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Schweiz : Mehr Fälle von aktiver Sterbehilfe

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In der Schweiz nimmt die Zahl der Menschen zu, die aktive Sterbehilfe in Anspruch nehmen. Rund die Hälfte von ihnen sind Deutsche.

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          In der Schweiz gibt es immer mehr Fälle von aktiver Sterbehilfe. Die Zahl sogenannter „assistierter Suizide“ nahm zwischen 1998 und 2009 um rund das Sechsfache zu, wie jetzt veröffentlichte Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigten. 2009 starben insgesamt 297 Personen auf diesem Weg. Das entspricht 4,8 von rund 1000 Todesfällen in der Schweiz. Indirekte aktive Sterbehilfe ist in der Schweiz seit 1941 zugelassen, solange sie nicht durch einen Arzt erfolgt und die assistierende Person kein unmittelbares Tötungsinteresse hat. Auch in Belgien, den Niederlanden, Luxemburg und dem amerikanischen Bundesstaat Oregon ist Sterbehilfe zulässig.

          Laut der BFS-Statistik war die große Mehrzahl der Personen, die Sterbehilfe in Anspruch nahmen, 55 Jahre und älter. Lediglich ein Prozent war jünger als 35 Jahre. Ab dem 55. Altersjahr wählen deutlich mehr Frauen den assistierten Suizid, hieß es weiter. Unter den Personen, die zur aktiven Sterbehilfe die Unterstützung von Schweizer Sterbehilfe-Organisationen wie Dignitas und Exit in Anspruch nehmen, befinden sich auch viele Ausländer. Zahlen legte das BFS hierfür allerdings nicht vor.

          Laut Dignitas sind rund die Hälfte aller Personen, die Sterbehilfe bei der Schweizer Organisation in Anspruch nehmen, deutsche Staatsbürger. Ein prominenter Fall war zuletzt die Fußball-Legende Timo Konietzka. Der an Gallenkrebs erkrankte erste Torschütze der Bundesliga nahm sich am 12. März im Alter von 73 Jahren im Kanton Schwyz das Leben.

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