https://www.faz.net/-gum-9oji3

39,6 Grad in Sachsen-Anhalt : Schon wieder ein neuer deutscher Juni-Hitzerekord

  • Aktualisiert am

Ihnen ist es draußen noch nicht heiß genug: In Biberach wird an diesem Sonntag Deutschlands bester Sauna-Aufgießer gekürt. Bild: dpa

Schon in den Mittagsstunden sind am Sonntag in Deutschland vielerorts Werte von 35 Grad gemessen worden. Später wurde die bisherige Juni-Höchstmarke vom vergangenen Mittwoch übertroffen.

          2 Min.

          So heiß war es in Deutschland in einem Juni noch nie: Am Sonntag sind um 16.30 Uhr in Bernburg/Saale(Sachsen-Anhalt) 39,6 Grad Celsius gemessen worden. Das bestätigte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Potsdam am Sonntagabend. Zuvor warum 15.30 Uhr mit 39,3 Prozent in Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) bereits der Hitze-Rekord für Juni registriert worden. Damit wurde die bisherige Höchstmarke von 38,6 Grad vom vergangenen Mittwoch in Coschen (Brandenburg) und Bad Muskau (Sachsen) am letzten Juni-Tag bereits wieder geknackt. Der Allzeit-Temperaturrekord von 40,3 Grad für Deutschland blieb jedoch zunächst unerreicht.

          In der neuen Woche können sich die Menschen aber auf etwas Abkühlung freuen. Bis zum Dienstag gingen die Temperaturen auf unter 30 Grad zurück, hieß es vom DWD. Im Norden und im Süden gibt es nach langer Trockenheit außerdem wieder Regen, teilweise Gewitter. Im Süden beginnt die Woche teils mit Unwettern, heftigem Starkregen und Hagel. Auch an den Küsten kann es regnen oder kurze Gewitter geben, sonst bleibt es heiter. Mit 28 bis 35 Grad bleibt es zunächst noch recht heiß, im Nordwesten gibt es 19 bis 27 Grad.

          Auch in Rom drückte am Wochenende die Hitze – Papst Franziskus nahm das zum Anlass, Worte an besonders Betroffene zu richten. „Ich bete für diejenigen, die in diesen Tagen am meisten unter den Folgen der Hitze gelitten haben“, sagte der Pontifex am Sonntag vor Gläubigen in der prallen Sonne auf dem Petersplatz. „Kranke, Alte, Menschen, die draußen arbeiten müssen, auf den Baustellen.“ Er hoffe, dass keiner von ihnen zurückgelassen oder ausgebeutet werde.

          Die extreme Hitzewelle in Frankreich schwächte sich derweil ab. Für Sonntag meldete der Wetterdienst Météo-France leichte Abkühlung für den Westen des Landes. Für rund 30 Départements im Osten und Süden Frankreichs blieb weiterhin die Warnstufe Orange aktuell. Vor allem der Süden war von der außergewöhnlichen Hitzewelle getroffen worden. In dem Ort Gallargues-le-Montueux im Département Gard war mit 45,9 Grad am Freitag ein neuer französischer Temperaturrekord gemessen worden.

          Ein Radfahrer kam im südfranzösischen Département Vaucluse in Folge der extremen Hitze ums Leben. Er sei auf einer Tour in den Bergen unterwegs gewesen, teilte die Präfektur auf Twitter mit. Der Sportler hatte demnach über Unwohlsein geklagt und wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er wenig später starb. Die Regionalzeitung „Dernières Nouvelles d’Alsace“ berichtete, dass ein Dachdecker in Ille-et-Vilaine starb, nachdem er in der Hitze gearbeitet hatte. Während des Hitzesommers 2003 kamen in Frankreich Tausende Menschen ums Leben. Deshalb erlässt die französische Regierung seitdem bei Hitze zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen.

          Beim Hamburger Halbmarathon (33 Grad Celsius) kollabierten am Sonntag mehrere Läufer und mussten medizinisch versorgt werden. Die Feuerwehr kam dem Sanitätsdienst des Arbeiter-Samariter-Bundes Hamburg mit 18 Rettungswagen und mehreren Notärzten zur Hilfe.

          Weitere Themen

          Proteste im Libanon halten an Video-Seite öffnen

          Sieben Tage : Proteste im Libanon halten an

          Am siebten Tag in Folge sind im Libanon Menschen gegen die Regierung auf die Straße gegangen. Die Armee versuchte derweil, eine Reihe wichtiger Verkehrsadern wieder zu öffnen, die Demonstranten seit Tagen blockiert halten.

          Topmeldungen

          Die typische Landschaft des Teufelsmoor bei Worspwede bei Bremen.

          Bedrohte Moorgebiete : Die unterschätzten Klimaretter

          Die Moore sind gefährdet. Immer mehr dieser Feuchtgebiete trocknen aus. Dabei sind sie für das Erdklima mindestens so wichtig wie unsere Wälder, wie zwei aktuelle Studien belegen.
          Mario Draghi und seine Nachfolgerin Christine Lagarde.

          Wechsel an der EZB-Spitze : Draghi und die Deutschen

          Nirgendwo ist EZB-Präsident Mario Draghi, der am 31. Oktober abtritt, auf so viel Protest gestoßen wie in Deutschland. Am Ende hat er die Macht der Europäischen Zentralbank überdehnt. Eine Bilanz.

          Video-Filmkritik: „Terminator 6“ : Killermaschinistinnen vor!

          Der sechste Film der „Terminator“-Reihe ignoriert die Teile drei, vier und fünf zugunsten einer gigantischen Karambolage zahlreicher Gegenwartsprobleme und Zukunftsaussichten: „Terminator: Dark Fate“ ist ein Katalog der Körperpolitik für Menschen und Maschinen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.