https://www.faz.net/-gum-9d35m

ICE-Strecke nach Köln gesperrt : Dutzende Verletzte bei Brand in Siegburg

  • Aktualisiert am

Einsatz in Siegburg: Nach einem Böschungsbrand direkt an der wichtigen Bahnstrecke Köln-Frankfurt hatten mehrere Häuser Feuer gefangen. Bild: dpa

Eine Böschung fängt Feuer, die Flammen greifen an der ICE-Strecke auf die Häuser über. Zahlreiche Menschen werden verletzt, einige schwer. Die Stadt Siegburg hat eine Vermutung für die Brandursache.

          Ein Böschungsbrand hat in Siegburg rasend schnell auf zahlreiche Häuser übergegriffen. Die Einsatzkräfte gingen von zahlreichen Verletzten aus – während die Polizei zunächst von mindestens 40 Verletzten sprach, nannte die Feuerwehr dagegen zwölf Verletzten, darunter Schwerverletzte, die in Krankenhäuser gebracht wurden. Die angrenzende wichtige ICE-Trasse zwischen Köln und Frankfurt wurde gesperrt. Die Feuerwehr war am Dienstagnachmittag mit einigen Hundert Kräften vor Ort.

          Aus den Häusern schlugen Flammen und dichter Rauch. „Im Augenblick wird nur gelöscht und Verletzte behandelt“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Acht Häuser wurden laut Polizei durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen.

          Die Differenz bei den Angaben der Verletzten von Polizei und Feuerwehr ergebe sich aus verschiedenen Bewertungen der Situation, teilte ein Sprecher der Polizei auf Anfrage der FAZ.NET mit: Die Feuerwehr zähle als Verletzte ausschließlich Personen, die während des Brandes zu Schaden gekommen sind. Die Angabe der Polizei schließe dagegen auch jene Personen ein, die vor Ort medizinisch betreut werden mussten, etwa wegen einer Kreislaufschwäche. Weitere Angaben über die Art der Verletzungen und die genaue Zahl der Schwerverletzten wurden zunächst nicht gemacht.

          200 bis 300 Einsatzkräfte vor Ort

          Die große Trockenheit und Hitze habe bei der schnellen Entwicklung des Brandes sicherlich eine Rolle gespielt. „Bei 39 Grad geht das ja ratzfatz“, sagte der Feuerwehrsprecher. Grob geschätzt seien 200 bis 300 Einsatzkräfte vor Ort. Auch ein Wasserwerfer der Bundeswehr und ein Hubschrauber wurden angefordert. Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten, Lüftungs- und Klimaanlagen sollten abgeschaltet werden.

          Die Stadt Siegburg vermutet, dass der Brand durch Funken ausgelöst wurde, die ein Zug im Vorbeifahren erzeugt hatte. Durch die Funken sei die völlig ausgetrocknete Böschung auf beiden Seiten der Strecke schnell in Flammen geraten. Die Deutsche Bahn hingegen warnte vor voreiligen Schlüssen. Man könne zunächst „keine abschließende Aussage“ zu der Ursache für den Böschungsbrand machen, betonte ein Unternehmenssprecher.

          ICEs zwischen Köln und Frankfurt würden am Rhein entlang umgeleitet und kämen bis zu 90 Minuten verspätet an, teilte die Bahn mit – einige Züge fielen ganz aus. Welcher Schaden durch den Brand an den Schienen und der Technik entstanden ist, sei noch unbekannt. Erst wenn das klar sei, könne man abschätzen, wann auf der Strecke wieder Züge fahren können, teilte die Bahn mit.

          Außer den Fernzügen waren zahlreiche Regionalzüge und S-Bahnen betroffen. Züge der RE9 aus Richtung Siegen fuhren nur bis Siegburg. Züge aus Köln fuhren nur bis Troisdorf. Auf dem Stück dazwischen waren Ersatzbusse eingesetzt. Die Bahn bat alle Reisenden, sich vor der Fahrt zu informieren, ob ihr Zug fährt.

          Durch die lange Hitze und die Dürre war es zuletzt immer wieder zu großen Bränden gekommen. Am Wochenende war unter anderem in Straelen am Niederrhein ein großes Waldstück in Flammen aufgegangen.

          Böschungsbrand in Siegburg: Die Feuerwehr ging von zahlreichen Verletzten aus.

          Weitere Themen

          Starke Überschwemmungen in Nebraska Video-Seite öffnen

          Luftaufnahmen : Starke Überschwemmungen in Nebraska

          Luftaufnahmen zeigen das Ausmaß der Überschwemmungen im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten. Mindestens vier Personen starben bereits. Eine Entspannung der Lage ist noch nicht abzusehen.

          Topmeldungen

          Brexit-Frist : May will angeblich Aufschub von drei Monaten

          Nach Medienberichten will die britische Regierung die EU bitten, den Austrittstermin nur ein wenig zu verschieben. Kommissionspräsident Juncker verlangt dafür eine kaum zu erbringende Vorleistung: Das Parlament soll dem Brexit-Abkommen zustimmen.

          Zweiklassen-Medizin? : Grippostatisch

          Im vergangenen Winter gerieten Ärzte in eine Zwickmühle: Der empfohlene Grippe-Impfstoff wurde von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet. Wer sich für Patientenschutz entschied, kämpft nun gegen Rückzahlungsforderungen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.