem langmütig, ja phlegmatisch sein. Oder mindestens einer der beiden auch einfach etwas doof. Doch wer würde Sarah Palin so etwas unterstellen wollen?

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ganz frisch getrennt sind auch Andreas Gabalier und Silvia Schneider, oder, wie Bunte es ausdrückt, „der Volksmusikstar und die blitzgescheite Blondine“ – und da fragen wir uns sogleich, was eigentlich unpassender wirkt: ihre Haarfarbe zu betonen oder ihr helles Köpfchen. Kann es sein, dass die Vokabel „blitzgescheit“ ausschließlich für Frauen verwendet wird und dabei speziell für solche, denen man nicht gar so viel zutraut? Hat man jemals über – zum Beispiel – Frank-Walter Steinmeier gelesen: „der blitzgescheite Weißschopf“?

          „Den Hund muss man ja dreimal am Tag füttern“

          Doch zurück zu Andreas Gabalier, der gegenüber der Bild-Zeitung die Schuld für das Scheitern der Beziehung auf sich nimmt: „Ich habe neben meinen unglaublichen Erfolgen das Wichtigste im Leben vergessen.“ Das klingt reumütig, doch auch ein wenig egozentrisch. Immerhin hat er nicht gesagt: „Ich habe neben meinen unglaublichen Erfolgen, meiner phantastischen Musik, meinen unvergleichlichen Bühnenshows und überhaupt meiner grandiosen Persönlichkeit das Wichtigste im Leben vergessen. Ähm, was war das bloß noch mal?“

          Kurz nach der Trennung hat Andreas Gabalier den Song „Vergiss Mein Nicht“ veröffentlicht. (Archivbild)

          Gala konfrontiert Gabalier derweil mit einem Entweder-oder-Interview. Bei der Frage „FKK oder FPÖ?“ entscheidet er sich für das Unverfänglichere (FKK) und erspart sich damit vermutlich weitere politisch heikle Fragen („ÖVP oder ÖPNV?“). Zu „Heidi oder Lena?“ fällt ihm ein: „Heidi gehört einfach zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen, noch dazu habe ich ja vor vielen Jahren das Titellied singen dürfen für den neuen Soundtrack. Das war immer meine liebste Kinderserie.“ Und er hat ja leider recht, Heidi Klums „Germany’s Next Topmodel“ wird vor allem von Kindern geschaut. Doch hat er da wirklich den Titelsong gesungen?

          Auf die Frage „Kind oder Hund?“ schließlich entgegnet Gabalier: „Dann doch das Kind. Den Hund muss man dreimal am Tag füttern, mit ihm Gassi gehen.“ Während Kinder ja meistens einfach nur so rumliegen. Und fürs Füttern und Wickeln sind natürlich die Frauen zuständig.

          Sie sind wie alle anderen

          Dass ihre drei Kinder sämtlichst ungeplant waren, hat die Schwedenprinzessin Madeleine jetzt in einem Interview bekannt. Frau im Spiegel hat’s gelesen und weiß noch mehr Überraschendes zu berichten: „Von ihrer royalen Abstammung wissen Leonore, Nicolas und Adrienne nichts.“ Die Kinder, fünf und vier Jahre sowie 18 Monate alt, werden es laut ihrer Mutter irgendwann erfahren: „Aber jetzt leben sie erstmal in ihrer eigenen kleinen Welt und denken, sie sind wie alle anderen.“ Interessante Geschichte. Ob Britanniens Queen Elisabeth ihrem Charles wohl bereits mitgeteilt hat, dass auch er royaler Abstammung ist? Der scheint ja ebenfalls manchmal in seiner eigenen kleinen Welt zu leben.

          Prinzessin Adrienne hat bei ihrer Taufe im vergangenen Jahr niemand etwas von ihrer royalen Herkunft verraten.

          Völlig neu war uns auch, was Bild anlässlich des fünften „Rambo“-Teils über die schießfreudige Titelfigur mitzuteilen hat: „Rambo wurde von Erfinder David Morrell nach der Apfelsorte Rambour (auch Rambur) benannt.“ Wäre die Geschichte nur ein klein wenig anders verlaufen, würden wir Sylvester Stallone nun als Elitesoldaten Cox Orange kennen. Oder ins Kino rennen, um „Berlepsch 5“ zu schauen. Andererseits ist die Rambo-Reihe heute ein Spuk der Vergangenheit; zeitgemäßer wären Filme mit den Actionheldinnen Granny Smith und Pink Lady.

          Mit Science-Fiction befasst sich Bunte. „Ob eine Begegnung mit Aliens gut ausgeht? Laut Wissenschaftlern der Uni Oxford meinen 65 Prozent der Männer, wir sollten uns um Kontakt bemühen, bei Frauen sind es nur 47 Prozent.“ Sind Frauen weniger mutig als Männer? Glauben wir nicht. Sie wissen halt nur aus eigener Erfahrung, dass es nicht immer eine erfreuliche Sache ist, wenn Männer sich um Kontakt bemühen.

          Mit den Männern schon lange abgeschlossen hat Brigitte Bardot, die sich heute bekanntlich vor allem für Tiere interessiert. „Für deren Schutz und Rechte setzt sich die Leinwand-Ikone seit über 50 Jahren wie eine Löwin ein“, schreibt Echo der Frau – und dieser Satz ist im Grunde genommen Unfug: Uns jedenfalls ist kein einziger Löwe und auch keine Löwin bekannt, die sich besonders stark für den Tierschutz engagierten, ganz im Gegenteil. Bevor ihr also noch mal so einen Quatsch schreibt, liebe Kollegen vom Echo der Frau, fragt lieber mal ein paar Zebras und Gazellen.

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