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Herzblatt-Geschichten : Das ist doch die mit den Strapsen

Günther Klum vs. Straßenbau in Bergisch Gladbach: Nicht überliefert ist, was Heidi über die lebensgefährlichen Schlaglöcher in ihrer Heimatstadt sagt. Bild: dpa

Günther Klum entdeckt ein Herz für Motorradfahrer in Bergisch-Gladbach, ein Drogenboss hätte besser Mode machen sollen und der Trend bei alternden Herren geht zu langen Haaren in der Wohnung. Diese Woche in den Herzblättern.

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          Eine Frage an die Sänger Peter Maffay, H.P. Baxxter (Scooter), Olaf Henning und alle anderen Herren, die sich kürzlich eine mindestens 25 Jahre jüngere Freundin angelacht haben: Sind Sie sich wirklich sicher, worauf Sie sich eingelassen haben? Dass die Lebensweisen einer jungen Frau und eines älteren Herrn nicht in jeder Hinsicht kompatibel sein müssen, beweist ein Blick ins Neue Blatt, wo der Schauspieler Florian Fitz (48) über seine 23 Jahre junge Freundin erzählt: „Ich mag es nicht, wenn etwa Schuhe überall rumliegen. Daher ist es ganz gut, dass sie ihre eigene Wohnung hat. Mich stören auch die langen blonden Haare überall.“

          Jörg Thomann
          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Sollte es sich also, werte Herren, bei Ihrer Eroberung um keine Barfußläuferin mit Bubikopf handeln, dann stellen Sie sich besser darauf ein, permanent für sie aufräumen und mit dem Handstaubsauger ihr hinterherrennen zu müssen. Die Warnung gilt auch dem Unternehmer Frank Otto (58), der nach bislang unbestätigten Angaben der Dschungelcamp-Teilnehmerin Nathalie Volk (19) ihr aktueller Freund ist – wobei Nathxaalie keine blonden, sondern dunkle Haare hat. Und die sieht man ja sogar noch mehr.

          Phil Collins macht Miese

          Ebenfalls zarte 19 ist Maria Olympia von Griechenland, die ein australisches Klatschblatt zur Neuen von Prinz Harry ernannt hat. „Ganz England steht Kopf! Jaaa! Neue Liebe für Prinz Harry“, titelt prompt Die Aktuelle, und auch Das goldene Blatt berichtet: „Ganz England hält den Atem an!“ Das Bild eines kopfstehenden, nicht atmenden England lässt uns seither nicht los. Das neue Blatt schert sich nicht darum, was ganz England tut, nimmt sich der Sache aber auch an: „Netter Versuch! Jetzt wollen ihn alle mit einer Prinzessin verkuppeln.“ Wer sich nun wundert, warum ausgerechnet ein Klatschheft aus einer Story die Luft rausnimmt, statt freudig mit zu spekulieren, der braucht nur weiterzulesen: Die Geschichte scheine „ein Versuch zu sein, Harry und Pippa auseinanderzubringen“. Und klar, wir erinnern uns: Das neue Blatt versucht ja seit einiger Zeit, uns Kates Schwester als Harrys Herzensdame zu verkaufen. Da kollidieren schlicht zwei Yellow-Press-Narrative.

          Gekracht hat es auch zwischen Günther Klum, Heidis Papa, und der Stadt Bergisch Gladbach, die er verklagt hat, nachdem er mit seinem Auto in ein Schlagloch fuhr; nun möchte er die Reparaturkosten in Höhe von 741,94 Euro erstattet haben. Man stelle sich nur vor, so Klum zur Bild-Zeitung, was hätte passieren können, wenn nicht er mit seinem Wagen, sondern „ein ungeübter, junger Motorradfahrer in vollem Tempo“ übers Loch gebrettert wäre. Da fragen wir uns: Wenn ihm andere so am Herzen liegen, warum will er dann das Geld für sich erstattet bekommen? Oder will er es aufheben für den armen Motorradfahrer?

