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Herzblatt-Geschichten : Ich bin manchmal niedlich verpeilt

Mag er mich, oder sucht er das Licht? Cora Schumacher lässt sich verkuppeln Bild: dpa

Cora Schumacher sucht einen Mann, Saskia Esken meistert tapfer ihren Dialekt, Juan Carlos sorgt sich um sein Image: Dies und mehr in den Herzblatt-Geschichten.

          3 Min.

          Wäre mal interessant herauszufinden, was es psychologisch mit uns macht, in der Klatschpresse ständig über Leute zu lesen, denen es deutlich besser geht als uns – jedenfalls in finanzieller Hinsicht. Nehmen wir Prinz Harry, dessen trauriges Schicksal, sich fern und unverstanden von der Familie ein neues Leben aufbauen zu müssen, uns schon zu barmen begann. Nun aber informiert uns Bild, dass Harry und seine Meghan sich für 12,4 Millionen Euro eine Villa in Santa Barbara zugelegt haben: neun Schlafzimmer, 16 Badezimmer, eigenes Kino, eigenes Billard- und Spielezimmer.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Bevor allerdings unser Mitgefühl in massiven Sozialneid umzuschlagen droht, führen wir uns vor Augen, welcher Stress die jungen Eltern erwartet, wenn sie hinter Klein-Archie herwetzen oder mit ihm Versteck spielen müssen. Immerzu die Sorge, das Kerlchen erst nach Stunden wiederzufinden, furchtbar.

          Gut, dafür könnte Harry seiner Meghan einfach mal so die Hermès Himalaya Birkin schenken, welche laut Bunte mit 250.000 Euro die teuerste Handtasche der Welt ist: „Sie besteht u.a. aus handgefertigtem Krokodil-Leder, 245 Diamanten und 100 g Weißgold.“ Irritierend daran finden wir, dass unseres Wissens die Krokodilpopulation im Himalaja recht mager ist. Eine authentische Himalaja-Handtasche müsste eigentlich aus handgefertigtem Yeti-Leder sein, aber damit würde das Ding nochmal teurer.

          Geldkoffer und Geliebte

          Für den einst mit Millionen hantierenden Exkönig Juan Carlos wäre es jedoch erschwinglich gewesen, und der passionierte Elefantenjäger hätte auch kein Problem damit, wenn für die Fabrikation ein paar Yetis geschossen würden. Gelegentliche Zweifel indes übermannen anscheinend selbst ihn. Gala jedenfalls kolportiert ein Zitat, demzufolge Juan Carlos sich beklagt haben soll: „Die Menschen unter vierzig werden sich an mich erinnern als den Mann mit der Geliebten, dem Elefanten und dem Geldkoffer.“ Für einen König eine bittere Bilanz, für Normalsterbliche aber gar nicht so übel: Da wären nicht wenige höchst zufrieden, wenn sie über eine Geliebte und einen Geldkoffer verfügten. Einzig der Elefant wäre etwas unpraktisch.

          Wo wir schon bei Tieren sind: Schönen Dank, Das neue Blatt, dass du uns auf zwei Seiten aufzählst, was aus den Darstellern des Neunziger-Jahre-Klassikers „Kommissar Rex“ geworden ist – und uns ausgerechnet das Schicksal des größten Stars verschweigst, das von Rex selbst. Fristet er ein freud- und zahnloses Dasein im Hundeasyl? Hat man ihm noch mal eine würdige Altersrolle beschert? Steht er ausgestopft in irgendeinem Polizeimuseum?

          Lederjacke trägt er schon: Wer gibt Alexander Klaws einen Job als Bad Boy?
          Lederjacke trägt er schon: Wer gibt Alexander Klaws einen Job als Bad Boy? : Bild: dpa

          Sein Kollege Alexander Klaws kündigt derweil in Bild an, nicht immer nur „den Prinzen“ geben zu wollen. „Jetzt möchte ich auch mal die erwachseneren Rollen spielen. Vielleicht mal einen Bad Boy.“ Mensch, Klaws, das wäre dann doch wieder ein Junge! Peilen Sie doch besser gleich den Bad Man an. Ob wohl auch Kommissar Rex davon träumte, statt des ewigen Sauberhunds auch mal den Bad Dog zu spielen, beispielsweise einen Wolf?

          Wer ist die „Fame Bitch“?

          Ins Fernsehen zieht es auch die frühere Rennfahrer-Ehefrau Cora Schumacher, die sich „manchmal niedlich verpeilt“ nennt: Sie sucht dort den Mann fürs Leben. Gala teilt sie mit, wo da ihre Schwierigkeiten liegen: „Mag der Mann wirklich mich als Mensch, oder ist er einfach eine ,fame bitch‘, sucht er nur einen Weg ins Rampenlicht? In einem TV-Format ist das für mich eher offen, ehrlich und unverfälscht.“ Stimmt: Da ist von vornherein völlig klar, dass wirklich jeder der Kandidaten eine „fame bitch“ ist.

          Meistert gleich mehrere Handicaps: Saskia Esken.
          Meistert gleich mehrere Handicaps: Saskia Esken. : Bild: dpa

          Als solche würde man Olaf Scholz gewiss nie bezeichnen, über den seine Parteichefin Saskia Esken im Bunte-Gespräch sagt: „Olaf hat den Kanzler-Wumms.“ Wünschen wir ihm, dass es bei der Wahl keinen zu harten Aufprall gibt. Esken wiederum verrät im Interview, wie Bunte ankündigt, „woher sie ihre Kraft nimmt und wie sie ihr Handicap meistert“. Dass sie, außer vielleicht ihrer SPD-Mitgliedschaft, ein Handicap hat, wussten wir gar nicht; um welches es sich handelt, verrät Bunte anscheinend mit der Frage: „Ist der schwäbische Dialekt ein Handicap?“ – „Ich mag ihn. Ich könnte ihn wegtrainieren, will es aber nicht“, antwortet Esken. Das ist erfreulich, dass sie ihr Handicap, den schwäbischen Dialekt, so gut meistert, denken wir uns da. Ein paar Fragen später stellt sich aber heraus, dass Bunte mit dem Handicap in Wahrheit wohl doch nicht Eskens Sprachfärbung meint, sondern dass sie auf einem Ohr nichts hört. Das meistert sie wohl aber auch gut.

          Wie lange die Harmonie in der SPD wohl anhält? Dass nichts von Ewigkeit ist, weiß Carmen Geiss, die im Neuen Blatt über sich und ihren Robert schreibt: „Wir lieben uns sehr, aber ich bin ja noch nicht tot, vielleicht sind wir irgendwann doch nochmal auseinander.“ Während alle, die zusammenbleiben, offensichtlich tot sind? Noch interessanter finden wir einen anderen Satz von Geiss: „Natürlich wirst du nicht von heute auf morgen Millionär, sondern schleichend, das kriegst du gar nicht mit.“ Jetzt sind wir ganz aufgeregt und müssen dringend mal die Bank anrufen: Womöglich sind auch wir, ohne dass wir es mitgekriegt hätten, längst Millionär geworden.

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