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Bildungs-Studie : Schlauer dank der Sesamstraße

  • -Aktualisiert am

Das spielerische Lernprogramm der Sesamstraße-Crew hilft amerikanischen Schülern beim Lernen, zeigt eine Studie. Bild: dpa

Von wegen Fernsehen macht dumm: Eine Studie zeigt, dass Kinder, die regelmäßig die Sesamstraße sehen, später besser in der Schule sind. Aber nicht alle gesellschaftlichen Milieus profitieren gleichermaßen von der Sendung.

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          Kleine Sesamstraßen-Fans haben eher das Zeug dazu, in der Schule altersgemäße Leistungen zu zeigen als andere Kinder. Das stellte eine gemeinsam von der amerikanischen Universität Maryland und dem Wellesley College durchgeführte Studie fest. Besonders profitieren Jungen sowie Kinder aus afroamerikanischen Familien oder sozialen Brennpunkten von der Fernsehsendung.

          Schon in den frühen siebziger Jahren wies Educational Testing Services (ETS), ein Unternehmen für standardisierte Tests im Bildungsbereich, nach, dass die Sesamstraße Vorschülern dabei hilft, in Tests besser abzuschneiden. Die neuen Ergebnisse der Forscher Melissa Kearney und Phillip B. Levine schreiben der Sesamstraße sogar einen noch größeren Einfluss zu: Sie zeigen, dass Kinder, welche die Sendung im Vorschulalter gesehen hatten, auch später besser in der Schule waren. 

          Als die Sendung 1969 in den Vereinigten Staaten das erste Mal ausgestrahlt wurde, sahen täglich etwa fünf Millionen Kinder zu, wenn Krümelmonster, Samson, Ernie und Bert die Welt erklärten. Das entspricht der Einschaltquote eines Super Bowl-Spiels. Aber nicht alle Haushalte in Amerika konnten die Sendung damals regelmäßig empfangen. Somit konnten Kearney und Levine zwei trennscharfe Untersuchungsgruppen definieren.

          Nachhaltige Lerneffekte

          In einem zweiten Schritt sahen sie sich die Bildungserfolge der Kinder über die gesamte Schullaufbahn hinweg an. Kearney und Levine fanden heraus, dass Kinder, die in Gegenden lebten, in denen die Sendung gut zu empfangen war, einer geringeren Wahrscheinlichkeit ausgesetzt waren, in der Schule zurückzufallen, als Kinder, die das Programm nicht sahen. Um 16 Prozent sank diese Wahrscheinlichkeit für Jungen im Allgemeinen und um nahezu 14 Prozent für afroamerikanische Kinder und Kinder aus nicht hispano-amerikanischen Familien.

          Das liegt auch an den Inhalten der Sendung. Die drehten sich damals wie heute vor allem ums Lernen und waren von vornherein darauf angelegt, Kindern aus bildungsfernen Familien Schulwissen zu vermitteln. Zuerst ging es nur um handfeste Techniken wie Rechnen und Schreiben, später kamen auch soziale Komponenten hinzu. Das Krümelmonster erfanden die Macher zum Beispiel, um Kindern eine Stütze bei der Kontrolle ihrer Impulse zu geben. Das blaue Plüschtier hat schließlich auch Probleme, seine G6ier nach Keksen zu kontrollieren.

          Die Forscher sehen ihre Ergebnisse als klare Erkenntnis dafür, dass Medien einen einfachen und vor allem kostengünstigen Beitrag zur Vorschulbildung leisten können. Ihre Ergebnisse spielen deshalb nicht nur der frühkindlichen Pädagogik in die Hände, sie könnten, so die Forscher, auch die Wirksamkeit von Online-Weiterbildungen, den „Massive Open Online Courses“, stützen.

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