https://www.faz.net/-gum-3wcy

Silvester : Vorsicht vor gefälschten Böllern

  • Aktualisiert am

Professionelles Feuerwerk im vergangenen Jahr Bild: dpa

Zu Silvester lässt es mancher gerne knallen: Ein paar Tipps, wie das Spektakel rechtsgemäß und sicher abläuft.

          2 Min.

          Auch dieses Silvester werden wohl wieder für rund hundert Millionen Euro Böller, Knaller und Raketen in die Luft gejagt. Ab Samstag sind die explosiven Krachmacher in den Geschäften zum Verkauf freigegeben. Wer das neue Jahr mit einem lauten Feuerwerk begrüßen möchte, sollte allerdings gewisse Vorsicht walten lassen.

          Böller-Freunde sollten nur Produkte kaufen, die von der Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) geprüft und zugelassen sind. Bei aus dem Ausland eingeschmuggelten Raketen ohne BAM-Prüfsiegel droht eine Geldstrafe. Das Amt warnt allerdings davor, dass in diesem Jahr erstmals auch gefälschte Siegel aufgetaucht sind. Feuerwerkskörper sollten deshalb nur an offiziellen Verkaufstellen und nicht etwa am Straßenrand oder bei so genannten fliegenden Händlern gekauft werden. Das Bundesamt für Materialforschung prüft nach eigenen Angaben jedes Jahr 400 bis 500 Feuerwerkskörper.

          Die Feuerwerksexperten der BAM warnen zum Böller-Verkaufsstart am Samstag vor illegalen Feuerwerkskörpern. In diesem Jahr seien erstmals Produkte mit gefälschten BAM-Prüfsiegeln aufgetaucht, sagte der Leiter des BAM-Labors für Pyrotechnik in Berlin, Lutz Kurth. Dieses Zündwerk enthält der Behörde zufolge statt des in Deutschland ausschließlich zugelassenen Schwarzpulvers chemische Mixturen, die teilweise unter das Sprengstoffgesetz fallen. Die in manchen Krachern verwendete Mischung aus Chloraten und Aluminiumpulver etwa reagiere sehr viel schneller als Schwarzpulver. Dadurch steige das Verletzungsrisiko.

          Die unerlaubten Böller werden laut Kurth in großem Umfang in China hergestellt und dort immer häufiger auch mit einem falschen BAM-Siegel versehen, weil das anerkannte Qualitätsmerkmal höhere Preise verspricht. Nach Deutschland gelangen sie dann beispielsweise über Osteuropa. Der Pyrotechniker warnte davor, Silvester-Kracher am Straßenrand oder von so genannten fliegenden Händlern zu kaufen. Wer sich allerdings im Supermarkt, beim Baumarkt oder beim Zeitungsladen um die Ecke mit Feuerwerks-Körpern eindeckt, könne relativ sicher sein, dass er zugelassene und damit sichere Ware kauft.

          Für Kinder und Jugendliche zugelassen sind nur Feuerwerkskörper der Klasse eins (Prüfsiegel: BAM „PI“): Dazu gehören beispielsweise Wunderkerzen, Tischfeuerwerk und Knallbonbons. Auch bei diesen ungefährlichen Knallern sollten die Eltern aber auf jeden Fall das Abfackeln beaufsichtigen.

          Alle größeren Feuerwerke, die zur Klasse zwei (Prüfsiegel: BAM „PII“) gerechnet werden, sind Erwachsenen vorbehalten. Dabei gilt eine strike Knallzeit: Die Böller dürfen nur von Silvester 18.00 Uhr und Neujahr 7.00 Uhr abgebrannt werden - nicht jedoch in der Nähe von Krankenhäusern und Kinderheimen. Angezündete Feuerwerkskörper, die nicht explodiert sind, sollten unbedingt liegen gelassen werden.

          Um die eigene Wohnung vor einem Feuer zu schützen, sollte alles Brennbare von den Balkonen geräumt werden. Etwaige Brandverletzungen sollten sofort mit kaltem Wasser oder Eis mindestens zehn Minuten lang gekühlt werden.

          Das Auto sollte möglichst in der Garage geparkt werden. Wer einen solchen sicheren Platz nicht hat, sollte das Fahrzeug auf ruhigen Nebenstraßen abstellen. Wenn es irgendwie geht, sollte der fahrbare Untersatz nicht benutzt werden. Vor allem zwischen Silvester 23.30 Uhr und Neujahr 1.00 Uhr droht dem Automobilklub von Deutschland zufolge der „Beschuss“ durch Raketen und Knallkörper. Und überhaupt gilt wie an allen Tagen: Wer Auto fährt, darf keinen Alkohol trinken.

          Sollte trotz aller Vorsicht ein Schaden entstehen, dann diesen sofort der eigenen Versicherung melden. Bei Schäden am Auto zahlt die Teilkasko Brand- und Explosionsschäden. Zu einer Rückstufung beim Schadenfreiheitsrabatt kommt es dabei nicht. Bei Schäden an der Wohnung zahlt im Regelfall die Hausrats-, Feuer- oder Gebäudeversicherung.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Test für Reiserückkehrer im rheinland-pfälzischen Bitburg

          Kritik an Risikogebieten : Zahl der Neuinfizierten abermals über 1000

          Die Zahl der Corona-Neuinfektionen bleibt weiter vierstellig. Zugleich übt der Deutsche Hausärzteverband Kritik an pauschalen Risikogebieten. „Wahnwitzig“ sei auch, dass Ärzte Hotelbuchungen von Reiserückkehrern kontrollieren sollen.

          Wiederaufbau in Beirut : Wer will schon das libanesische Monopoly-Geld?

          Die Bewohner Beiruts müssen nach der Explosionskatastrophe einen Wiederaufbau unter extremen Bedingungen bewerkstelligen. Manche hoffen, der innere und äußere Druck werden die korrupte politische Klasse zu Reformen bewegen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.