          Kassenschlager: Sean Penn mit dem mexikanischen Drogenboss Joaquin „El Chapo“ Guzmán und seinem mittlerweile ausverkauften Prachtexemplar von einem bunten Hemd Bilderstrecke
          Kassenschlager: Sean Penn mit dem mexikanischen Drogenboss Joaquin „El Chapo“ Guzmán und seinem mittlerweile ausverkauften Prachtexemplar von einem bunten Hemd :

          Wesentlich höhere Verluste musste Phil Collins verbuchen, der wieder mit seiner Ex-Frau zusammenlebt. Nicht deshalb jedoch erklärt ihn Bild zum „Verlierer des Tages“, sondern weil Collins die Scheidung von der Dame „fast 33 Millionen Euro gekostet“ habe. Doch die wird sie jetzt doch sicherlich komplett zurückzahlen.

          Harald Krassnitzer weiß zu wenig über Kindergeburtstage

          Verkalkuliert hat sich auch der mexikanische Drogenboss Joaquín Guzmán, der kurz vor seiner Verhaftung neben dem Schauspieler Sean Penn in einem äußerst farbenfrohen Hemd posierte – welches inzwischen, wie Bunte weiß, trotz seines stolzen Preises von 128 Dollar ausverkauft ist. Wäre Guzmán von Anfang an in die Modebranche gegangen, hätte er sich den ganzen Mist mit dem Koks und dem Knast sparen können. Er wäre dann gewiss ein würdiger Konkurrent von Designern wie Harald Glööckler und Guido Maria Kretschmer geworden, welche sich ein vom Neuen Blatt dokumentiertes Scharmützel liefern: „Ich glaube kaum, dass seine Tapeten so glamourös sind wie meine!“ (Glööckler) – „Ich denke eben nicht, dass ich die Reinkarnation eines Königs bin!“ (Kretschmer) – „Er sagte, ich sei in erster Linie schwul und in zweiter Linie Designer. Während er in erster Linie Designer und dann homosexuell sei.“ (Glööckler).

          Wir hingegen sind Kolumnenschreiber, kurzsichtig, heterosexuell und Rechtshänder, wissen aber nicht genau, was davon in erster und was in letzter Linie. Wir sind übrigens auch Vater, und als solcher schütteln wir den Kopf über das, was Schauspieler Harald Krassnitzer dem Echo der Frau sagt: „Meine Frau und ich haben Konflikte noch nie gescheut. Das Leben ist nicht immer nur ein Kindergeburtstag.“ Haben Sie, Krassnitzer, je einen Kindergeburtstag ausgerichtet? Wissen Sie, was für Konflikte da entstehen können? Ein Leben, das immerzu ein Kindergeburtstag wäre – der reinste Albtraum.

          Roberto Blanco spricht sieben Sprachen gleichzeitig

          Einen Erwachsenengeburtstag gefeiert, und zwar ihren fünfzigsten, hat Andrea Berg, die mit Bunte über ihre seit jeher gewagten Bühnen-Outfits spricht: „Zu meiner Vergangenheit stehe ich. Fragen Sie mal irgendeinen Menschen in Deutschland, wer Andrea Berg ist. Er muss auch gar kein Schlager-Fan sein. Ich bin mir sicher, fast jeder antwortet: ,Das ist doch die mit den Netzstrümpfen und den Strapsen.‘“ Respekt: Nicht jedem von uns ist es vergönnt, so etwas Bleibendes geschaffen zu haben.

          Wen wir auch unterschätzt haben, das ist ein Kollege Andrea Bergs, über den Die Aktuelle enthüllt: „7 Sprachen spricht Roberto Blanco, 78: Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Französisch, Englisch, Arabisch und Deutsch.“ Der kleine Haken an der Sache: Blanco spricht sie immer alle gleichzeitig.

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