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Schweinegrippe : Zweiter Todesfall in den Vereinigten Staaten

  • Aktualisiert am

In Mexiko sind laut offiziellen Angaben insgesamt 942 Menschen mit der Grippe infiziert Bild: dpa

Eine 30 Jahre alte chronisch kranke Frau aus Texas soll an der Krankheit gestorben sein. Bei der amerikanischen Gesundheitsbehörde rechnet man mit weiteren Grippeopfern. Die offizielle Zahl der Infizierten ist in dem Land derweil auf 403 gestiegen.

          In den Vereinigten Staaten ist ein zweiter Todesfall aufgrund der sogenannten Schweinegrippe gemeldet worden. Es handle sich um eine gut 30 Jahre alte Frau aus Texas, die unter chronischen Gesundheitsproblemen gelitten habe, teilten die Gesundheitsbehörden des amerikanischen Bundesstaates mit. Sie habe in der Nähe der mexikanischen Grenze gelebt und sei bereits vergangene Woche gestorben. In Texas erlag bereits ein aus Mexiko stammendes Kleinkind dem Virus.

          Ungeachtet der weltweiten Ausbreitung der Krankheit registrierten bislang lediglich Mexiko und die Vereinigten Staaten tatsächilch grippebedingte Todesfälle. In Mexiko stieg die Zahl der Todesopfer am Dienstag von 26 auf 29. Nach Angaben von Gesundheitsminister José Ángel Córdova vom Dienstagabend gab es 942 Infizierte.

          Amerikas Gesundheitsbehörde rechnet mit weiteren Toten

          Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC sprach von 403 bestätigten Fällen in 36 Bundesstaaten. Noch am Montag hatte die Behörde lediglich 286 Fälle gemeldet. Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius rechnete mit einem weiteren Ansteigen und erwartet auch weitere Todesfälle: „Die Zahlen werden steigen und unglücklicherweise wird es auch weitere Tote geben.“ Allerdings verlaufe die Krankheit in den allermeisten Fällen weitaus milder als zuvor befürchtet.

          Beklagt, dass sein Land aufgrund der Grippe diskriminiert werde: Mexikos Präsident Felipe Calderón

          In Deutschland bestätigte das Robert Koch-Institut (RKI) den neunten Schweinegrippefall. Es handele sich um einen 48 Jahre alten Mann aus dem Harzkreis in Sachsen-Anhalt, der ebenfalls von einer Reise nach Mexiko zurückgekehrt sei, sagte RKI-Präsident Jörg Hacker. Der Verlauf der Krankheit sei bei dem Patienten jedoch so leicht, dass er nicht ins Krankenhaus müsse, sondern zu Hause isoliert werde. Darüber hinaus würden zurzeit sechs weitere Verdachtsfälle geprüft, sagte Hacker.

          Mexikos Präsident beklagt „internationale Diskriminierung“ seines Landes

          Mexikos Präsident Felipe Calderón beklagte eine internationale Diskriminierung seines Landes wegen der Schweinegrippe. Es herrsche Ignoranz und Desinformation, sagte der Staatschef in Mexiko-Stadt. Calderón kritisierte unter anderem „ungerechtfertigte Handelsbeschränkungen“ der Welthandelsorganisation. Acht Länder, darunter China und Russland, hätten Importverbote für mexikanisches Schweinefleisch und andere Produkte erlassen.

          Die mexikanischen Behörden halten den Höhepunkt der Krankheit für bereits überschritten. Sie ordneten die schrittweise Öffnung der Schulen an. Auch dürfen von diesem Mittwoch an die Restaurants unter Auflagen wieder zum normalen Betrieb zurückkehren. Von diesem Donnerstag an sollen Oberstufenklassen und Universitäten den Betrieb wieder aufnehmen. Grundschulen und Mittelstufen sowie Kindergärten sollen am kommenden Montag wieder geöffnet werden. Restaurants sind verpflichtet, ihre Tische nur zur Hälfte auszulasten, Theater und Konzertsäle bleiben allerdings zunächst geschlossen.

          Unterdessen hat ein von der chinesischen Regierung gesandtes Flugzeug 90 Chinesen aus Mexiko ausgeflogen, um sie nach China zurückzubringen. Wegen der in Nordamerika grassierenden Schweinegrippe hatte die aus Studenten und Unternehmern bestehende Gruppe Probleme mit der Einreise in die Vereinigten Staaten und saß in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana fest. Gleichzeitig startete in China ein Flugzeug mit rund 100 Mexikanern, die von den chinesischen Gesundheitsbehörden aus Angst vor Verbreitung der Grippe-Epidemie isoliert worden waren. Mexiko hatte dagegen scharf protestiert.

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