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Reaktionen auf Internetvideo : 15 Millionen Klicks und zehn Morddrohungen

  • Aktualisiert am

Das Internetvideo einer Frau, die beim Gang durch New York permanent belästigt wird, hat sich in kurzer Zeit millionenfach verbreitet. Die Reaktionen darauf sind gespalten. Auch Morddrohungen soll es schon gegeben haben.

          Mehr als 15 Millionen Klicks auf Youtube in nicht einmal zwei Tagen: Das Internetvideo, das den täglichen Spießrutenlauf einer jungen Frau durch New York zeigt, hat sich in atemberaubendem Tempo verbreitet. Auf verschiedenen Kanälen wurde es schon jetzt unzählige Male kommentiert und diskutiert. Alleine auf Youtube fanden sich bis Donnerstagnachmittag unter dem Video mehr als 72.000 Kommentare.

          Der zweiminütige Zusammenschnitt zeigt die junge Schauspielerin Shoshana Roberts, wie sie – unauffällig gekleidet und immer stur geradeaus blickend – durch New York läuft und dabei am laufenden Band angesprochen oder belästigt wird. Viele Männer grüßen die junge Frau nur oder fragen, wie es ihr geht. Andere keifen sie an, weil sie keine Antwort erhalten. Besonders bedrohlich wirkt ein Mann, der mehrere Minuten lang schweigend neben Roberts herläuft. „Ich hatte Angst, dass ihr etwas passiert, dass sie jemand angrapscht“,sagte der Roberts’ Freud, der das Video mit einer versteckten Kamera aufgenommen hat, dem „Wall Street Journal“. „Dieser Dreh hat mich und meine Einstellung definitiv verändert.“

          Nicht jeder sieht das Video aber so kritisch, die Reaktionen sind geteilt. Auf Youtube merkt eine Frau an, nachdem sie das Video gesehen und die Kommentare dazu gelesen habe, sei sie in ihrem Vertrauen in die Männerwelt erschüttert. Ein Mann dagegen fasst die Botschaft des Videos sarkastisch zusammen: Offenbar sei es verboten, Frauen einen guten Morgen zu wünschen oder sie überhaupt erst anzusprechen. Vor allem Männer spaltet das Video in zwei Lager: Die einen werfen Shoshana Roberts vor, geschicktes Marketing für die eigene Person zu betreiben oder überempfindlich zu sein, andere schämen sich im Namen aller Männer.

          Aber die Reaktionen auf das Video beschränken sich nicht auf eine Diskussion, wo ein Kompliment aufhört und Sexismus anfängt. Angeblich wurde Shoshana Roberts schon mehrfach mit Vergewaltigung und sogar mit dem Tod bedroht. Emily May, die Mitgründerin der Organisation „Hollaback!“, die auf Belästigungen von Frauen im Alltag hinweisen will und an dem Video mitgewirkt hat, sagte dem „Wall Street Journal“, Roberts habe schon zehn Morddrohungen erhalten - einige davon über ihre private Mailadresse. Die Polizei sei eingeschaltet.

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