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Sicherheit : Piloten als Hilfssheriffs

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Um Terroranschläge zu verhindern, wollen amerikanische Parlamentarier die Piloten von Verkehrsflugzeugen mit Waffen ausstatten.

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          Mehr als 70.000 Piloten von Verkehrsflugzeugen in den USA sollen nach dem Willen des US-Abgeordnetenhauses mit Schusswaffen ausgerüstet werden, um sich gegen Terroristen verteidigen zu können.

          Die Parlamentarier stimmten am Mittwoch in Washington mit 310 gegen 113 Stimmen für das umstrittene Programm. Gegen die Bewaffnung sind sowohl das Weiße Haus und der Chef des US-Heimatschutzes, Tom Ridge, als auch Verkehrsminister Norman Mineta. Auch der US-Senat steht ihr skeptisch gegenüber.

          Vor allem frühere Soldaten vorgesehen

          Nach den Terroranschlägen vom 11. September ist in den USA wiederholt eine Bewaffnung von Piloten erwogen worden. Ursprünglich war nur vorgesehen, zunächst etwa 1.400 Piloten als Teil eines Testprogramms über zwei Jahre zu bewaffnen, was rund zwei Prozent der Berufsgruppe ausmacht. Danach wollten die Parlamentarier über das weitere Vorgehen beraten.

          Bevorzugte Kandidaten sollten frühere Soldaten oder Sicherheitsbeamte sein. Mit 250 zu 175 Stimmen beschloss das Parlament dann jedoch, den Testcharakter aufzugeben und allen Piloten das Tragen von Waffen im Cockpit zu erlauben. Die Gesetzesvorlage sieht auch vor, dass gesamte Flugpersonal in Selbstverteidigungskursen zu schulen und das Tragen von Schreckschusswaffen zu erlauben.

          Piloten müssen sich auf das Fliegen konzentrieren

          Die Piloten müssen aber zunächst ein Waffentraining absolvieren. Fluggesellschaften und Piloten sollen gegen Schadenersatzforderungen geschützt werden, wenn Unschuldige versehentlich beim Einsatz der Waffen zu Schaden kommen. Die Gegner der Vorlage sehen mehr Gefahren als Nutzen in der Bewaffnung. Sie befürchten, dass Querschläger Passagiere treffen oder den Jet fluguntauglich machen könnten.

          Die US-Regierung verspricht sich einen besseren Schutz gegen Eindringlinge durch verstärkte Cockpit-Türen und den Einsatz von bewaffneten Sicherheitsleuten, so genannten Sky-Marshalls. Diese könnten auch gewährleisten, dass sich die Piloten im Ernstfall ganz auf das Fliegen konzentrieren können.

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