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Herzblatt-Geschichten : Ach Schatz, tut mir leid

Noch hat Prinz George wenig Ähnlichkeit mit einem Nasenbeutler Bild: dpa

Wenn Gott klagt, warum nicht auch die Kanzlerin? Ihr wird eine Ehekrise angedichtet. Gwyneth Paltrow und Chris Martin geben das lieber selbst bekannt. Mehr Glück hat vielleicht nur die Katze.

          Die Schlagzeile, die jüngst am stärksten unsere Phantasie anregte, stammt nicht aus einem der Klatschhefte, sondern von der Nachrichtenagentur dpa: „Gott verklagt Finanzbehörden“. Warum mag der Allmächtige plötzlich den Rechtsweg beschreiten? Ist ihm die Kirchensteuer zu niedrig? Ist er sauer aufs Finanzamt, weil es seinen alten Kumpel Uli Hoeneß befehdete? Und wie werden die Behörden sich für den Prozess wappnen; werden sie womöglich den Advocatus Diaboli engagieren? Dann aber lasen wir die Meldung, und die nüchterne Realität kehrte zurück: Geklagt hat nicht der große Gott, sondern der vergleichsweise kleine Karel.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Getrennt – beziehungsweise, in ihren eigenen Worten, entpartnert – haben sich Gwyneth Paltrow und Chris Martin, wir berichteten. Nachtragen möchten wir noch ihre offizielle Erklärung, freundlicherweise ins Deutsche übertragen von In: „Seit mehr als einem Jahr arbeiten wir, teilweise zusammen, teilweise alleine, daran, zu sehen, was zwischen uns möglich gewesen wäre, aber wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass, auch wenn wir beide uns immer noch sehr lieben, wir getrennt bleiben werden.“ Eine so formvollendete Abschiedserklärung hat es wohl nie gegeben. Und auch noch keine, in der so irre viele Kommata auftauchen.

          Männer im Batman-Kostüm sind lächerlich

          Nicht getrennt, sondern frisch zusammen sind Daniela Katzenberger und Costa Cordalis’ Sohn Lucas, aber dennoch sehen sie sich zu Erklärungen gezwungen: „Und ich würde gerne noch einmal betonen: Das zwischen uns ist kein PR-Gag. Ich weiß, dass sich das alles unglaubwürdig anhört – aber es stimmt, die Liebe zwischen mir und meinem Schatz ist einhundertprozentig echt“, sagt Katzenberger im In-Interview. Doch auch Bild stellt beider Liebe auf den Prüfstand und hakt nach, was sie an ihm liebe. „Katzenberger: (überlegt... überlegt) ,Er ist unglaublich lieb, er verliert nie die Nerven. (überlegt weiter) Ach Schatz, tut mir leid, dass ich da nachdenken muss.‘“ Hm, das müssen wir wohl noch etwas üben. Ein Glück für die Katze, dass Lucas lieb ist und nie die Nerven verliert. Dass er übrigens, wie sie sagt, riecht „wie eine Mischung aus Baby und Gummibärchen“, sollte ihn veranlassen, mal das Parfüm zu wechseln.

          Ist Sauer sauer auf „seine Angela“? Bilderstrecke

          Intimes über ihren Liebsten verrät auch Annette Frier, deren Mann auf dem roten Teppich gern sein „Hugh-Grant-Notting-Hill-Gesicht“ aufsetze. „Er hat mal gesagt: ,Ich sehe auf Fotos am besten aus, wenn ich so verschämt hochgucke‘“, berichtet sie in Bunte. So ändern sich die Zeiten: Früher schauten Männer gern verwegen, heute verschämt. Einen schweren Stand in seinem weiblich dominierten Haushalt hat auch Christian Bale, der In über seine Frau erzählt: „Als sie mich seinerzeit im ,Batman‘-Kostüm sah, hat sie mich ausgelacht.“ Und in der nächsten Generation setzt sich die Geringschätzung fort: „Meine Tochter hat mir den Oscar weggenommen und in ihr Zimmer gestellt.“ Demnächst wird Bale noch einmal Vater, wir wünschen ihm einen Sohn.

          Familiäres auch von Heidi Klum, die sich laut In Zeit nimmt „für die wichtigsten Menschen in ihrem Leben: ihre Kinder Leni (li.), Lou (re.), Henry (unten) und Johan“. Die akribische Zuordnung ist deshalb sehr lustig, weil die Gesichter der Kinder, deren Mutter großen Wert auf ihre Privatsphäre legt, auf den Fotos im Blatt wie üblich total verpixelt sind.

          Holt sich das Königshaus seine früheren Kolonien zurück?

          Eine andere prominente Frau knöpft sich das neue vor: „Angela Merkel – Schlimme Krise! Ehe vor dem Aus?“, heißt es auf dem Titel. Belege dafür liefert das neue – kaum überraschend – keine, außer, nun ja, diesem hier: „Seit dem 20. Oktober 2013 hat man das Paar nämlich schon nicht mehr zusammen in der Öffentlichkeit gesehen“ – und so lange war Merkels Gatte „dem Vernehmen nach noch nie abgetaucht“. Blöd nur, das neue, dass die Öffentlichkeit Merkel mitsamt Mann nicht nur im Januar beim Skiurlaub sah, sondern auch Ende März beim Besuch des chinesischen Präsidenten. Schwer vorstellbar, dass die Kanzlerin gegen solch eine Story vorgeht, doch andererseits: Gott klagt ja auch.

          Komplett erfunden ist selbstverständlich auch diese Titelgeschichte im Echo der Frau: „William & Kate – Schicksals-Wende – Ihr neues Leben in Amerika“. Macht die Queen ihren Filius zum Statthalter der früheren Kolonien? „England steht nach der überraschenden Nachricht unter Schock“, schreibt jedenfalls das Echo der Frau über den anstehenden Wegzug des Paares, das künftig „die Anonymität einer fremden Großstadt“ genießen will. Dann machen William und Kate vermutlich gemeinsam mit Madeleine von Schweden in New York eine royale WG auf.

          Was aber wirklich stimmt: Mit ihrem Söhnchen George reisen Kate und William jetzt nach Ozeanien, wo Bunte zufolge im Zoo von Sydney „das neue Gehege für Kaninchennasenbeutler nach Prinz George benannt“ wird. Diese Geste könnte man freilich auch als Affront gegen das Königshaus werten, denn besagte Beutler haben eine lange Nase und riesige Ohren – und da muss jeder doch gleich an Georgies Opa Charles denken.

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