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Herzblatt-Geschichten : Rapper, Schlepper, Fischhändler

Arbeitet nicht nur mit Kunst, sieht auch aus wie Kunst: Vito Schnabel wird von seiner Heidi bereits 2014 liebkost. Bild: AFP

Schmalzlocke Vito Schnabel ist mehr als nur der Freund von Heidi Klum. Der Kurator geht auch als Double eines italienischen Künstlers durch. Ob der mit dem Vergleich glücklich wäre?

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          Alle Freunde der Kunst müssen nun tapfer sein, speziell die des alten Italieners Botticelli. Für die neue Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ nämlich vergreift sich Heidi Klum an dessen „Geburt der Venus“ und posiert als Meerschaumgeborene in einer Muschel. Wo sich Botticellis Venus je eine Hand über Brust und Scham hält, bleibt Klum fürs Bedecken ihrer Blöße nur eine Hand, da sie, wieso auch immer, eine große Perle in der Hand halten muss, dafür trägt sie ein Höschen. Die Kunstkritiker von „Intouch“ analysieren, Klum wolle so ihren „Wieder-Liebsten“ Vito Schnabel „mit ihrem Kunstverstand beeindrucken“. Und damit nicht genug. „Vito sieht aus wie der Maler“, behauptet „Intouch“ und stellt Botticellis mutmaßlichem Selbstbildnis vom Zanobi-Altar ein Schnabel-Foto gegenüber: „Lockiger Schopf, skeptischer Blick, sinnlicher Mund“. Und als wäre das alles nicht ohnehin komplett gaga, handelt es sich beim Porträt ausgerechnet um das Polizeifoto nach Schnabels Festnahme wegen Drogenbesitzes. Armer Botticelli!

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Und arme Chicago. So heißt das neugeborene dritte Kind von Kim Kardashian und Rapper Kanye West, ein Mädchen. Nachdem sie dessen große Schwester North genannt haben, also Norden, haben sich die Eltern geographisch diesmal etwas klarer festgelegt.

          Gut gekocht!

          Keinen doofen Namen, sondern nur einen doofen Spitznamen trägt der einstige Baulöwe Richard Lugner, genannt Mörtel, was sich mit den Jahren, wenn die Fassade immer stärker bröckelt, nicht besser anhört. Zum Wiener Opernball will Lugner diesmal Melanie Griffith mitnehmen. Über Jane Fonda, die angeblich seine erste Wahl war, sagt Lugner: „Einer 80-Jährigen ist es nicht zuzumuten, zum Opernball geschleppt zu werden.“ Lugner selbst ist 85; ein Schlepper darf offenbar deutlich älter sein als die Geschleppte.

          Wie wir da jetzt auf Gerhard Schröder kommen? Unser ewigjunger Altkanzler, 73, knuddelt auf dem „Bunte“-Cover mit seiner koreanischen Freundin Soyeon Kim, 47; „Ja, es ist Liebe!“, informiert die Schlagzeile. Vorm Besuch eines Lokals, schreibt „Bunte“, ließen sich beide „für ihr privates Fotoalbum“ ablichten; seltsam, dass die Fotos dann in „Bunte“  auftauchen. „Gemeinsam“, hat Soyeon Kim dem Blatt gesagt, „werden Gerhard Schröder und ich einen guten Mittelweg finden, in beiden Kulturen unspektakulär zu leben“, und ein Beispiel dafür, wie man als Gerhard Schröder so unspektakulär lebt, steuert eine Kollegin Soyeon Kims bei: Bei offiziellen Essen, berichtet sie, „legte Herr Schröder stets Wert darauf, den Chefkoch in den Speisesaal zu rufen, um ihm vor allen Gästen zu danken. Das hat Soyeon und uns alle beeindruckt, da wir das zuvor noch nie erlebt haben.“ Wir haben uns jetzt fest vorgenommen, in jeder Pizzeria, in der wir speisen werden, auch immer den Chefkoch in den Saal zu rufen. Wäre doch gelacht, wenn wir die Frauen nicht ebenfalls beeindrucken könnten!

