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Herzblatt-Geschichten : Der Freak hinter der Maske

Da war er noch bei DSDS: Dieter Bohlen 2017 bei einer Aufzeichnung Bild: dpa

Sollten Kanzerkandidaten-Kandidaten aufeinander schießen? Bläst Bohlen zur Revolution? Und wie funktioniert Flirten im Supermarkt? Die Herzblatt-Geschichten.

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          Zum Glück übernimmt nicht jeder hiesige Prominente die Marotte amerikanischer Stars, ihren Kindern exzentrische, nie gehörte Namen zu geben. Das Töchterchen von Alec Völkel zum Beispiel, Musiker bei The BossHoss, trägt einen deutschen, traditionsbehafteten Namen: Rosenrot. Diesen Vorschlag von Rosenrots Bruder Charlie haben laut Bild die Eltern eigens durch ein Gutachten der Gesellschaft für deutsche Sprache absegnen lassen. Im Fundus der Brüder Grimm zählt Rosenrot fraglos zu den klangvolleren Namen; für künftige Geschwister allerdings hoffen wir, dass sie nicht Aschenputtel, Pechmarie oder Rumpelstilzchen getauft werden.

          Jörg Thomann
          (jöt), Leben

          Weltstarnachwuchs anderer Weiten muss schon froh sein, wenn sein Name lediglich geographischen Ursprungs ist. Paris Jackson etwa, die, wie In reportiert, von der anspruchsvollen Erziehung durch Vater Michael berichtet hat: „Wenn wir fünf Spielzeuge haben wollten, mussten wir fünf Bücher lesen. Es geht darum, es sich zu verdienen.“ Und wenn die Kinder Bücher lesen wollten: Mussten sie dann vorher erst viele Stunden lang spielen?

          Schmuck mit Blinddarm

          Oder Brooklyn Beckham. Über ihn und seine Verlobte Nicola Peltz schreibt Gala: „Als Zeichen ihrer Liebe schenkten sie sich jüngst sehr spezielle Schmuckstücke. Sie trägt seinen, er trägt ihren Weisheitszahn um den Hals.“ Wir finden das eigentlich süß, angesichts der Jugend des Paares hätten es eigentlich auch Milchzähne sein können. Peltz und Beckham setzen die Tradition der einstigen Ehepartner Angelina Jolie und Billy Bob Thornton fort, die das Blut des jeweils anderen in Ketten um den Hals getragen haben sollen. Und körperbewussten Menschen bieten sich noch etliche weitere Möglichkeiten, um den Liebsten oder jedenfalls Teile von ihm stets nah bei sich zu haben, man denke nur an Schmuck mit Blinddarm, Zehennägeln oder einem Büschel Brusthaar.

          Nur metaphorisch bis aufs Blut bekriegen sich potentielle Kanzlerkandidaten, was Franz Josef Wagner in der Bild-Zeitung zu bedauern scheint: „Heute verletzen Worte. Es ist ein Duell, das brutaler ist als das Duell früher mit Degen und Pistolen.“ Da würden wir ihm durchaus widersprechen wollen. Wobei ein klassischer Zweikampf mit Degen oder Pistole für den siegreichen Politiker gewiss den Vorteil hätte, dass unterlegene Gegner nicht nach Jahren immer wieder aus der Versenkung auftauchen, doch wir persönlich wünschen auch Friedrich Merz noch ein langes Leben.

          Tausend Türen öffnen sich

          Erst mal weg vom Fenster ist, was uns nicht zu sehr betrübt, Dieter Bohlen, der seinen abrupten Abschied von RTL laut In damit erklärt, dass der Sender „familienfreundlicher“ werden wolle: „Da hat ein Revoluzzer wie ich nichts mehr zu suchen.“ Mensch, Bohlen: Wollen Sie nach dem Musikgeschmack der Deutschen nun auch noch unseren Revolutionsbegriff ruinieren? Unter Revoluzzertum stellen wir uns was anderes vor, als sich bald zwanzig Jahre auf einem Thron zu fläzen und andere runterzumachen. „Ihr wisst ja, es öffnen sich tausend neue Türen, wenn eine wieder zugeht“, hat Bohlen In zufolge noch gedroht, und auch das ist typisch: Muss sich der gewöhnliche Mensch mit einer neuen Tür begnügen, öffnen sich für Bohlen tausend. Hoffen wir, dass ihm das eine möglichst langwierige Entscheidung beschert, welche er am Ende durchschreiten wird.

          Mit offenen Augen ins überflutete Bad: Diane von Fürstenberg
          Mit offenen Augen ins überflutete Bad: Diane von Fürstenberg : Bild: Reuters

          Ein würdigeres Vorbild ist Designerin Diane von Fürstenberg, die in Gala rät: „Was auch immer dein Lebensweg mit sich bringt – übernimm Verantwortung und mach das Beste daraus. Egal, ob es eine Krankheitsdiagnose ist, ein überflutetes Badezimmer oder ein untreuer Partner. Nimm die Herausforderung an und verschließe nicht die Augen davor.“ Vor einem überfluteten Badezimmer die Augen zu verschließen dürfte auch wenig helfen, wenn man schon nasse Füße hat. Wie aber soll man daraus das Beste machen – durch eine spontane Poolparty? Aus einem untreuen Partner hingegen kann man mit Glück eine lukrative Scheidung machen.

          Sich erst einmal wieder verlieben möchte der „Polizeiruf“-Schauspieler Andreas Guenther, der in Bunte beichtet: „Wenn mir eine Frau wirklich gefällt, bin ich nach wie vor schüchtern und total verpeilt.“ Bei seinem letzten Date, berichtet er, „war ich so nervös, dass ich eine Unebenheit auf der Straße übersehen habe. Mich hat’s ordentlich zerlegt, und ich kam mit zerrissener Jeans, blutendem Knie und völlig zerzaust bei meiner Verabredung an.“ Immerhin habe er sich so „plötzlich keinen Kopf mehr gemacht. Sie lächelte, versorgte mich mit Pflaster und Zuspruch, und es wurde ein superschöner Abend.“ Das Ganze zur Methode zu machen ist gleichwohl nicht zu empfehlen, dazu ist es zu schmerzhaft und sind Jeans zu teuer.

          Ein anderer Weg hat sich für Guen­ther als fruchtlos erwiesen: „Ich habe neulich im Supermarkt an der Kasse eine Frau gefragt, ob sie abends zu mir zum Essen kommen möchte, ich würde was kochen. Klar hat sie mir sofort, aber charmant abgesagt, obwohl wir zuvor ein, zwei Blicke ausgetauscht haben“, erzählt er. Das muss aber, lieber Herr Guenther, gar nicht an Ihrer Person gelegen haben: Vielleicht hat die Dame nur die sechs Ravioli-Dosen in Ihrem Einkaufswagen gesehen.

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