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Herzblatt-Geschichten : Schlimmer Manfred, treuer Schlurch

Bald ist er wieder auf der Bühne zu sehen: Dieter Bohlen hat eine Reihe von Konzerten angekündigt. Bild: dpa

Dieter Bohlen kehrt auf die Bühne zurück, Heidi Klum hätte Tom Kaulitz schon am ersten Tag geheiratet und Rapper Kanye West wird zum Prediger. Das und mehr in den neuen Herzblatt-Geschichten.

          Manches in der Welt der Herzblätter ist so unglaublich erwartbar. Nehmen wir den Bundestrainer, der bekanntermaßen die Weltmeister Müller, Boateng und Hummels aussortiert hat. Da war es völlig klar, dass ein Blatt wie „Frau aktuell“ mit der Schlagzeile herauskommen wird: „Endgültige Trennung – Jogi Löw – Alles aus!“ Immerhin hat man sich den Zusatz „Er hat schon drei Neue“ verkniffen. Oder nehmen wir Tom Kaulitz und Heidi Klum, welche über ihren Partner laut „Echo der Frau“ gesagt hat: „Wir haben uns im Februar 2018 kennengelernt – und ehrlich gesagt hätte ich ihn bereits an diesem Tag geheiratet!“ Warum sie es doch nicht tat? Nun, sie musste natürlich abwarten, bis Tom volljährig wäre. So jedenfalls würde jetzt unsere Pointe lauten, wenn es nicht so schrecklich erwartbar wäre.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Gänzlich unerwartet hingegen kommt im „Neuen Blatt“ die Antwort des Schweizer Schauspielers Benjamin Grüter, ob er sich als Sexsymbol betrachte: „Ich bin eher der treue Schlurch.“ Unerwartet vor allem deshalb, weil wir noch nie von einem Schlurch gehört haben und insofern auch nicht wissen, ob ein solcher treu ist. Ein paar spärliche Einträge im Internet legen eine Wortneuschöpfung aus Lurch und Schlingel nahe, denen wir freilich spontan nicht allzu große Treue unterstellen würden.

          Wie sie den Bienen dienen

          Viel besser als mit Schlurchen kennen sich die Menschen heute ja mit Bienen aus, die eine beispiellose Solidaritätswelle erfahren, welche ihren Ausdruck auch in der „Bunte“-Frage der Woche findet: „Was tun Sie gegen das Bienensterben?“ Und natürlich überlegt auch die Prominenz, sich „einen Bienenstock anzulegen“ (Sebastian Bezzel) oder „in diesem Jahr noch ein Bienenhotel anzuschaffen“ (Barbara Schöneberger). Carolin Kebekus’ schlichte Antwort („Ich esse viel Honig“) hingegen kontrastiert mit der von August Wittgenstein, welcher sagt: „Ich glaube, ich kann nicht so viel für sie tun. Sollte ich weniger Honig essen?“ Und hier fällt uns auf, dass wir so viel dann doch nicht über die Bienen wissen. Sollten wir alle ganz viel Honig essen, damit sie fit und in Bewegung bleiben? Oder lieber gar keinen, damit sie sich drohnenmäßig aufs faule Chitin legen können?

          Ein Rapper als Prediger? Kanye West veranstaltet neuerdings bei sich zuhause Gottesdienste, die sich großer Beliebtheit erfreuen.

          Unermüdlich zeigt sich jedenfalls Dieter Bohlen, der eine Reihe von Konzerten bestreiten wird, die in „Bild“ angekündigt worden waren als Comeback von Modern Talking, obschon Bohlen auf die Mitwirkung von Thomas Anders verzichtet und konsequenterweise eigentlich entweder nur als Modern oder nur als Talking auftreten dürfte. „Natürlich werde ich nicht jeden Ton treffen“, verspricht er jetzt schon und sagt: „Ich habe die größten Probleme immer mit den Scheiß-Texten.“ Wir haben ja das viel größere Problem mit seiner Musik, die er aber, weil ohnehin alles stets gleich klingt, nicht so leicht vergessen kann.

          Musikerkollege Kanye West dagegen hat das Genre gewechselt: Er „veranstaltet neuerdings zu Hause Gottesdienste“, meldet „Gala“. „Hollywood-Stars reißen sich um die Einladungen.“ Offen bleibt, ob es sich um monotheistische Veranstaltungen handelt oder ob dort neben Kanye West auch noch anderen Göttern gehuldigt wird.

          Gott sei Dank, es geht ihm gut

          So oder so ließen sich solcherart vermutlich auch unsere heimischen Kirchen wieder füllen: Durch Gottesdienste mit Helene Fischer oder, wenn’s denn unbedingt sein muss, Dieter Bohlen. Kandidat Nummer eins wäre selbstverständlich ein anderer, dem „Freizeitrevue“ eine Titelzeile widmet: „Tränen um Karel Gott – Er hinterlässt seinen Kindern ein bewegendes Geschenk“. Anders als suggeriert, ist Gott gottlob nicht tot, und das besondere Geschenk ist vor allem für Enkelin Charlotte gedacht: Er wolle „ein weiteres, womöglich letztes Duett mit seinem Engel“ singen. Beim Gedanken an ein Duett von Gott und Engel wird uns dann wieder ganz metaphysisch zumute.

          Gesund und munter: Entgegen einer „Freizeitrevue“-Schlagzeile ist Schlagersänger Karel Gott wohlauf.

          Einem Modegott huldigt die Marke Chatelles, die, so „Bunte“, einen „Lagerfeld-Gedächtnis-Schuh“ hergestellt hat, einen Damen-Slipper „mit typischer schwarzer Oversize-Schleife“. Also, uns wäre bei einem Lagerfeld-Schuh nicht zuerst einer mit Schleife eingefallen, sondern einer mit Pferdeschwanz oder mit Sonnenbrille oder einer, der bei jedem Auftritt einen bissigen Kommentar abgibt.

          Ganz schön bissig finden wir auch, was Cordula Stratmann über einen Jugendfreund ihrer älteren Brüder sagt. Von „Frau im Spiegel“ befragt, ob sie mal in deren Kumpels verknallt war, antwortet sie: „Und wie! Im Alter von acht bis zwölf in Manfred.“ Und fügt hinzu: „Mir ist damals nicht aufgefallen, was für ein schlimmer Name das ist.“ Ganz schön gemein, Frau Stratmann! Und auch ziemlich mutig, wenn man selbst Cordula heißt.

          Wo die Liebe zu finden ist

          Wie ihre Tochter dank eines Ägypten-Urlaubs zu ihrem Namen kam, erzählt Moderatorin Britt Hagedorn im „Neuen Blatt“: „Im Robinson Club Soma Bay habe ich dann meinen Mann kennengelernt. Es hat direkt eingeschlagen wie ein Komet. Dementsprechend haben wir unsere Tochter auch ,Soma‘ genannt.“ Wäre das erste Kind ein Sohn geworden, hätten sie es vermutlich Robinson getauft.

          Man muss jedoch nicht immer in die Ferne schweifen: „Es gibt viele Gelegenheiten, die Liebe zu finden“, sagt Marika Kilius dem „Echo der Frau“. „Beispielsweise in der U-Bahn. Dort wurde ich schon mehrmals von sehr netten jungen Männern angesprochen.“ Stimmt, das wurden wir auch schon oft. Und sie haben tatsächlich ganz lieb gelächelt, nachdem wir ihnen den gewünschten Euro überreicht hatten.

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