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Die Herzblatt-Geschichten : Als Vater eine Fanta trank

Kaulitz-Klumsche Hochzeitsgrüße: Frau, Mann, Priester Bild: Instagram/Heidi Klum

Heidi musste ihre Hochzeit ohne Vater Klum zelebrieren – der saß derweil in einem deutschen Gasthaus. Meghan und Harry stellen Regeln für das Streicheln ihrer Hunde auf, und Freddy Quinn übt Kritik am „Traumschiff“-Kapitän.

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          Es ist mitunter faszinierend, sich vorzustellen, wie manch schicksalshafte Begegnung den Lauf der Welt hätte verändern können. Was zum Beispiel wäre gewesen, wenn 1995, als die Misswahl-Kandidatin Verona Pooth auf Donald Trump traf, sich daraus mehr entwickelt hätte als „ein kleines Techtelmechtel“? So hat Pooth es laut „In“ im Fernsehen bezeichnet: „Sein Großvater kommt aus Deutschland, und er kam immer zu mir, weil ich Miss Germany war und weil er sich für das Land interessiert, und so hatten wir dann ein kleines Techtelmechtel.“ So ganz genau mag man sich das gar nicht vor Augen führen, hätte aber schon gern mal zugehört beim Geturtel zweier so aufgekratzter Plappermäulchen – wobei der Nonsens, den Verona von sich gibt, verglichen mit dem Trumpschen Unfug wenigstens meist recht lustig ist.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Hätten sie also tatsächlich noch weiter getechtelt und gemechtelt, würde dann heute eine First Lady zum bösen Spiel des Gatten nicht die gewohnt starre Miene Melanias, sondern eine lustige machen? Hätte Verona Trump als Halbbolivianerin und damit Fastmexikanerin ihrem Mann seinen Latino-Hass ausgetrieben? Oder wäre es, ähnlich wie am Ende von Veronas Kurzehe mit Dieter Bohlen, wiederum zu einer spektakulären Scheidung gekommen, nach der Trump zur Sicherheit eine Mauer zwischen Amerika und Deutschland gebaut hätte?

          Gerade erst eine spektakuläre Hochzeit gefeiert haben Heidi Klum und Tom Kaulitz, die sich, wie nicht nur „Bunte“ berichtet, auf der „Luxus-Partyjacht Christina O.“ vor Capri das Jawort gaben: „Das klingt alles nach einem Himmel voller Geigen bzw. Gitarren“, schreibt das Blatt, um sogleich den eigenen Kalauer zu erklären: „Tom Kaulitz ist ja Gitarrist.“ Schönen Dank auch, „Bunte“, doch sag mal: Was hing denn damals im Himmel, als Heidi den penetrant „Schmusesänger“ genannten Seal heiratete – Mikrofone? Und empfiehlt es sich eigentlich, einen Schlagzeuger zu ehelichen, bei all dem Krach, der dann im Himmel zu erwarten ist?

          Heidis Vater nicht auf der Hochzeit

          Die Trauung an Bord, der angeblich schon eine hieb- und stichfeste Eheschließung vorm Standesamt vorausging, wurde vollzogen durch Toms Zwilling Bill: Er hat sich, wie wir unter anderem „Gala“ entnehmen, bei der „Internetkirche Universal Life Church eine Lizenz gekauft, die ihn dazu berechtigt, Paare zu trauen“. Immerhin hat der anhängliche Bruder darauf verzichtet, auch Kleid, Ringe und Catering zu gestalten.

          Wer allerdings zum Missfallen der bunten Blätter bei der Prozedur fehlte, das war Günther Klum: „Heidis Vater saß Sonntagmittag allein mit einer Fanta im Garten des Gasthauses ,Heinz Korff‘ in Kürten“, notiert „Bunte“. Und noch einmal, in der Bildunterschrift: „Hier orderte Günther Klum eine Fanta.“ Kein Champagner auf der „Christina O.“ vor Capri, sondern: Fanta bei Heinz K. in Kürten. Klingt fast wie der Titel eines sozialkritischen Provinzromans. Hätte Klum nicht wenigstens „Capri-Sonne“ bestellen können?

          Andererseits können wir den Mann irgendwo auch verstehen: Günther Klum ist nicht mehr der Jüngste, hatte der offiziellen Verlautbarung zufolge Kniebeschwerden – und ist bei den beiden vorherigen Hochzeiten seiner Tochter ja dabei gewesen. Vielleicht hat er bei Heidis Eheschließung Nummer drei einfach nur mal ausgesetzt und versprochen: Bei den Hochzeiten Nummer vier und fünf bin ich wieder mit von der Partie. Und hätte Bill Kaulitz, wenn er schon den Priester spielte, nicht auch noch die Rolle des Brautvaters übernehmen können?

          Streicheln verboten

          Ebenfalls keine ganz so gute Presse hat das Herzogspaar Meghan und Harry, das den Menschen, die in der Nachbarschaft seines Frogmore Cottage leben, angeblich strenge Auflagen gemacht hat: So sei es laut „In“ „nicht gestattet, die Hunde des Paares unaufgefordert zu streicheln, selbst dann nicht, wenn die auf einen zugelaufen kommen“. Nach Aufforderung – „Streichelt unsere Hunde, hurtig!“ – ist es hoffentlich erlaubt. Unklar bleibt, ob man sich als gemeiner Bürger von den Tierchen beißen lassen darf.

          In einem Interview, das er der Primatenforscherin Jane Goodall gab – nehmt das, Ihr Adelsreporter! –, hat Harry derweil alle Hoffnungen auf eine Großfamilie zunichtegemacht. „Bunte“ zitiert ihn mit den Worten: „Tatsächlich reduziert man seinen ökologischen Fußabdruck um 58,6 Tonnen Kohlendioxyd im Jahr, wenn man auf ein Kind verzichtet.“ Den gerade erst geborenen Archie wollen beide trotzdem vorerst behalten.

          Schleunigst trennen sollte sich, wenn es nach Freddy Quinn geht, das „Traumschiff“ von seinem neuen Kapitän Florian Silbereisen: „Da muss ein richtiger Kerl hin! Er kann in der Bord-Gastronomie servieren. Und sonst nix!“, hat Quinn der „Bild“-Zeitung gesagt, der er außerdem von seinem Hobby erzählt: „Ich repariere kaputte Uhren.“ Vermutlich stellt er sie auf das Jahr 1957. Leichtmatrose Silbereisen jedenfalls sollte sich schleunigst in der Kombüse verstecken, falls Käpt’n Quinn das Schiff entert.

          Interessante Details über ein anderes Schiff, die schon erwähnte „Christina O.“, erfahren wir dank „Gala“: Ursprünglich seien die Barhocker an Bord „mit dem Leder aus der Vorhaut von Walen bespannt“ gewesen, weshalb Eigner Aristoteles Onassis einmal zu Greta Garbo gesagt habe: „Sie sitzen auf dem größten Penis der Welt.“ Ehrlich gesagt: Dann schon lieber mit einer Fanta bei Heinz Korff.

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