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Herzblatt-Geschichten : Alter Wein in neuen Schläuchen

Musikantenstadl, da noch mit Andy Borg. Bild: dpa

Alles wird anders. Der „Musikantenstadl“ verjüngt sich zu ,Die Stadl-Show‘, FIFAs Problem-Blatter hört lieber auf Gigi als auf Sepp und Wolfgang Joop überlässt Heidis Models wieder ihrem Schicksal.

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          Alles wird anders. Der „Musikantenstadl“ im Ersten hat jetzt nicht nur neue Moderatoren, weil der ARD Andy Borg mit seinen rüstigen 54 Jahren zu alt war, er bekommt auch einen neuen Titel und wird laut Bild-Zeitung „nur noch ,Die Stadl-Show‘ heißen“. Keine Frage, dass das der Sendung junges Publikum in Scharen zuführen wird. Ob es aber der richtige Weg ist, dass die ARD - wie wir aus strengst geheimen Quellen erfahren haben - nun auch weitere Sendungen umbenennen möchte? So soll die „Lindenstraße“ künftig als „Limetree Boulevard“ laufen, Denis Schecks Büchersendung „Druckfrisch“ als „Checker Den und die Holzmedien“ und „Die Sendung mit der Maus“ als „Die rattenscharfe Laugh and Thing Story Show“. Quo vadis, Erstes Deutsches Fernsehen?

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Einen anderen Namen, genauer gesagt Spitznamen wünscht sich auch Howard Carpendale. „Ich finde nicht“, zitiert ihn Das goldene Blatt, „dass ich ein ,Howie‘-Typ bin: klein und lustig.“ Und tatsächlich ist Carpendale ja eher ein Howard-Typ: groß und unlustig. Oder fällt jemandem ein besserer Spitzname für ihn ein - Carpie? Daley? Der Ti-amo-Typ?

          Glaubt nicht an die Hölle, tanzt aber gerne morgens um halb sechs: Sepp (Gigi) Blatter

          Klein und lustig sind auch Sepp-Typen, und wenn es nach dem Fifa-Chef geht, ist der Spaß noch lang nicht vorbei: „Ich habe doch nie gesagt, ich trete zurück: Das ist nur das Wunschdenken Einzelner“, sagt er im Bunte-Interview. Letzteres nimmt überraschend eine theologische Wendung: „Die Hölle gibt es nicht“, gibt sich Blatter überzeugt, womit auch klarwird, wie er so seelenruhig weitermachen kann. Und dann enthüllt Blatter noch: „Es hat noch niemand im Leben zu mir Joseph gesagt. Meine Linda sagt etwas viel Schöneres zu mir, sie nennt mich Gigi (sprich: Tschitschi).“ Warum zur nicht existenten Hölle aber das? Auf jeden Fall klingt Gigi angenehm unseriös, nach Go-go-Girl oder nach Chichi, Firlefanz. Alles passt ja zu Blatter, der Bunte noch anvertraut: „Ich stehe jeden Morgen um halb sechs auf, drehe das Radio an und dann tanze ich.“ Go, Tschitschi Blatter!

          Joop lässt seine Models im Stich

          Weniger missverständlich als die unberechenbaren Moves des tanzenden Fifa-Chefs ist der Abgang von Wolfang Joop, der bei „Germany’s Next Topmodel“ als Juror aufhört und Gala den Grund dafür nennt: „Ich habe versucht, meine Erfahrungen aus dem wirklichen Fashion-Business verstärkt einzubringen, aber es ging eben letztlich um Entertainment.“ Dass es in einer Unterhaltungsshow um Entertainment geht - um das herauszufinden, dafür hat Joop schlappe zwei Jahre gebraucht. Respekt!

          Klüger als zuvor ist auch Schauspieler Rupert Everett, und zwar, wie er Bild gegenüber behauptet, weil er dem Sex abgeschworen hat: „Heute weiß ich, der Sex hat mich von vielem abgehalten. Ohne Sex kann ich mich besser konzentrieren.“ Daher ist er dann auch in der Lage, Philosophisches zu formulieren: „Ich wollte nie Kinder. Ich finde, wir sind eh zu viele Menschen. Wir sind wie Kakerlaken und dazu noch selbstsüchtig.“ Während die Kakerlaken ja eher altruistisch veranlagt sind.

