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Herzblatt-Geschichten : 2010 wilde Nächte

Heidi Klum und Vito Schnabel: Was will dieser außerirdische Prinz von der Alten? Bild: dpa

Manche Promipärchen brauchen wohl etwas Nachhilfe in Sachen Romantik – dann klappt’s auch mit dem Nachbarn. Dem Hofberichterstatter der Aktuellen würde dagegen eine Nachhilfestunde in Zoologie gut tun.

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          Junge, haben wir uns geärgert! Vor einer Woche erst haben wir, die Leser können es bezeugen, an dieser Stelle angekündigt, uns aus gegebenem Anlass die Zeile sichern zu lassen: „Der Liebesfluch unserer WM-Helden“. Dann kam dies dazwischen und das, wie es halt immer so ist. Gänzlich ungesichert also blicken wir diese Woche in Closer, und was steht überm Editorial von Tom Junkersdorf? „Seltsamer WM-Fluch!“ Denn „bei unseren WM-Helden“, so Junkersdorf, „zerbricht gerade eine große Liebe nach der anderen“. Doch damit nicht genug: Nachdem nach Schweinsteiger und Özil jetzt auch Manuel Neuer nicht mehr mit seiner Freundin zusammen ist, schreibt Bild, kein Scherz: „Der Liebesfluch unserer WM-Helden!“ Was hätten wir da für Tantiemen kassieren können.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dass Heidi Klum, 41, und ihr Vito Schnabel, 28, noch zusammen sind, passt einigen gar nicht. „Warum sollte ein Hipster wie Vito eine Familie heiraten?“, unkt Bunte und halluziniert: „Vito ist selbst ein Prinz aus einem anderen Universum. Eines, in dem man die Wände mit jungen, schönen Models tapezieren könnte.“ In einem solchen Universum würden wir nicht leben wollen. Die armen Models! Kleister ist ja gar nicht gut für die Haut.

          Über Callboys kennengelernt

          Und dann widmet sich die böse Bunte auch noch „Vitos Liebesreigen“, bei dem auch eine Schauspielerin mittanzte: „Liv Tyler und ihr New Yorker Nachbar - ihre Häuser stehen nur 500 m entfernt - sollen 2010 wilde Nächte miteinander verbracht haben.“ Das hat uns beeindruckt: 2010 Nächte, wer mag da so genau mitgezählt haben? Und ob zu den 2010 wilden Nächten noch 897 kamen, die so mittel waren, und 561 lausige?

          Liv Tyler bei der Prêt-à-porter-Woche in Paris – als Tapete würde sie sich sicherlich gut machen

          Nur langsam ist es uns gedämmert, dass mit 2010 eine Jahreszahl gemeint ist. Mann, Bunte, das hättest du auch klarer formulieren können! Mit zwei nicht so wilden Nächten begann die Liebe zwischen Daniela Katzenberger und Lucas Cordalis, die in Dubai feststellten, dass ihre Zimmer nebeneinanderlagen. „Wir lagen zwei Nächte bei mir im Bett und haben arabisches Fernsehen geschaut“, erzählt Lucas nun Bunte. „Passiert ist aber nichts! Ich schwöre!“ Dieses arabische Fernsehen scheint dann ja unglaublich packend zu sein.

          Haben in Dubai eine neue Verhütungsmethode entdeckt: Daniela Katzenberger und Lucas Cordalis

          Auf eher unromantische Weise kennengelernt hat sich auch das Schauspielerpärchen Mimi Fiedler und Bernhard Bettermann, denn sie, weiß Frau im Spiegel, trafen sich „bei den Dreharbeiten zum Film ,Callboys - Jede Lust hat ihren Preis‘“. Also, wir würden diese Version ja nicht jedem auf die Nase binden. „Wo habt ihr euch eigentlich kennengelernt?“ - „Bei ,„Callboys - Jede Lust hat ihren Preis‘.“ Wir würden dann lieber was von einem Volkshochschulkurs erzählen.

          Letizia erzählt ihrer Tochter Unfug

          Prinz Felipe und seine Letizia haben sich ganz standesgemäß bei einer Dinnerparty kennengelernt. Inzwischen sind sie Spaniens Königspaar und nehmen als solches die Militärparade zum Nationalfeiertag ab, begleitet von ihren kleinen Töchtern und beobachtet von Leuten wie Norbert Loh, Hofberichterstatter der Aktuellen, der seit Jahren „Königliche Augenblicke“ aus vermeintlich nächster Nähe schildert.

          Spanische Fremdenlegionäre mit Maskottchen – ein Schaf sieht anders aus

          „Schon frühmorgens herrschte im Kinderzimmer aufgeregtes Geplapper“, schreibt Loh, als habe er bei Königs am Frühstückstisch gesessen, und auch später hat er ganz genau hingehört. „Danach erzählte die kleine Thronfolgerin ihrer Mama ganz aufgeregt: ,Am besten hat mir das Schaf gefallen!‘ Letizia erklärte lachend: ,Das war ein Widder und ist das Maskottchen der spanischen Legion in Nordafrika.‘“ Sehr geehrter Herr Loh: Wenn Sie das nächste Mal von Letizia „hören“, dann lassen Sie sie bitte wissen, dass sie Unfug erzählt hat. Das Maskottchen der spanischen Fremdenlegion nämlich ist seit Jahr und Tag ein Ziegenbock, wie auf dem Foto auch zu erkennen ist. Was wiederum ist ein Widder? Ein männliches Schaf. Na ja, Loh, Sie kennen sich eben besser mit größeren Tieren aus, und so was kann halt schon mal passieren, wenn man jede Woche zwei Seiten mit aufgeregtem Geplapper füllen muss.

          Mucke ist nicht Muckefuck

          Unser Ersatzkönigspaar Florian Silbereisen und Helene Fischer ziert wieder zahlreiche Titel, unter anderem das Echo der Frau mit folgender Schlagzeile: „Freuden-Botschaft! Gibt es bald eine Überraschung?“ Kenner der Klatschhefte wissen, dass damit natürlich keine Hochzeit oder gar Nachwuchs gemeint ist, sondern etwas total Banales, diesmal nämlich die Frage, ob Flori mal wieder unangekündigt vorbeischaut bei seiner Helene. „So wie Anfang Oktober, als sich Florian bei einem Konzert von Helene einfach spontan unter die Fans gemischt hat und das Video davon auf seiner Facebook-Seite im Internet mit dem Kommentar ,Ziemlich gute Mucke (umgangssprachlich für Musik, d. Red.) - geiles Konzert‘ veröffentlichte.“

          Löblich, dass das neumodische Wort „Mucke“ erläutert wird, die Echo-der-Frau-Leserschaft denkt da ja vor allem an den guten alten Muckefuck. Wichtig auch der Hinweis, dass sich die Facebook-Seite im Internet befindet und nicht etwa in der Schreibtischschublade. Jetzt hättest du, Echo der Frau, deinen Lesern nur noch erklären müssen, was „geil“ bedeutet.

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