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Dürre in Kalifornien : So schneearm wie seit Kolumbus nicht

  • -Aktualisiert am

Seit 2012 plagt eine extreme Dürre den amerikanischen Bundesstaat Kalifornien: Im Sommer fehlt es an Wasser, im Winter fehlt der Schnee. Bild: dpa

Historische Dürre in Kalifornien: Forscher haben gezeigt, dass seit Entdeckung der neuen Welt noch nie so wenig Schnee in der Sierra Nevada lag. Das Schmelzwasser fehlt überall im Tal.

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          Ein Blick auf die leeren Talsperren und die vielen Waldbrände genügt eigentlich, um festzustellen, dass Kalifornien allmählich verdorrt. Wie schlimm die gegenwärtige Dürre in historischen Dimensionen aber wirklich ist, hat nun eine Forschergruppe um Valerie Trouet von der Universität von Arizona festgestellt.

          Nach den Untersuchungsergebnissen der Forscher hat es seit der Ankunft des Kolumbus in der Neuen Welt noch nie eine derartige Trockenheit in der Sierra Nevada gegeben, dem längsten und höchsten Gebirgszug in Kalifornien. Im vergangenen Winter fielen dort 95 Prozent weniger Schnee als im langfristigen Jahresdurchschnitt. Analysen der Baumringe von Hunderten Blaueichen, einer im Vorgebirge der Sierra Nevada weit verbreiteten Eichenart, bestätigten, dass es in keinem Winter der vergangenen 500 Jahre so wenig Feuchtigkeit in dem Gebirge gegeben hat.

          Wegen des in großen Teilen Kaliforniens herrschenden Mittelmeerklimas fallen dort etwa vier Fünftel des jährlichen Niederschlags in den Wintermonaten, in der Sierra Nevada hauptsächlich als Schnee. Das bei der im Frühjahr einsetzenden Schneeschmelze entstehende, aus dem Gebirge nach Westen fließende Schmelzwasser wird in großen Talsperren aufgefangen.

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          Haushalte müssen Wasserverbrauch um 25 Prozent reduzieren

          Im Sommer trägt dieses Wasser dann wesentlich zur Versorgung bei, vor allem für die Bewässerung der gewaltigen Agrarflächen im Central Valley, aber auch als Trinkwasser für die Großstädte. Weil in den vergangenen Wintern jeweils so wenig Schnee gefallen ist, sind die meisten Talsperren fast leer, und schon zu Sommerbeginn hatte Gouverneur Jerry Brown im Rahmen einer Notstandsverfügung hartes Sparen angeordnet. Danach muss jeder Haushalt, jeder Bauernhof und jeder Industriebetrieb den Wasserverbrauch gegenüber dem Vorjahr um mindestens 25 Prozent einschränken.

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          Nun hofft man in Kalifornien auf einen besonders kräftigen El Niño, der normalerweise viel Niederschlag bringt. Sowohl der amerikanische als auch der britische Wetterdienst haben für diesen Herbst den wuchtigsten El Niño seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnung vor mehr als 60 Jahren vorausgesagt. Sollte es zu den erwarteten Rekordniederschlägen kommen, rechnen Fachleute allerdings auch mit neuen Naturkatastrophen, nämlich besonders schlimmen Erdrutschen. Weil bei den mehr als 6800 Waldbränden, die seit Beginn dieses Jahres in Kalifornien ausbrachen, soviel Bewuchs zerstört wurde, gibt es für viele Böden an steileren Hängen keinen Halt mehr, wenn sie mit Wasser gesättigt sind.

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