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Herzblatt-Geschichten : Der tiefe Schlund des Ehepartners

Für die Jugend vollgespritzt: Heidi Klum lässt sich bei der Verleihung der „Nickelodeon Kids' Choice Awards“ mit grünem Schleim überschütten. Der Kontakt zu „Teenie-Schwarm“ Tom Kaulitz scheint ihre jugendliche Ader zum Vorschein zu bringen. Bild: dpa

Während Heidi Klum ihren zweiten Frühling mit Jungspund Tom Kaulitz erlebt, steht Peter Maffay im hormonischen Austausch mit seiner Ex. Das und mehr stand in den Klatschblättern der letzten Woche.

          Eine Rüge erteilen müssen wir an dieser Stelle Peter Kraus. Der Sänger hat sich, was an sich schon unerfreulich ist, ein paar Tage lang auf Tour von der „Bild“-Zeitung begleiten lassen, und Kraus–Fan Karin D. (73) warf ihm bei einem Konzert „gleich zwei Tangas“ zu. „Bei seiner Tournee 2014 hat er nur Blumen und Pralinen von den Fans bekommen. Deshalb habe ich jetzt Wäsche geworfen“, erklärt Frau D. treuherzig. Und was macht Peter Kraus? Beim nächsten Konzert scherzt er auf der Bühne: „Bei dem Song flogen früher immer Slips. Das war letztens wieder so, sie waren nur ein bisschen größer als früher.“ Also, an Stelle von Karin D. würden wir jetzt kein Kraus-Konzert mehr besuchen. Und unsere Unterwäsche schleunigst zurückverlangen.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ein viel innigeres Verhältnis zu Textilien hat Guido Maria Kretschmer. „Er spricht mit seinen Kleidern“, schreibt „Das neue Blatt“ über den Designer, und Kretschmer bekräftigt: „Ja, ich sage ,Hallo,‘, frage ,Wie geht’s euch denn?‘. Ich bin verbunden mit den Dingen.“ Offen bleibt, ob Kretschmers Kleider auch mit ihm sprechen. Vielleicht antworten sie ja: „Ach, man hängt halt so rum.“

          Narumols Lebensretter Josef

          Würde der Barkeeper Charles Schumann ebenfalls mit seinen Kleidern plaudern wollen, dann müsste er viel Geduld mitbringen. „Wer möchte schon in meine Wohnung ziehen?“, fragt er in „Bunte“. „Ich habe nur Zeitungen, ein Klavier, Bücher und 1000 Anzüge von Baldessarini.“ Mit jedem davon ein Wort zu wechseln, das geht schon aufgrund von Schumanns straffem Tagesprogramm nicht: „Ich wache um vier Uhr auf und lerne eine Stunde japanische Grammatik. Um acht gehe ich aus dem Haus und vor elf Uhr abends nie nach Hause.“ Außerdem teilt der Barkeeper „Bunte“ mit: „Ich war nie ein Menschenfreund“ – und da ist es ja gut, dass er sich keinen Job ausgesucht hat, bei dem er permanent mit Menschen, ähm, nun ja. Wenigstens bescheinigt sich Schumann „die Gabe, Menschen zusammenzubringen“, und er könne „mit jedem reden, wenn er nicht grad Chinesisch spricht“. Tja, wäre er ein Menschenfreund, würde er täglich um drei Uhr aufstehen, um morgens noch ein wenig Chinesisch zu pauken.

