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Seltener Zuchterfolg : Papageienfreunde freuen sich über Ara „Frieda“

Wird dereinst ein matt-blaues Gefieder bekommen: Spix-Ara „Frieda” Bild: dpa

In Deutschland ist zum ersten Mal ein sehr seltener Spix-Ara gezüchtet worden. Die Art gilt als ausgestorben in freier Wildbahn. Doch dem nackten Vogelkind steht eine ungewisse Zukunft bevor: wird es sich jemals paaren können?

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          Tierschützer nannten den letzten in Brasilien wildlebenden Spix-Ara einmal den „einsamsten Vogel der Welt“. Dementsprechend betroffen reagierten sie vor einigen Jahren, als auch dieser „letzte Mohikaner“ der Spix-Aras plötzlich verschwunden war - wahrscheinlich von einem Habicht erbeutet oder einfach an Altersschwäche verendet. Ein nacktes Vogelkind namens „Frieda“ bringt aber jetzt einen Funken Hoffnung für die Art, wenn auch nur einen sehr kleinen.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          „Frieda“ ist der erste Spix-Ara, der in Deutschland aus dem Ei geschlüpft ist - in Gefangenschaft. Vor etwa einem Monat sei „Frieda“ bei einem märkischen Züchter auf die Welt gekommen, wie der Verein zur Erhaltung bedrohter Papageien am Freitag mitteilte. Der Verein beteiligt sich seit drei Jahren an einem Zuchtprogramm für die extrem seltenen Tiere.

          Weltweit werden bloß 80 Exemplare gehalten

          Die brasilianische Umweltbehörde möchte die Art nämlich wieder in ihrem früheren Lebensraum ansiedeln. Die deutsche Züchtung ist ein Erfolg für die Papageien-Freunde, da weltweit nur noch etwa 80 Exemplare privat oder im Zoo gehalten werden.

          Dieser Ara ist gesund

          Nicht ohne Stolz verkündeten die Züchter, dass „Frieda“ weltweit der einzige Papagei dieser Art war, der in diesem Jahr aus dem Ei schlüpfte.

          Von Inzucht und Krankheiten bedroht

          Der noch nackte und etwas kümmerlich aussehende Vogel wird derzeit noch in einem Brutapparat aufgezogen, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete. Die Eltern hätten keine Erfahrungen mit der Aufzucht von Jungen. Für ein in Deutschland lebendes Weibchen war extra ein männlicher Papagei aus Brasilien eingeflogen worden.

          Denn wegen der geringen Zahl der noch lebenden Spix-Aras wird die Zucht auch durch mögliche Inzucht und Krankheiten erschwert. Das Paar hatte nun dieses eine weibliche Junge ausgebrütet. Der Spix-Ara wurde 1819 entdeckt und nach dem deutschen Naturwissenschaftler Johann Baptist Ritter von Spix (1781-1826) benannt. Wenn „Frieda“ älter wird, bekommt sie ein matt blaues Gefieder.

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