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Skagerrak : Eine Seeschlacht ohne Sieger

  • -Aktualisiert am

Übergang zu einer offensiveren Seekriegführung

Trotzdem drang die Grand Fleet gelegentlich in die Deutsche Bucht ein und fügte der Hochseeflotte einigen Schaden zu. Zaghafte deutsche Versuche, kleine Teile der Grand Fleet durch Beschießung von Küstenorten herauszulocken und zu vernichten, schlugen fehl. Als bei einem Vorstoß Anfang 1915 der Panzerkreuzer „Blücher“ verlorenging und andere Schiffe ramponiert wurden, zog des Kaisers Marineleitung es vor, dass die Schiffe in den Häfen langsam vor sich hin rosteten.

Der Wechsel in der Flottenführung im Frühjahr 1916 von Admiral Hugo Pohl zu Vizeadmiral Reinhard Scheer bedeutete den Übergang zu einer offensiveren Seekriegführung. Aktionen gegen die englische Küste und Störungen des Handelsverkehrs zwischen Norwegen und Schottland sollten Teile der Grand Fleet reizen. Diese Überlegungen lagen auch dem deutschen Vorgehen am 31. Mai zugrunde. Nachdem zunächst frühmorgens Aufklärungskräfte ausgelaufen waren, schickte Scheer fast die gesamte Hochseeflotte in Richtung Skagerrak zur Handelskriegführung. Die britische Funkaufklärung hatte die deutschen Vorbereitungen erfasst. Daher befahl die Admiralität im fernen London das Auslaufen der Grand Fleet aus Scapa Flow und aus Rosyth.

„Aus der Vogelperspektive muss es ein ungeheures Bild gewesen sein, als sich die Marschformationen – allein die Kiellinie der deutschen Schiffe war 13 Seemeilen lang – aufeinander zu bewegten“, sagt Epkenhans. Zunächst bekämpften sich die Schlachtkreuzer. Als Vizeadmiral Franz Hipper, der Befehlshaber der deutschen Schlachtkreuzer, den Gegner erblickte, versuchte er, ihn durch ein geschicktes Manöver auf die Hochseeflotte zu ziehen. Durch deutsches Artilleriefeuer explodierten zunächst der Panzerkreuzer „Defence“ und um 18.35 Uhr die „Invincible“, das Flaggschiff von Konteradmiral Horace Hood, dem Chefs des dritten Schlachtkreuzer-Geschwaders. Hood und mehr als 1000 Seeleute kamen ums Leben.

Das Bild eines riesigen ,T‘ in der Nordsee

Auch Hippers Flagschiff „Lützow“ war so beschädigt, dass der Vizeadmiral kurz darauf auf der „Moltke“ einschiffen musste. Trotz mancher schwerer Treffer ging keines der großen deutschen Schiffe in dieser Phase der Schlacht unter; die Besatzungen konnten ausgebrochene Feuer rechtzeitig durch Fluten der Türme löschen.

Dann setzte das Hauptgefecht ein, dessen Beginn die Marinehistoriker Christian Jentzsch und Jann M. Witt in „Der Seekrieg 1914–1918“ beschreiben: „Nun hatten Jellicoes 24 Schlachtschiffe ihre Position eingenommen und fuhren in Richtung Osten, während Scheers Schlachtschiffe, von Südwesten kommend, in einem Winkel von fast 90 Grad auf die Grand Fleet zu dampften. Beide Flotten zeichneten das Bild eines riesigen ,T‘ in die Nordsee, wobei die Hochseeflotte den senkrechten Strich bildete, während die Grand Fleet die waagerechte Linie darstellte.

Da Jellicoe auf diese Weise gleichsam den Querstrich über das T zog, ging dieses Manöver als das ,Crossing the T‘ in die Seekriegsgeschichte ein.“ Die Deutschen konnten nur mit ihren vordersten Einheiten das Feuer erwidern, die in Kiellinie fahrenden Schiffe behinderten sich gegenseitig.

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