          Die Katze bekommt bald ein Kind. Wenn es nach ihr geht, bekommt sie aber auch bald einen Antrag von Freund Lucas Cordalis.

          Katzenberger wartet auf Antrag

          Mit Kindern hat Daniela Katzenberger, die im achten Monat schwanger ist, kein Problem, dafür aber ein ganz anderes: „,Lucas will mit mir nicht über Hochzeit sprechen‘, sagt die TV-Blondine traurig im exklusiven Gespräch mit Closer.“ Da ist es ein schöner Trost, jemanden zu haben, dem man sich anvertrauen kann - nämlich Closer. Am liebsten, offenbart Katzenberger der Zeitschrift, „hätte ich schon jetzt einen romantischen Antrag. Eine Hochzeit möchte ich zwar auch erst, wenn das Kind da ist, aber ich hätte schon gern die Bestätigung, dass er mich wirklich will. Ich hoffe, da kommt bald was.“ Ganz bestimmt, jedenfalls wenn Lucas Closer liest.

          Schon weiter ist ein anderes prominentes Paar: „Bastian Schweinsteiger & Ana Ivanovic - Heimlich verlobt“, titelt Bunte, die beide beobachtet hat: Sie „liegen im Gras, mitten im Londoner Hyde Park, zwischen spielenden Kindern und tollenden Hunden. Zwei Weltstars - selbstvergessen, eng umschlungen.“ Weiter heißt es: „Immer wieder flüstern sie sich Zärtlichkeiten ins Ohr“ - und das hat uns schon immer fasziniert, die Fähigkeit der Klatschpresse, aus der Entfernung zu verstehen, was Leute sich ins Ohr flüstern. Hat Bunte einen der tollenden Hunde verwanzt? Doch Moment, es wird noch besser: „Ana und Bastian fühlen sich in diesem Moment, als seien sie allein auf der Welt.“ Nicht nur im Gehörgang, auch im Gehirn der Prominenten ist Bunte daheim.

          Schweinsteiger und Ivanovic: Zusammen? Getrennt? Zusammen?

          Wie aber geht das zusammen mit den Erkenntnissen von In, wo das Paar ebenfalls das Cover ziert, mit fast identischem Foto, doch diametral entgegengesetzter Story? „Basti & Ana - Liebe in Gefahr - Sie sorgt für den ersten Skandal. Warum er sie jetzt verlassen muss“, müssen wir lesen. Und es glauben, allein schon deshalb, weil bei In irgendjemand arbeitet, der die Schlagzeilen serbischer Zeitungen übersetzen kann: „,Bez Grudnjaka Ivanovic sokirala mnoge vimbldonskom haljinom‘ - ,Kein BH - Ana Ivanovic schockiert viele mit ihrem Wimbledon-Dress‘“, hat Blic geschrieben. „Es ist ein Eklat für das gläubige Land, in dem sich 85 Prozent der Bevölkerung als serbisch-orthodoxe Christen bezeichnen“, weiß In, das überdies Schweinsteigers serbischen Spitznamen kennt: Svajni. Und warum muss Svajni Ana nun verlassen? Weil er nur bairisch-orthodox ist? Weil er ihr schnell einen Grudnjak kaufen geht? Nein: weil beim FC Bayern das Training wieder beginnt.

          Hat nur jüngere Verehrer, die schmusen wollen: Maren Gilzer

          Maren Gilzer bekommt nur junge Männer ab

          Schwierigkeiten, einen Partner zu finden, hat Maren Gilzer, jedenfalls in ihrer Altersklasse: „Ich werde immer nur von jüngeren Männern angesprochen“, sagt sie Freizeitspaß. „Da bin ich inzwischen etwas lockerer geworden. Wenn die mir Komplimente machen und mit mir schmusen wollen, sage ich: Ach ja.“ Und was geschieht dann? Wahrscheinlich gar nichts - denn wenn es stimmt, dass die Verehrer einfach „schmusen“ wollen, dann dürften sie tatsächlich sehr viel jünger als Maren Gilzer sein. Wir schätzen mal, so ungefähr sechs.

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