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Herzblatt-Geschichten : 13 Herzchen neben dem Foto

Zwei, die sich mögen: Der türkische Staatschef Erdogan durfte bei der Hochzeit des ehemaligen Nationalspielers Özil als Trauzeuge mitwirken. Bild: AFP

Der Sommer wartet auf mit Liebesgeschichten: Barbara Meier heiratet, Heidi Klum singt die Lieder ihres Liebsten, und Özil hat einen prominenten Trauzeugen. Die Herzblatt-Geschichten.

          Brautpaare allüberall auf den Herzblatt-Covern: „Hochzeits-Glück“ titelt Gala über „das Wochenende der großen Gefühle“ mit gleich drei Promi-Trauungen, „Märchenhochzeit“ schreibt Bunte über die Eheschließung Charlotte Casiraghis, ein „dreitägiges Fest mit großen Gefühlen und prachtvollem Luxus“.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Irgendetwas sagt uns, dass die am Freitagabend am Bosporus vollzogene Hochzeit Mesut Özils mit der Schauspielerin Amine Gülse nicht in vergleichbarer Weise gewürdigt werden wird, obgleich sie hierzulande ebenfalls für ganz, ganz große Gefühle sorgen dürfte, allerdings nicht für uneingeschränkt angenehme. Schuld daran ist vor allem ein Mann, dem sich der Bräutigam schon seit längerem verbunden zeigt und der nun tatsächlich als Trauzeuge mit von der Partei gewesen ist: Recep Tayyip Erdogan.

          Ein bisschen Regenwald als Gastgeschenk

          Nun kann Özil von uns aus einladen, wen er will, als nicht mehr aktiver Nationalspieler muss er sich vor der deutschen Öffentlichkeit nicht mehr rechtfertigen; wir selbst aber hätten zu unserer Hochzeit einen Erdogan gewiss nicht eingeladen. Uns behagt allein schon die Vorstellung nicht, mit ihm einen Junggesellenabschied feiern zu müssen, an dessen Ende die Hälfte der anwesenden Junggesellen tatsächlich spurlos verschwunden ist, oder einen Polterabend, bei dem neben allerlei Porzellan auch große Stücke der Verfassung mal wieder zu Bruch gegangen sind. Vor allem aber hätten wir Sorgen, dass der hohe Gast, wenn ihm die Feier nicht zusagt, die Hochzeit so oft wiederholen lässt, bis er mit dem Ergebnis endlich zufrieden ist – und wir womöglich mit einer Braut seiner Wahl dastünden. Und müsste nach einer Hochzeit mit Erdogan als Trauzeuge eigentlich auch eine Scheidung von ihm genehmigt werden?

          Durchweg Lob für ihre Hochzeit erfährt, jedenfalls in Gala, das Model Barbara Meier. Ihr ist das Kunststück einer Trauung gelungen, für die sie ein komplettes „Luxusrefugium auf einer Privatinsel“ in Venedig gemietet hat und die trotzdem von Gala als „so umweltbewusst wie möglich“ gepriesen wird: „Kein Feuerwerk, Barbaras Familie und Freunde kamen im Reisebus aus Bayern, und die spektakuläre Blumendeko besteht aus regionalen Pflanzen.“

          Heidi und Tom sind nicht nur verlobt, das Model kann auch den Uralt-Hit ihres Liebsten, „Durch den Monsun“, auswendig.

          Als Gastgeschenk schließlich erhielt „jeder zehn Hektar peruanischen Regenwald, der durch ein Zertifikat des WWF geschützt wird“ – eine Gabe, die manch Beschenktem durchaus Kopfzerbrechen bereiten könnte. Ein Paar beispielsweise, das sich schon über den ungemähten Rasen im Schrebergarten streitet, dürfte mit der Bewirtschaftung eines Regenwaldstückes endgültig überfordert sein: „Fährst du am Wochenende nach Peru, oder muss ich wieder fahren? Die Mangos sind längst überreif.“

          Greta Thunberg als Trauzeugin konnte offenbar nicht gewonnen werden, sie wäre über eine Aussage Meiers bezüglich ihrer Zukunftspläne aber auch gar nicht glücklich gewesen: „Mein großer Traum ist eine Weltreise“, hat die umweltbewusste Braut mitgeteilt. Hoffentlich geht das Ganze dann wenigstens wieder in einem Reisebus vonstatten.

          Heidi Klum singt sich durch den Monsun

          Eine schöne Reise, nämlich nach Cannes, hat auch Lena Gercke mit ihrem Freund gemacht und dazu ein schönes Bild auf Instagram gestellt; dazu, weiß Frau im Spiegel, „setzte sie gleich 13 Herzchen neben das Bild“. Es gibt sie noch, die aufregenden Jobs im Journalismus: Instagram-Herzchenzähler bei Frau im Spiegel. Und wehe, es sind beim nächsten Mal nur noch zwölf Herzchen, dann gibt es eine große Krisengeschichte! Auch Gala hat das Paar beobachtet und Protokoll geführt: „Ein Küsschen beim Mittagessen, ein Schmatzer beim Spazieren an der berühmten Hafenpromenade, ein Knutscher vor dem hochfrequentierten Eisstand.“ Wir halten fest: insgesamt drei Küsse, stimmt’s? Aber handelt es, Gala, bei Küsschen, Schmatzer und Knutscher um Intimkontakte unterschiedlicher Ausprägung, oder haben wir es hier mit zwanghafter Synonymisierung zu tun? Bussi!

          Auch eine reizvolle Aufgabe: Heidi Klum dabei zu beobachten, wie sie ihren Freund Tom Kaulitz beim Konzert beobachtet. „Zur Musik bewegt sie ihren Kopf von links nach rechts, nippt hin und wieder an ihrem Flaschenbier“, hält Gala für die Nachwelt fest. „Beim Tokio-Hotel-Hit ,Durch den Monsun‘ von 2005 (Tom war damals 15, Heidi 32) kann sie jedes Wort mitsingen. Toll!“ Na, man muss es nicht gleich übertreiben: Wir sind sogar noch zwei Jahre älter als Heidi Klum, und auch wir könnten die Kindermusik von vor zehn, 15 Jahren noch mitsingen, obschon die Texte teils noch eigenartiger waren als die von Tokio Hotel. Wir sagen nur: Aramsamsam, aramsamsam, guliguliguliguliguli ramsamsam.

          Kommen wir zum Abschluss zu einem ernsten Thema. Die „Brisant“ Moderatorin Susanne Klehn hat 2009 eine Hautkrebs-Erkrankung gottlob gut überstanden, und Bild meldet nun: „Eine Affäre rettete ihr das Leben“. Entdeckt nämlich „wurde der Krebs von einer heimlichen Affäre, die Klehn neben ihrem damaligen Partner hatte“. Die Moderatorin selbst berichtet: „In einer Liebessituation, als er mir über den Rücken streichelte, hat er ein Muttermal am Rücken entdeckt. Ich hätte das an der Stelle nie gesehen. Mein Lover hat mir quasi das Leben gerettet.“ Das ist erfreulich nicht nur für sie, sondern für alle vom Partner Ertappten, die ihren Seitensprung nun zur notwendigen Vorsorgemaßnahme erklären können. Schlimmstenfalls werden die Scheidungskosten von der Kasse getragen.

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