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Herzblatt-Geschichten : Affen, Eulen, Lerchen

Die Herzblätter enthüllen: Wegen ihrer großen Augen haben Eulen ein kleines Gehirn... Bild: dpa

Tierische Woche in den Herzblättern: Eine investigative Sensation über Eulen, Peter Altmaiers Besuch im Tierheim und Röslers innige Umarmung mit Bild-Chef Kai Diekmann bestimmen die Schlagzeilen.

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          Gelegentlich leisten die Herzblätter tatsächlich mal echte Investigativ-Arbeit und verraten uns wirklich Neues. Zum Beispiel über Eulen. Die nämlich, klärt Das neue Blatt uns auf, sind gar nicht weise, obwohl das alle denken: „Doch im Vergleich zu anderen Vögeln wie Papageien oder Krähen sind Eulen nicht sehr schlau. Da ihre großen Augen sehr viel Platz brauchen, ist ihr Gehirn kleiner.“ Endlich reißt mal jemand den aufgeplusterten Gesellen den Schleier vom Antlitz! Prompt erscheinen auch menschliche Geistesgrößen, die eine gewisse Eulenartigkeit nicht verleugnen können, in anderem Licht: Haben auch Woody Allen und Roger Willemsen uns all die Jahre nur was vorgemacht?

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wie man sich in Menschen täuschen kann, zeigt auch Catherine Deneuve - wie wir annahmen, eine zarte, charmante Dame, die nun der Frau im Spiegel sagt, sie sei „so etwas wie ein tapferer kleiner Soldat“. Und jeder neue Film „ist wie eine Schlacht. Eines Tages ist sie vorbei, und bis dahin muss ich da durch.“ Ja, selbst die Gartenarbeit ist für Deneuve „ein Kampf, denn ich weiß, dass die Natur letztlich gewinnen wird“. Ihre These bestätigt Die Aktuelle mit Fotos der Fernsehkupplerin Inka Bause und ihres Rasenmähers: „Inka schob ihn so verbissen über die Wiese, als wollte sie jeden einzelnen Grashalm bestrafen.“ Bauses Missmut begründet Die Aktuelle damit, dass weder ein Bauer noch sonst irgendein Mann ihr die Gartenarbeit abnimmt, weshalb das Blatt hofft, dass „der Rasenmäher bald ein Herrchen“ bekommt. Klar, Kriege sind halt einfach Männersache.

          Rösler wirft sich Diekmann in die Arme

          Uns aber ist ganz kuschelig zumute in dieser Woche der deutsch-amerikanischen Männerfreundschaften. Beispiel eins: Peter Altmaier, Umweltminister, hat Mally besucht. Das vom Zoll konfiszierte Kapuzineräffchen Justin Biebers fristet nun ein einsames Dasein in einem Münchner Tierheim, wo der ja ebenfalls alleinstehende Altmaier ihm Trost schenkte - vermutlich in der Hoffnung, dass etwas vom Glanz des Affen oder des Biebers auf ihn abstrahle. Offiziell ging es Altmaier um Tierschutz, und wenigstens war Mally durch eine Glasscheibe davor geschützt, von Altmaiers Liebe erdrückt zu werden.

          ..und Ähnlichkeit mit Woody Allen? Bilderstrecke

          Schon heftiger zur Sache ging es, als Philipp Rösler auf den Bild-Chef Kai Diekmann traf, nach einjähriger Hospitanz im Silicon Valley mindestens gefühlter Amerikaner. Nach seiner Tour durch den IT-Dschungel gleicht Diekmann einem wilden Waldmenschen, was „Minister Cool“ (Bild-Zeitung) nicht davon abhielt, sich in seine Arme zu werfen, als wollten sie einander nie mehr loslassen. Als Grüner umarmt man halt Bäume, als FDP-Mann lieber die Holzfäller. Doch im Prinzip ist es erfreulich, dass zwischen der Partei und Journalisten endlich wieder zwischenmenschliche Wärme herrscht, wo sich Kollege Brüderle doch seit längerem so distanziert gibt.

          Don Hugo und Mo Vito

          Ein Zuviel an Zuneigung hingegen hat Angela Merkel beim Besuch von Papst Franziskus demonstriert: „Ihr Gastgeschenk: 107 CDs des Dirigenten Wilhelm Furtwängler, drei Bände des Dichters Hölderlin“, schreibt Bunte. Drei Bücher, das geht ja noch, aber 107 CDs? Das sieht protzig aus und setzt den armen Pontifex gehörig unter Druck: Wann soll er sich die bloß alle anhören, wo er sich doch um seine Kurie kümmern muss?

          Von Florian Silbereisen hatte die Kanzlerin nichts im Gepäck; ob er daher, wie er dem Neuen Blatt verrät, so ein Morgenmuffel ist? Später aber, so Silbereisen, „strahle ich dafür bis nachts um zwei“, und da tut uns seine Freundin Helene Fischer leid: Die tut bei dem grellen Licht bestimmt kein Auge zu. Über Matthias Reim (“Verdammt, ich lieb dich“, 1990) wiederum weiß Das goldene Blatt: „Keine perfekte Atmosphäre bedeutet für ihn: kein guter Song!“ Armer Reim, 23 Jahre lang hat er jetzt schon keine perfekte Atmosphäre gehabt.

          Gute Nachrichten gibt’s von Franziska van Almsick, die einen zweiten Sohn bekommen hat. Die Vornamen des ersten, Don Hugo, ließen einiges erwarten, und tatsächlich heißt der kleine Kerl - Mo Vito. Erinnert uns an einen Minzcocktail, weshalb man weitere Geschwister Cai Pirinha oder Mai Tai taufen könnte. Oder, falls man klanglich bei Don Hugo und Mo Vito bleiben möchte: Do Mino, Bu Shido, Tim Buktu oder Ho Nu Lulu. Aber auch Nachnamen können tricky sein. Laut Bunte teilte der Klinikchef van Almsicks Ehemann nach der Geburt mit: „Mutter und Sohn wohlauf.“ Da hätten wir, weil der Arzt Professor Sohn heißt, gleich noch mal nachgefragt, ob’s auch dem Kind gutgeht.

          Pech mit seinem Nach- oder genauer seinem Künstlernamen hat Michael Wendler: Er darf sich laut Gerichtsurteil nicht mehr „der Wendler“ nennen, weil ein anderer singender Wendler geklagt hatte. „Ein Wendler“ oder „das Wendler“ wären wohl erlaubt, klingen aber doof. Am besten wäre Wendler wohl bei seinem Geburtsnamen geblieben: Als „der Skowronek“ wäre er gewiss konkurrenzlos. Andererseits bedeutet Skowronek, das aus dem Polnischen kommt, Lerche - und wenn wir Sie so singen hören, Wendler, hätte das nun auch wieder nicht gepasst.

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