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Herzblatt-Geschichten : Aussehen von Mama, Hirn von Papa

Geburtstagswünsche ganz eigener Art: Verona und Franjo Pooth. Bild: EPA

Verona Pooths Familie spekuliert über deren Intelligenz und kommt dabei ungewollt auf die eigenen grauen Zellen zu sprechen. Das Gehirn von Pooths Ex-Mann Bohlen gönnt sich niemals eine Pause – und Herzogin Kate wollte ihres mithilfe von Hypnose austricksen.

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          Es ist eine merkwürdige Geschichte. Im „Goldenen Blatt“ lesen wir in der von uns stets emsig studierten Rubrik „Omas Tipps“: „Weichspüler ersetzen – besonders umweltfreundlich gelingt das mit Orangenschalen. Einfach ein paar große Stücke in die Trommel geben.“ So weit, so raffiniert, dann aber stoßen wir im „Echo der Frau“ auf einen „Leserinnen-Trick“ von „Katja M., Offenbach“: „Wenn der Klarspüler für die Spülmaschine ausgeht, ersetze ich ihn umweltfreundlich durch Orangenschalen. Einfach ein paar große Stücke in den Besteckkorb legen, sie sind übrigens auch eine Alternative für Weichspüler. Geben Sie die Orangenschalen dafür in ein Wäschenetz. So duftet Ihre Wäsche auch.“ Mal Hand aufs Herz, „Echo der Frau“ und „Goldenes Blatt“: Schreibt jetzt Oma bei Katja M. ab oder Katja M. bei Oma? Oder ist Oma Katja M.? Sollen die Schalen lose in die Trommel oder ins Wäschenetz? Und lassen sich im Notfall eigentlich auch Orangenschalen durch Weichspüler ersetzen?

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          So oder so sind Omas Tricks noch besser als Opas Witze. Fips Asmussen, Glückwunsch zum Achtzigsten, antwortet auf die „Bild“-Frage, ob er Viagra nehme: „Nee, aber meine Frau nimmt Viagra – damit sie länger in der Küche stehen kann.“ Lieber Herr Asmussen, Sie sind jetzt achtzig – da darf man den einen oder anderen Witz doch wirklich mal allmählich vergessen.

          Ihren Fünfzigsten gefeiert hat Verona Pooth, für die sich „Bunte“ was Besonderes ausgedacht hat: Sie lässt Ehemann Franjo und die Söhne Diego, 14, und Rocco, 6, anhand von Stichworten erzählen, was ihnen zu Verona einfällt. Zum Thema „Power“ etwa fällt dem Gatten ein: „Sie ist im Umgang teilweise mit einem Mann zu vergleichen.“ Aber eben nur teilweise, ein ganzer Kerl wie ihr Franjo wird sie nie werden. Kaum freundlicher ist, was San Diego zum Thema „Aussehen“ einfällt: „Das Aussehen habe ich von meiner Mutter und das Hirn vom Papa.“ Den Charme und das Selbstbewusstsein offenbar auch. Doch vielleicht ist ja alles ganz anders, schließlich sagt Franjo zum Stichwort „Intelligent“: „Man kann es sich kaum vorstellen, aber sie ist es. Definitiv!“ Wenn also Verona intelligent ist, San Diego aber das Hirn vom Vater hat, dann hat der Knabe in Wahrheit vielleicht sagen wollen: Mama ist schlau, nur wir drei Männer sind ein bisschen doof.

          „Zur Not spiele ich auch ohne Schuhe“

          Das ebnet uns den Übergang zu Pooths Exmann Dieter Bohlen. Der, schreibt „In“, könne nur schlecht stillsitzen, nicht einmal in den Werbepausen bei „Deutschland sucht den Superstar“. Bohlen selbst sagt: „Ja, ich gehe auf Toilette, unterhalte mich mit Freunden und so was. Also weil ich finde das hier so langweilig, die ganze Zeit hier zu sitzen.“ Er geht also aus Langeweile auf die Toilette? Ja, aber sitzt er da dann nicht schon wieder?

          Julia Bremermann hingegen hat ein Problem, wenn sie steht. „Es gibt immer mal männliche Kollegen, die es nicht gut finden, wenn die Frau größer ist“, erzählt die 1,76 Meter große Schauspielerin „Frau im Spiegel“. „Ich habe eine Technik entwickelt, mit der ich in mir selbst ein bisschen zusammenschrumpfen kann. Zur Not spiele ich auch ohne Schuhe.“ Wieder mal typisch, dass auch hier die ausgleichende Rolle der Frau überlassen wird. Die männlichen Kollegen könnten ja genauso gut auch mal auf Zehenspitzen spielen. Oder sich High Heels anziehen.

          Einen Weg, der es den Frauen etwas einfacher macht, hat Herzogin Kate gefunden: Sie setzte vor der Geburt ihres jüngsten Kindes auf Hypnose. „Hierbei lernt sie unter anderem durch Visualisierung, ihre Gedanken zu steuern und ihre Atmung zu kontrollieren“, weiß „In„. „Die Wortwahl ist dabei ein Schlüssel. So heißt es in Kursen beispielsweise nicht ,Wehe‘, sondern ,Welle‘.“ Tolle Sache! Vermutlich werden dann noch die „Schmerzen“ zu „Scherzen“ und der „Kaiserschnitt“ zum „Kaiserschmarrn“, dann steht einer heiteren Geburt nichts im Wege.

          Eher düster zeigt sich der „Bild“-Kolumnist Franz Josef Wagner in seinem Brief, der mit „Liebes Trinkgeld“ überschrieben ist. Anlass ist die Erklärung des FDP-Chefs Christian Lindner in einer Talkshow, dass er dem Fahrradkurier, von dem er sich abends Pizza liefern lässt, stets zwei Euro Trinkgeld gebe – eine Tatsache, die Wagner keine Ruhe lässt. „Ich sehe die beiden vor mir: den schwitzenden Kurier, der schon 100 Kilometer in den Beinen hat, und den FDP-Vorsitzenden, der in seinen Hosentaschen nach zwei Euro kramt.“ Diese Vorstellung lässt Wagner ganz poetisch werden: „Da ist der Pizza-Fahrer, der durch Nacht und Wind die Pizza bringt und an deiner Tür läutet.“ Bewusst oder unbewusst zitiert Wagner hiermit eine der berühmtesten und beklemmendsten deutschen Balladen, Goethes „Erlkönig“ – und auch wir fühlen uns inspiriert, die Pizza-Ballade noch fortzuschreiben:

          Wer radelt so spät durch Nacht und Wind? / Es ist der Fahrer, der die Pizza bringt. / Er hat die Pizza wohl in dem Arm / Er fasst sie sicher, er hält sie warm.

          An dieser Stelle kommt der böse Liberalkönig ins Spiel:

          Wo bleibt meine Pizza, bringst du sie mir bald? / Und ist sie nicht billig, verzichte ich halt.

          Fehlt nur noch der dramatische Höhepunkt, die Trinkgeld-Übergabe:

          Zwei Euro, zwei Euro, klagt der radelnde Mann. / Liberalkönig hat mir ein Leids getan! / Dann radelt er heim mit Müh und Not / Und wählt fortan lieber Grün oder Rot.

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