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Herzblatt-Geschichten : Das ist nicht mein Ehemann

Moderatorin Barbara Schöneberger hat einen Mann. Nur die „Woche der Frau“ fand einen falschen. Bild: dpa

Von falschen Gatten und namenlosen Ehefrauen. In den Klatschblättern der Republik gab es diese Woche allerlei Namen-Wirr-War.

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          Zu beklagen ist ein für die Klatschpresse großes Ärgernis: Immer wieder bemühen sich Prominente, Privates vor der Öffentlichkeit geheimzuhalten. Sie verschweigen, dass sie einen Partner haben, sie verstecken ihren Nachwuchs, alles mit Verweis auf ihre gesetzlich geschützte Privatsphäre. Aus Sicht der Yellow Press und ihrer Leser ist das total egoistisch, schließlich sehen doch alle gern Fotos von süßen kleinen Kindern und sind begierig darauf, zu erfahren, mit wem der Star zusammen ist – allein schon, damit man dann gehässig feststellen kann, dass die beiden ja wohl gar nicht zusammenpassen.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Einzig der Abschottungspolitik gewisser Prominenter ist es dann auch geschuldet, dass Woche der Frau in der aktuellen Ausgabe eine Gegendarstellung abdrucken muss. Sie umrahmt das Foto eines mit Krawatte und Blume im Knopfloch ausgestatteten Herrn mit schütterem Haar, der allerdings nicht ihr Urheber ist. Wir zitieren: „In Woche der Frau vom 17.2.2016 wird auf Seite 11 in einem Artikel mit der Überschrift ,Barbara Schöneberger Liebeskrise?‘ das nachfolgend wiedergegebene Bildnis veröffentlicht“, erfahren wir. „In der Bildinnenschrift hierzu wird behauptet, es handele sich bei der abgebildeten Person um meinen Ehemann. Hierzu stelle ich fest: Das ist nicht mein Ehemann. Berlin, 22. Februar 2016. Barbara Schöneberger.“ Woche der Frau setzt noch hinzu: „Frau Schöneberger hat recht. Die Redaktion.“

          Viel lieber hätte Woche der Frau sicher geschrieben: „Sie hat unrecht. Der Kerl ist doch ihr Ehemann“ – aber man darf davon ausgehen, dass sich Barbara Schöneberger in diesem Punkt nicht irrt; sie ist schlicht und ergreifend näher an der Sache dran. Unter diesen Umständen erklärt sich natürlich auch, dass zwischen ihr und dem Herrn eine Liebeskrise herrscht, womöglich kennen die beiden einander ja gar nicht. Wo, bitte, soll dann die Liebe herkommen?

          So oder so ist an dem Theater nur ein Mensch schuld: Barbara Schöneberger. Ihren echten Mann hält sie nämlich konsequent aus den Medien heraus, zerrt ihn nicht vor die Kamera und schleift ihn über keinen roten Teppich – und da kann Woche der Frau natürlich nicht wissen, wie er aussieht, wenn sie einfach mal ein Foto zeigen möchte. Eine große Gemeinheit! Eine andere Frage, die uns brennend interessiert: Wer mag nun der Herr sein, der die zweifelhafte Ehre hatte, gleich zweimal in Woche der Frau aufzutauchen? Vielleicht setzt ja auch er noch eine Gegendarstellung durch („Ich stelle fest: Ich bin nicht der Ehemann von Barbara Schöneberger“), dann erfahren wir endlich seinen Namen.

          Gerard Butler hat ein Herz für alle

          Ziemlich fies finden wir auch, wie die Deutschen ihrer Kanzlerin mal wieder eins mitgeben. Und zwar im Rahmen einer von Bild publizierten Umfrage, wen das Volk gern auf den Euro-Scheinen sehen würde: Einstein auf dem Hunderter, zudem Willy Brandt, Udo Jürgens (einen Österreicher!), Loriot – und schließlich Angela Merkel. Auf dem Fünfer, dem kleinsten Schein, was schon beleidigend ist. Viel schlimmer aber ist, dass auf Banknoten nur Persönlichkeiten abgebildet sein dürfen, die nicht mehr unter uns weilen. Soll das bedeuten, dass die Deutschen ihrer Kanzlerin Schlechtes wünschen?

          Nicht ganz so sympathisch war offenbar der selige Rudi Carrell, jedenfalls wenn man seiner Tochter Caroline Kesselaar glaubt. Ihr Vater, schreibt sie in einem Buch, aus dem Bunte zitiert, habe sich nur für seinen Job interessiert und habe zum Beispiel während des Familienurlaubs darauf bestanden, in eine Touristenhochburg zu fahren: „Ich brauche Applaus! Fahren wir nach Alessio.“ Ganz anders gestrickt scheint Schauspieler Gerard Butler, der dem Playboy anvertraut, auch im Privaten heldenhafte Züge zu zeigen: Für seine Freundin etwa „würde ich sicher mein Leben riskieren. Natürlich auch für meine Mutter, meinen Bruder, meine Schwester. Oder für Freunde.“ Und was, Butler, ist mit Tante, Onkel, Schwippschwager und der netten Frau aus der Reinigung? Bedeuten die Ihnen denn gar nichts?

          Familienzuwachs hat es bekanntlich in Schweden bei Prinzessin Victoria gegeben. „Ihr süßer Prinz ist da!“, titelt Frau im Spiegel. „Nur ein Anruf aus München trübte den Tag des Glücks.“ Der dort lebende Mann der Schwester von König Carl Gustaf nämlich ist gestorben. Und wir hatten schon gedacht, Horst Seehofer habe durchgeklingelt – oder Frau im Spiegel wegen eines Interviews angefragt.

          Getrübtes Glück suggeriert Freizeitwoche auch bei Jörg Pilawa: „Erwischt! Liebesabenteuer im Luxus-Hotel – Was das für seine Ehe bedeutet“, titelt sie. Ist aber halb so wild: Bei der Dame, mit der der Moderator „harmonisch und sooo verliebt“ in einem Hamburger Hotel „erwischt“ wurde, handelt es sich, lesen wir, „um (43), Pilawas Ehefrau“. Bei allem Stolz auf ihre raffiniert konstruierte Titelstory hat Freizeitwoche glatt vergessen, den Namen von Pilawas Gattin hinzuschreiben. Könnte natürlich auch Absicht gewesen sein: Vielleicht war sie sich doch nicht ganz sicher und wollte keine Gegendarstellung riskieren.

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