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Herzblatt-Geschichten : Und dann wird weiter gezofft

Nach einer Runde an der frischen Luft wird einfach weitergezofft im Hause Kramer-Krassnitzer. Bild: dpa

Dschungel-Kandidat Häßler will eigentlich gar nicht Dschungelkönig werden und Trump wirkt gegenüber Krassnitzer harmoniesüchtig, Prinz Harry und Freundin Meghan geraten in die erste Krise, berichtet die kenntnisreiche Boulevardpresse.

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          Es ist ja richtig, dass uns allen gerade nach ein wenig Eskapismus zumute ist, aber Das goldene Blatt übertreibt es jetzt doch. „Maxima und Willem-Alexander – Baby-Glück zum Hochzeitstag“, „Kate & William – Hurra! Ein süßes Töchterchen“, „Charlene & Albert – Ganz Monaco hofft auf: Ein Baby“ – gleich dreimal royaler Nachwuchs auf dem Titelblatt, und weiter hinten kommen noch mehr Kinder hinzu.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Auch Norwegens Mette-Marit könnte demnach „als werdende Mutter den Thron besteigen“, während Dänemarks Mary mit ihren 45 Jahren wieder Zwillinge bekommen soll: „Angeblich wurden die Handwerker für zwei neue Kinderzimmer schon bestellt.“ Sechs Babys für fünf Königsfamilien in einer Ausgabe: Da hat sich Das goldene Blatt aber einer ordentlichen Hormonbehandlung unterzogen.

          Adelsroman mit Kate in der Hauptrolle

          Während Maxima einen Jungen bekommt, weil ihr Gatte ihr einen „blauen Anhänger für ihr Glücks-Armband“ schenken will, kriegt Kate ein Mädchen, da die Bauarbeiter „angeblich nur rosa Tapetenrollen“ ins Schloss trugen.

          Schwanger ist Kate auch in der Neuen Post, die einen kleinen Adelsroman schreibt: „Als vergangene Woche die Glocken der Westminster-Abtei aus Anlass von Herzogin Kates 35. Geburtstag läuteten, konnte sich Butler Winston (73) im Kensington-Palast ein mildes Lächeln nicht verkneifen. ,Das ist ja ausgesprochen passend. Aber das schönste Geschenk hat sie sich selbst gemacht‘, sagte er nur. Mehr ließ seine royale Diskretion nicht zu.“ Allerliebst, Neue Post, auch wenn wir es traurig finden, dass der arme Winston (73) als Butler offenbar so viele Dienstjahre schuften muss wie sonst nur Kollege James aus „Dinner for One“.

          Royaler Drogenkonsum und schauspielerische Spitzenleistungen

          Keine guten Nachrichten gibt es für Prinz Harry und seine Meghan, deren Halbbruder alkoholisiert mit Pistole auf seine Freundin losging. Wie es nun weitergeht, liegt laut In allein in Harrys Hand: „So war es schließlich auch bei Bruder William (34). Als Kates (35) Onkel öffentlich Drogen nahm, stand er hinter ihr – und die Queen war davon schwer beeindruckt.“ Wie bitte, Kates Onkel stand direkt hinter ihr, als er Drogen nahm? Und die Queen fand das toll? Haben sie womöglich zu dritt einen durchgezogen?

          Standortfragen beschäftigen auch Frau im Spiegel, die über Manuel Neuers Verlobung mit seiner Freundin schreibt: „Er steht im Tor – und sie dahinter.“ Müssen wir beim nächsten Spiel mal darauf achten, ob wir sie entdecken. Zweischneidig finden wir, dass Frau im Spiegel Neuer als „weltoffen“ lobt, denn das sollte ein Torhüter ja gerade nicht sein. Neuer selbst schließt eine Filmkarriere nicht aus und sagt: „Ich bin breit aufgestellt“ – eine durchaus missverständliche Aussage, aus der böswillige Medien glatt eine Schlagzeile stricken könnten: „Neuer auch mit Vollrausch auf dem Platz.“

          Im Dschungel über sich hinauswachsen

          Wie es Thomas Häßler ins Dschungelcamp verschlagen konnte, erklärt uns Bunte: Ehefrau Anke wollte es so. „Ich halte den Dschungel für eine Herausforderung. Man wächst an seinen Aufgaben“, sagt sie, obwohl der arme Häßler auch nach einer guten Woche in der Wildnis nicht mehr als nur 1,66 Meter misst.

          Will die Dschungelkrone vielleicht gar nicht: Thomas Häßler.

          „Dschungelkönig möchte er dennoch nicht werden“, erzählt sie weiter. „Das wäre das Schlimmste für ihn. Immer so genannt zu werden.“ Dann drücken wir die Daumen, dass es mit der Niederlage klappt. Notfalls muss sich Häßler einfach selbst auswechseln, und wer weiß: Vielleicht wächst man ja auch mit seinem Aufgeben.

          Diskussionen über Disney-Figuren

          Wer schon immer wissen wollte, wie es bei einem anderen Traumpaar, dessen Ehe leider nur kurz hielt, im Schlafzimmer zuging, der erfährt es dank Bild. Angesichts eines Kandidaten namens Lupo habe Dieter Bohlen bei „Deutschland sucht den Superstar“ erzählt: „Lupo – der ist doch aus Micky Maus. Ich hab mich ja nächtelang mit der Feldbusch darüber gestritten, was Goofy für ein Tier ist. Ich hab immer gesagt: ein Hund. Aber die Feldbusch meinte, der sei was anderes.“

          Wir sind da ja auf Veronas Seite, denn wir haben noch nie einen Hund gesehen, der so komische Schuhe trägt. Außerdem, Bohlen, ist Lupo nicht aus „Micky Maus“, sondern aus „Fix & Foxi“, dem Comic mit den zwei, äh, Bisamratten.

          Kein Streit-Ende in Sicht im Hause Krassnitzer

          Übers Streiten mit der Ehefrau spricht Das neue Blatt auch mit Schauspieler Harald Krassnitzer. „Standen Sie noch nie mit gepackten Koffern in der Tür?“ – „Nein, das finde ich so kitschig. Ich gehe schon mal ums Haus, aber nicht mit gepackten Koffern.“ – „Und kommen mit klarem Kopf wieder ins Haus...“ – „Und dann wird weiter gezofft!“

          Hm, kann es sein, dass Krassnitzer das Prinzip des Ums-Haus-Gehen nicht kapiert hat? Sollte er sich ein größeres Haus zulegen, damit die Runde länger dauert? Auch von der Idee des Eine-Nacht-drüber-Schlafens hat er seine eigene Meinung, denn dann „durchdenkt man das Ganze und kann am nächsten Tag noch einmal nachlegen“. Da wirkt ein Trump im Vergleich geradezu versöhnlich.

          Doch halt, wir wollten ja der tristen Realität entfliehen, widmen wir uns also noch mal den Royals. Über Monacos Prinzessin dichtet Bunte: „Caroline trägt keine Kleider. Vielmehr erlaubt sie den Kleidern, von ihr getragen zu werden!“ Hach, wie schön. Und wie schade, dass wir selbst so was nicht hinkriegen. Angesichts unserer bescheidenen Garderobe haben wir nämlich ein paar schicken Anzügen und Hemden erlaubt, von uns getragen zu werden. Sie haben sich aber leider geweigert.

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