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Silvesternacht in Köln : Algerier vom Vorwurf der sexuellen Nötigung freigesprochen

  • Aktualisiert am

Der Angeklagte sitzt am Freitag im Amtsgericht in Köln. Bild: dpa

Weil das Opfer den mutmaßlichen Täter aus der Silvesternacht nicht wiedererkannt hat, ist ein Algerier vom Vorwurf der sexuellen Nötigung freigesprochen worden. Verurteilt wurde er dennoch.

          Die Kölner Staatsanwaltschaft ist im ersten Anlauf mit dem Versuch gescheitert, einem angeblichen Täter aus der Kölner Silvesternacht vor Gericht eine sexuelle Nötigung nachzuweisen. Das Kölner Amtsgericht verurteilte am Freitag zwar einen 26-jährigen Angeklagten zu sechs Monaten Haft auf Bewährung – aber nicht wegen eines sexuellen Übergriffs, sondern wegen eines Diebstahlsdelikts und Hehlerei.

          In der Verhandlung erkannte die belästigte Frau als Zeugin den Angeklagten nicht als Täter bei den Ausschreitungen wieder. Verurteilt wurde der Mann nun wegen eines versuchten Diebstahls aus einem Auto im vergangenen Dezember, den er gemeinsam mit seinem ebenfalls angeklagten Bruder in der Nähe von Köln begangen haben soll. Diese Straftat gaben der 26-Jährige und sein 23 Jahre alter Bruder vor Gericht auch zu.

          Die Staatsanwaltschaft konnte den Brüdern ebenfalls nicht nachweisen, bei den Kölner Silvester-Ausschreitungen zwei Frauen jeweils das Handy gestohlen zu haben. Vielmehr gab das Brüderpaar vor Gericht über seine Anwälte an, die fraglichen Handys von Dritten gekauft zu haben. Das Amtsgericht wertete dies als Hehlerei.

          Wegen dieser Straftat und des versuchten Autoaufbruchs erhielt auch der 23-Jährige Bruder des Hauptangeklagten sechs Monate Haft auf Bewährung. In ihrem Plädoyer räumte auch die Vertreterin der Anklage ein, dass der Beweis einer sexuellen Nötigung in der Hauptverhandlung nicht habe geführt werden können.

          Nach der Silvestergewalt hatte das Kölner Amtsgericht bereits mehrere Angeklagte wegen Diebstahls verurteilt. Eine Sexualstraftat war in den bisherigen Prozessen aber nicht angeklagt. Derzeit liegen dem Kölner Gericht einem Justizsprecher zufolge auch noch keine weiteren Anklagen wegen der massenhaften sexuellen Übergriffe an Silvester vor.

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