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Herzblatt-Geschichten : 250 Mal am Tag

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Warum kann man mit einer nörgelnden Gattin noch ganz glücklich sein? Wie kaschiert man den Zustand dauernder Erregung? Und woran erkannte Pelé seine uneheliche Tochter? Neue Herzblatt-Geschichten.

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          Natürlich, liebe Männer, haben Sie alle Mitleid mit Paul McCartney, der sich nach so kurzer Zeit und trotz eines süßen zweijährigen Töchterchens von seiner Gattin Heather Mills getrennt hat. Paul tut Ihnen sogar besonders leid, seit Sie in Revue gelesen haben: „Sie hat ihn ständig kritisiert, an ihm herumgenörgelt. Er hat ständig Sorge gehabt, wieder etwas falsch zu machen.“

          Gut, wir verstehen Ihre Betroffenheit, Männer, weil Sie dieses ewige Genörgel und Genöle von Ihrer eigenen Gattin gewohnt sind, aber immerhin müssen Sie zugeben: Heather hat Paul nicht gefoltert. Und wenn Sie wüßten, was hier bei uns in Frankfurt vor Gericht verhandelt wird - da würde sich Ihr Mitgefühl für Paul schnell relativieren. Der Mann (41), der seine resolute Frau (27) verklagt hat, berichtet in Bild über sie: „Sie sagte dann: ,Zieh dich aus, geh ins Schlafzimmer.' Dort nahm sie die Klebepistole.“ Mit dieser Heißklebepistole brannte die Frau Befehle in seine Haut: „Nie mehr lügen“, „Nie mehr verweigern“. Wir ahnen, Männer, daß Sie dies kaum für möglich halten. Aber die Geschichte ist so wahr, wie Ihre Erleichterung jetzt groß ist: „Ach“, denken Sie jetzt sicherlich, „da habe ich es bei meiner etwas nervigen, nörgeligen Frau eigentlich doch recht gut.“

          Zickig, peinlich und böse

          Prima, dann genießen Sie dieses Glück, halten Sie es mit beiden Händen fest, und seien Sie auch von Herzen froh, daß Prinz Ferfried von Hohenzollern Tatjana Gsell (35) heiraten will, dann müssen Sie es nicht tun, denn Frau Gsell ist nach Einschätzung der „Promi-Masseuse“ Dr. Dot in Bild als Liebespartnerin nicht wirklich empfehlenswert: „Sie sieht alt und komisch aus. Wie ein Ferrari nach einem Unfall. Und sie ist zickig, peinlich und böse. Nicht nur zum Prinzen, sondern auch zu ihrem Hund.“

          Jetzt ein Wort zu Zahlen und Figuren. Es gibt ja Statistiken, die einem nicht wirklich weiterhelfen. Der Hinweis in Revue beispielsweise: „Statistisch gesehen, besitzt jeder Erdenbürger 52 Legosteine“, verschafft weder Erkenntnisgewinn noch Phantasiestimulanz. Sehr zu denken gibt dagegen der Bild-Beitrag über PSAS (Persistent sexual arousal syndrome), in dem eine Engländerin, die von dieser Sexkrankheit dauernder Erregung betroffen ist, behauptet: „Ich habe bis zu 250 Mal am Tag einen Orgasmus.“ Manche Frau mag jetzt spontan neidvoll denken: „Aber hallo!“ Doch die Wahrheit ist gar nicht so lustbetont: „Ich muß permanent meine Seufzer ersticken.“ Oft muß sie auch einen Hustenanfall vortäuschen, und der Büroarbeit kann sie sich ebenfalls nicht hingeben: „All die klingelnden Telefone, brummenden Kopierer.“

          Rechnen mit der Rose

          Andererseits muß es für einen Mann ja recht bestätigend und in jeder Hinsicht befriedigend sein, mit ihr Liebe zu machen. Freilich erschöpft sich die Liebe nicht im Körperlichen. Zum Gelingen einer Ehe gehört viel mehr. Peter Bacher, der alte Fuchs, weiß in Bild, wie es geht: „Es ist nicht wichtig, daß der Ehemann täglich seiner Frau eine rote Rose schenkt. Wichtig ist, daß die Frau immer damit rechnen kann.“ Aber, könnte man ja jetzt mit Frau im Spiegel fragend einwenden, erntet man in einer lange währenden Beziehung nicht Mißtrauen, wenn man plötzlich Blumen mitbringt? Nein, glaubt der Schauspieler Pierre Franckh, „es ist nie zu spät, Blumen mitzubringen. Gesten dieser Art funktionieren immer.“

          Aber auch die Männer müssen selbst in überraschenden Situationen reaktionsschnell funktionieren. Wie Pelé (65), der in Bunte berichtet, daß eines Tages seine dreißigjährige Tochter vor ihm stand, von der er nichts gewußt hatte: „Flavia Christina sieht genauso aus wie ich, sie ist also wunderschön. Ich blickte sie fasziniert an und umarmte sie mit den Worten: Den Vaterschaftstest können wir uns sparen.“

          In den Tanzkurs mit 76

          Dies kann auch Karel Gott tun, er ist zweifelsfrei der Vater der kleinen, soeben geborenen Charlotte. Doch statt sich mit dem 66 Jahre alten Sangeskünstler und seiner Partnerin, die seine große Tochter sein könnte, zu freuen, hebt Das Neue Blatt mahnend den Finger: „Werden die ,Opa-Papas' die Einschulung noch erleben, die Konfirmation, den Führerschein?“ Wir finden diese Frage immer ein bißchen unfair, weil sie ja auch nicht in Rechnung stellt, daß die Menschen heute länger vital bleiben. In derselben Ausgabe von Das Neue Blatt berichtet beispielsweise Sophie A. aus Bautzen: „Mein Lebensgefährte ist 76, ich bin 73. Neuerdings will er unbedingt, daß wir in einen Tanzkurs gehen.“

          Aber Moment, eines wollten wir Ihnen noch erzählen. Zu einem Vorstellungsgespräch erschien letzten Freitag Yvetka aus Ungarn (23). Sie sprach fließend Deutsch und sah phantastisch aus mit ihrem schwarzen Bubikopf, den funkelnden Augen und der schlanken Gestalt. Aber sie benahm sich seltsam und zuckte auf dem Stuhl herum. Als wir fragten, was mit ihr sei, sagte sie: „Ich leide, keuch, unter einer, stöhn, seltenen Krankheit, oh ja, ja, ja.“ Wir sagten: „PSAS?“ Sie stöhnte noch lauter und hechelte: „Ah, Ihr Kopierer, oh ja, oh, der brummt so angenehm.“

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