          Die thailändische „Bauer sucht Frau“- Frau Narumol hingegen hat für ihren Bauern Josef Bayerisch gelernt und ist auch dem „Neuen Blatt“ eine geschätzte Gesprächspartnerin; weil dessen Titelseite ja irgendwie gefüllt werden muss, hat sie im Halbjahrestakt von Katastrophen zu berichten. „So schlimm steht es um sie – Narumol – Josef rettete ihr Leben!“, titelt das Heft diesmal. „Ich bin schon seit Tagen erkältet, habe Fieber. Ich habe Angst, dass die schreckliche Grippewelle mich erwischt hat“, klagt Narumol, und Josef verkündet: „Ich werde in den nächsten Jahren einen neuen Stall bauen für 60 Kühe – mit Melkrobotern, Kuhputzmaschinen, keine Anbindehaltung mehr... Die harte körperliche Arbeit wird dann von Maschinen übernommen.“ – „Oh, mein Schatz, du machst mich so glücklich!“, frohlockt Narumol. Bei aller Rührung über die süße Romanze: Die Formulierung, Josef habe ihr das Leben gerettet, finden wir angesichts einer Erkältung ein wenig zugespitzt. Ob Narumol wohl an der schrecklichen Männergrippe leidet?

          Zu seiner Ex pflegt Peter Maffay ein hormonelles Verhältnis. War dieser vielleicht auch der Grund für die Trennung? Oder doch die Lust des Altrockers auf Jungfleisch?

          Gewappnet hat sich Christian Ulmen. „Eine Flasche Desinfektionsmittel steht vor ihm auf dem Tisch, als „Bunte“ Christian Ulmen, 42, im Berliner ,Hotel Zoo‘ trifft. Böse Zungen würden sagen, um sich von seiner Serie ,jerks.‘ zu reinigen. Deren Humor zielt mitunter hart unter die Gürtellinie“, schreibt „Bunte“. Womöglich aber stand das Zeug nicht wegen Ulmens übrigens fabelhafter Serie dort, sondern wegen der Begegnung mit „Bunte“? Würde jedenfalls unsere böse Zunge sagen. Ulmen jedenfalls verrät dem Blatt das Geheimnis einer glücklichen Ehe: getrennte Schlafzimmer. „Wir blicken nicht in den Schlund unseres laut schnarchenden Ehepartners, wir sehen uns nur noch frisch geduscht“, so Ulmen. „Ich wage die Behauptung: Wer ausgeschlafen ist, trennt sich erst mal nicht.“ Wir hingegen würden eher sagen: Wer unausgeschlafen ist, ist viel zu müde, um sich zu trennen.

          Ein Witz zum Frühstück oder eine Kuhputzmaschine

          Ein aufgeweckter Kerl wäre demnach Peter Maffay. „Er hatte seine kleine Familie verlassen – für eine andere. Noch dazu eine blutjunge!“, schreibt „Die Aktuelle“, und wir fragen uns, was Maffay wohl mit einer blutjungen Familie will. Doch lesen wir weiter: „Maffay scheint es geschafft zu haben, mit seiner Ex wieder ein hormonisches Verhältnis aufgebaut zu haben.“ Oh, là, là, ein hormonisches Verhältnis, das klingt ja höchst pikant!

          Neben Christian Ulmen aufwachen? Sicher nicht der Traum jeder Frau. Doch für die Liebe seines Lebens,Collien Ulmen-Fernandes, kein Problem: Sie schläft einfach in einem anderen Bett.

          Der intensive Hormonaustausch zwischen Heidi Klum und Tom Kaulitz bewegt derweil weiter das Land – wobei Kaulitz, der auch schon 28 ist und dessen glorreiche Tokio-Hotel-Tage lang zurückliegen, irritierenderweise in der Presse immer noch als „Teenie-Schwarm“ bezeichnet wird. Die „Beziehungsexpertin Silvia Fauck“ analysiert in „Gala“: „Die jungen Männer heute sind einfach gut drauf, sie bringen eine ganz andere Lebensfreude mit in die Beziehung. Sie haben Stil, Selbstbewusstsein und versprühen Elan. Da wird dann schon am Frühstückstisch gescherzt.“ Während wir alten Säcke ja nie vor dem Abendbrot herumwitzeln.

          Von daher, liebe Leser, spendieren Sie Ihrer Liebsten zu Ostern doch eine kleine Überraschung: einen Scherz zum Frühstück zum Beispiel. Oder getrennte Schlafzimmer. Oder eine schöne Kuhputzmaschine.

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