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Seuchen : Ebola-Experte: Keine Ansteckungsgefahr in Deutschland

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Der Ausbruch der gefährlichen Ebola-Krankheit stellt nach Ansicht von Experten für Deutschland keine Gefahr dar. Die betroffenen Regionen würden kaum bereist.

          Der Ausbruch der gefährlichen Viruserkrankung Ebola in Afrika stellt nach Ansicht von Experten keine Gefahr für Deutschland dar. Die betroffenen Gebiete in der Demokratischen Republik Kongo und in Gabun würden von Touristen und Geschäftsleuten so gut wie nicht besucht, sagte der Ebola-Experte Matthias Grade vom Bernhard-Noch-Institut für Tropenmedizin in Hamburg am Montag. Das Risiko gehe im Fall Kongo sogar „fast gegen Null“.

          Zwar sei es grundsätzlich möglich, dass erkrankte Einheimische nach Deutschland kämen, aber auch das sei nicht sehr wahrscheinlich. Infizierte hätten im Durchschnitt nur sieben bis neun Tage Zeit, um in ein Flugzeug zu steigen, bevor die Krankheit ausbricht, erläuterte Grade.

          Ansteckung über die Luft nicht möglich

          In Deutschland würden an Ebola Erkrankte schnell in Spezialkliniken für Tropenkrankheiten gebracht und dort isoliert. „Ein epidemischer Ausbruch ist in Europa daher nicht denkbar“, betonte Grade. Allerdings müssten alle Personen ermittelt werden, die mit den Patienten Kontakt hatten, und gegebenenfalls unter Quarantäne gestellt werden. Es seien aber nicht alle Passagiere eines Flugzeugs, mit dem ein Infizierter geflogen ist, gefährdet. Experten seien sich „relativ sicher“, dass eine Ansteckung über die Luft nicht möglich ist, sondern nur über Körperflüssigkeiten wie Blut. Erkrankte bluteten auch entgegen häufiger Vorstellungen nicht in jedem Fall aus Augen, Nase und die Haut. „Die stecken nicht alles an. Jeder dritte Infizierte blutet zudem nur innerlich“, sagte Grade.

          Dennoch werde der Ebola-Ausbruch „sehr, sehr ernst“ genommen. Die Hamburger Experten seien zudem bereit, nach Afrika zu reisen, um bei der Bekämpfung der Krankheit zu helfen. Noch gebe es aber keinen offiziellen Alarm.

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