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Herzblatt-Geschichten : Ani, Bani und Gani

Sag mal „A”: Natalie Portmans Sohn dürfte keine Schwierigkeit bekommen, seinen Namen auf hebräisch zu buchstabieren Bild: dapd

Diese Woche regnete es Namen: Alberts Charlène erhielt neben dem Akzent gleich 22 Titel. Williams Kate hat das mit dem Titel schon hinter sich, im Gegensatz zu ihren Haaren. Bei Natalie Portmans Sohn hat es nur für einen Buchstaben gereicht.

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          Eine Woche ist es nun her, dass sich Fürst Albert und seine Charlène das Oui-Wort gaben, also kann man getrost Bilanz ziehen. Die frühere Charlene Wittstock hat mit der Trauung nicht nur einen Akzent auf dem Vornamen gewonnen, sondern auf einen Schlag gleich 22 Titel. Das sind zwar nicht so viele, wie Bayern München vorweisen kann, dafür aber sind so interessante darunter wie „Baronin von Altkirch“ oder „Gutsherrin von Issenheim“. Das entnehmen wir der Bunten, für die nicht weniger als 19 Reporter von der Hochzeit berichten. Leider wissen wir nicht, von welchem der 19 das tolle Adjektiv stammt, welches Charlènes Auftreten beschreibt: „frappierend gracekellyg“ habe sie gewirkt. Gatte Albert hingegen kam in unseren Augen in seiner weißen Traumschiffsteward-Uniform ziemlich saschahehnig rüber.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Am meisten beeindruckt aber hat uns der Füllfederhalter, mit dem das Brautpaar die Heiratsurkunde unterschrieb: Verziert mit 161 Rubinen und 128 Diamanten, haben an dem guten Stück laut Bunte fünfzig Menschen monatelang gearbeitet. Hätte nur ein einziger daran gewerkelt, es wäre womöglich, schon aus Platzgründen, viel schneller gegangen, aber wie auch immer: ein ziemlich großer Aufwand für einen Stift, den beide nur ein paar Sekunden in den Händen hielten. Vielleicht findet Albert ja in der Zukunft noch ab und an Verwendung dafür, beispielsweise bei der Anerkennung von Vaterschaften.

          Buchstäbliche Namensgebung

          Schmerzen dürfte es Albert und Charlène, dass sie es bei der Neuen Welt nur unten aufs Titelblatt schaffen. Oben steht die heiße Exklusivgeschichte: „Süßes Geheimnis gelüftet – Kate & Pippa – Doppeltes Baby-Glück!“ Im Text verraten die üblichen „Hofkenner“, dass Kate schwanger sei und Pippa mit, natürlich, Harry Hochzeits- und Nachwuchspläne hege. Zwar repräsentiere, weiß Neue Welt, Kate ihr Land sehr gut, „doch ihr Herz hat sich nach einer ganz anderen Aufgabe gesehnt: Ein süßes Baby in den Armen zu wiegen, es lachen und krabbeln zu sehen. Das ist für eine Frau das wahre Glück!“ Und noch etwas anderes hat Williams Frau erreicht: Ihre Frisur („offen, mit leicht gelockten Enden“) wird laut Bunte in England inzwischen „The Kate“ genannt. Wir selbst hingegen tragen ja schon seit Jahren „The Albert“.

          Und noch ein Titel: Die Herzogin von Cambridge hat nun auch einen Namen für ihre Frisur bekommen - ganz schlicht „The Kate”

          Das wahre Glück hat auch Natalie Portman für sich entdeckt und den Namen ihres neugeborenen Sohnes bekanntgegeben: Der Knabe heißt Aleph, so wie der erste Buchstabe des hebräischen Alphabets. Dessen zweiter Buchstabe lautet übrigens Beth, womit schon mal klar wäre, wie dereinst Alephs Schwester heißen könnte. Werdende Eltern können sich aber auch von anderen Alphabeten inspirieren lassen, etwa vom Anfang des Georgischen: Ani, Bani, Gani – das wären prima Namen für Drillinge. Eine echte Fundgrube ist auch die Glagolitische Schrift mit klangvollen Zeichen wie „Cher“, „Nasch“ (der richtige Name für Süßschnäbel) oder dem bei unserer Jugend ja schon sehr beliebten „Ische“.

          Romantik, Halt und Siegeswillen

          Noch kinderlos ist Jennifer Aniston, die nun auch noch ihren besten Freund verloren hat. Zu Ehren ihres Hundes Norman, der im Alter von 15 Jahren verstorben ist, hat sie sich jetzt seinen Namen auf den Fuß tätowieren lassen. Und damit nicht genug, schreibt Frau im Spiegel: „Außerdem will sie ein gigantisches Ölgemälde von ihm anfertigen lassen und plant, einen Film über den Rüden zu drehen.“ Der Rüde, das wäre auch schon ein klasse Titel, fast wie „Der Wilde“ mit Brando. Als Nächstes dürfte Aniston dann wohl ein Norman-Musical und einen Themenpark planen.

          Eine innige Beziehung pflegen auch Lothar Matthäus, 50, und seine Freundin Joanna, 27. Acht Wochen schon sind sie zusammen, was die Matthäus-Kennerin Bunte zum Urteil veranlasst: „Scheint also was Ernsteres zu sein.“ Prompt findet sich das Paar zum „exklusiven Foto-Shooting für Bunte“ ein und teilt mit, was es am anderen schätzt. „Joanna ist eine Frau, bei der ich endlich Halt finden kann“, sagt Lothar, der für Joanna wiederum ein Mann ist, „bei dem sich eine Frau anlehnen kann“. Moment mal, fragen wir uns da: Wer stützt hier eigentlich wen? Hoffentlich kippen sie nicht beide um. Und noch ein Sportler weiß die Romantik zu schätzen, wie wir in Bunte lesen: „Er nahm mich in die Arme“, schildert Uschi Glas, 67, ein Treffen mit Wladimir Klitschko, 35, vor dessen jüngstem Kampf, „blickte mir entschlossen in die Augen und sagte: ‚Keine Angst Uschi, das wird eine schnelle Sache.‘“ Als es dann soweit ist, will Uschi „schon zu einer Beruhigungspille greifen“, bevor sie sich besinnt: „Er hatte mir in die Augen geschaut. In seinen sah ich Zuverlässigkeit und Siegeswillen.“ Allerliebst, nur sollte Klitschko es besser vermeiden, ständig zu Uschi rüberzulinsen, das kann im Ring noch böse enden.

          Apropos böse: Hätten wir bloß nicht den Lesertipp befolgt, den in 7 Tage Jens Gottschall aus Neustadt gibt: „Joghurt ist im Kühlschrank wesentlich länger haltbar, wenn man ihn auf den Kopf stellt.“ Mag ja sein, nur war es eine Heidenarbeit, das schwere Ding herumzuwuchten – und unsere Frau meint, wir sollten den Kühlschrank schleunigst wieder umdrehen.

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