          Notorischer Kokser und Puffgänger

          Beim Großkoch Eckart Witzigmann kocht man natürlich zu Hause, und manchmal darf sogar seine Freundin Nicola an den Herd: „Wenn ich mal keine Lust habe oder ein Gläschen Champagner zu viel, dann kocht die Niki“, erzählt Witzigmann in einem von Nina Ruge für „Bunte“ geführten Gespräch. „,Ja. Das war ein Fehler‘, antwortet Witzigmann nüchtern auf Nina Ruges Frage: Es heißt, du hast dich häufig ausnehmen lassen, dass du ganz oft bis drei Uhr morgens den Champagner hast sprudeln lassen...“ – und angesichts der Häufigkeit, mit der im Interview das Wort Champagner fällt, ist der Hinweis sicher nicht unerheblich, dass Witzigmann die Frage „nüchtern“ beantwortet.

          Falls Sie Carlo von Tiedemann nicht aus dem Fernseher kennen, dann haben Sie ihn ja vielleicht schon einmal bei einem Bordellbesuch oder Koksdeal getroffen.
          Falls Sie Carlo von Tiedemann nicht aus dem Fernseher kennen, dann haben Sie ihn ja vielleicht schon einmal bei einem Bordellbesuch oder Koksdeal getroffen. : Bild: dpa

          Nicht immer nüchtern gewesen in seinem Leben ist Moderator Carlo von Tiedemann. „Echo der Frau“ behauptet, er „trank, kokste, zockte, hatte Geldsorgen und ging in den Puff“. Heute jedoch sei das alles „Schnee von gestern“, schreibt „Echo der Frau“, und das ist schon eine lustige Formulierung, wenn es unter anderem um Koks ging.

          Barbara Schönebergers Scherben des Glücks

          Ebenfalls gesündigt hat Monacos Fürstin, glaubt man „Neue Post“: „Neue Skandal-Fotos – ganz Monaco in Aufregung – Charlène – Albert muss sie aus dem Palast werfen!“ Charlène nämlich hat einem Fitnessmagazin ein Interview gegeben und trug auf den Fotos unter anderem „ein halbtransparentes Hemd, das einer Fürstengattin schwerlich angemessen ist“. Als Ankläger bemüht „Neue Post“ einen alten Bekannten aus der Regenbogenpresse: „,Also langsam reicht es‘ murmelt Fischhändler Luc (51), einer der alteingesessenen Monegassen, verärgert. ,Diese Dahergelaufene ist keine Grace, sondern eine ,disgrâce‘ (französisch: Schande)!“ Nett von Luc, dass er bei allem Ärger sein Wortspiel ins Deutsche übersetzt. Da im Text als einziger Charlène-Kritiker nur der ominöse Luc auftaucht, müsste „Neue Post“ in ihrer Schlagzeile statt „ganz Monaco“ aber besser schreiben: „Fischhändler Luc in Aufregung!“

          Auf dem Fischmarkt unbeliebt: Prinzessin Charlene von Monaco an der Seite von Albert
          Auf dem Fischmarkt unbeliebt: Prinzessin Charlene von Monaco an der Seite von Albert : Bild: dpa

          Muss auch Barbara Schöneberger daheim ausziehen? „Dramatische Trennung – Plötzlich steht sie vor den Scherben ihres Glücks“, titelt „Woche heute“ und zeigt ein Foto, auf dem die Moderatorin leere Kartons trägt, vermutlich zum Papiercontainer. Wobei die Kartons für die Story völlig irrelevant sind, denn Schöneberger verlässt natürlich nicht ihre Familie, sondern gibt nur die Moderation des Eurovision Song Contest ab. Netter Versuch, „Woche heute“ – aber wenn du nächstes Mal über die „Scherben ihres Glücks“ schreibst, dann zeig die Schöneberger doch besser vor dem Glascontainer.

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