https://www.faz.net/-gum-8czfk

Russland : Schweres Erdbeben erschüttert Kamtschatka

  • Aktualisiert am

Die betroffene Region ist nur dünn besiedelt. Bild: dpa

Der Osten Russlands ist von einem Erdbeben der Stärke 7,0 getroffen worden. Schäden gab es offenbar nicht. Das Epizentrum lag südlich der Pazifik-Halbinsel Kamtschatka.

          1 Min.

          Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,0 hat im Osten Russlands kurzzeitig für Aufregung gesorgt und Gebäude wackeln lassen. Von Verletzten oder größeren Sachschäden war in der dünn besiedelten Pazifikregion zunächst nichts bekannt, wie am Samstag der Zivilschutz der Agentur Interfax zufolge mitteilte. Das Epizentrum lag im Süden der Halbinsel Kamtschatka nördlich von Japan in etwa 190 Kilometer Tiefe. Seismologen berichteten von mindestens sieben Nachbeben bis zu einer Stärke von rund 5,0. Der Zivilschutz sah keine Notwendigkeit für eine Tsunami-Warnung. Im März 2011 hatte ein Erdbeben der Stärke 9,0 vor Japan Riesenwellen (Tsunami) ausgelöst.

          Augenzeugen auf Kamtschatka berichteten von schwankenden Deckenlampen und zerbrochenem Geschirr sowie von Büchern, die aus Regalen gefallen seien. Der Zivilschutz blieb in Bereitschaft und rief die Bewohner zur erhöhten Wachsamkeit auf. Das Epizentrum des Bebens lag rund 90 Kilometer nördlich der Regionalhauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski.

          Immer wieder Erdbeben

          Kamtschatka gilt wegen seiner Vulkane und schneebedeckten Berge als „Land aus Feuer und Eis“. Die Halbinsel rund achteinhalb Flugstunden östlich von Moskau gehört zum sogenannten Feuerring um den Pazifik, einer Kette von Vulkanen und seismologisch aktiven Gebieten. „Hier platzt die Naht der Erde“, beschrieb es einmal der Forscher Denis Budkow. In der Region kommt es immer wieder zu Erdbeben, da dort drei Kontinentalplatten kollidieren. Kamtschatka gilt seit dem Ende der Sowjetunion 1991 auch als Geheimtipp für Abenteuerreisen.

          Seismologen zufolge bebte die Erde am Samstag um 15.25 Uhr Ortszeit (4.25 Uhr MEZ). Zahlreiche Menschen hätten aus Angst ihre Häuser verlassen, hieß es. Der US-Erdbebenwarte USGS zufolge erreichte das Beben eine Stärke von 7,2. Die Russische Akademie der Wissenschaften bezifferte die Stärke zunächst auf 7,3 und später auf etwa 7,0.

          Zu Sowjetzeiten war die Region etwa 10.000 Kilometer östlich von Moskau Sperrgebiet. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs ist die Biosphäre als Unesco-Welterbe anerkannt. In der Region zwischen der Beringstraße und dem Ochotskischen Meer stehen fast 200 Vulkane.

          Weitere Themen

          Aufhebung der Impfpriorisierung kommt Video-Seite öffnen

          Drei Wochen Vorlaufzeit : Aufhebung der Impfpriorisierung kommt

          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Impfpriorisierung am 7. Juni aufheben. „Das gilt für die Arztpraxen, die Betriebsärztinnen und -ärzte und die Impfzentren gleichermaßen“, sagte Spahn.

          Topmeldungen

          Israelische Polizisten bei einer Demonstration am 12. Mai in Lod

          Ausschreitungen in Israel : „Es geht ihnen nicht um Koexistenz“

          Nach den Unruhen in Jerusalem ist die Gewalt in vielen gemischten Orten in Israel eskaliert. Besonders schlimm war es in Lod, einer Achtzigtausend-Einwohner-Stadt, in der jeder Dritte einen arabischen Hintergrund hat.
          Streitobjekt in der Klimadebatte: Lufthansa-Flugzeug landet in Frankfurt.

          Klimadebatte : Der Zug ist im Inland günstiger als der Flug

          Keine Inlandsflüge und keine Billigtickets mehr – mit diesen Forderungen wird Fliegen zum Wahlkampfthema. Dabei gibt es innerdeutsch schon jetzt fast keine Schnäppchen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.