https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/schlacht-von-waterloo-raetsel-um-20-000-gefallene-offenbar-geloest-18250827.html

Zermalmt für Zucker : Das grausige Ende der Gefallenen von Waterloo

Kaum Überreste: Nur wenige Gebeine der Schlacht von Waterloo konnten ausgegraben werden. Bild: Foto Chris van Houts

Bis heute fehlen die sterblichen Überreste der mehr als 20.000 Gefallenen von Waterloo. Forscher haben nun das zweihundert Jahre alte Rätsel um ihr Schicksal offenbar gelöst. Ihr Ergebnis schlägt auf den Magen.

          4 Min.

          „Süß und ehrenvoll ist’s, fürs Vaterland zu sterben.“ Niemand weiß, wie häufig diese Worte des römischen Dichters Horaz jungen Männern in den vergangenen 2000 Jahren entgegengeschmettert wurden, um ihnen den Tod auf dem Schlachtfeld als rühmlich darzustellen. Vermutlich waren sie auch vielen der Soldaten geläufig, die am 18. Juni 1815 bei Waterloo aufeinanderprallten. Beim letzten Aufbäumen Napoleon Bonapartes, dem alliierte Truppen unter dem englischen Feldmarschall Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington, und dem preußischen Gebhard Leberecht von Blücher ein Ende setzten – unter horrendem Blutzoll auf allen Seiten. Mindestens 20.000 Männer und ihre Pferde fanden den Tod. Vermutlich waren es sogar noch viel mehr.

          Lorenz Hemicker
          Redakteur in der Politik

          Wo ihre sterblichen Überreste geblieben sind, gilt als eines der großen Geheimnisse rund um die Schlacht von Waterloo. In den vergangenen zehn Jahren stießen Archäologen selbst mit den ausgefeilten Methoden des 21. Jahrhunderts nur auf ganze zwei Skelette. An Theorien mangelte es nicht. So hieß es, die sterblichen Überreste seien in den 1820er-Jahren ausgegraben, nach England exportiert und dort zu Knochenmehl verarbeitet worden, bevor sie als Düngemittel auf den Feldern landeten. Doch nun scheinen drei Forscher das Rätsel um das Schicksal der Gefallenen gelöst zu haben – mit einem überraschenden Ergebnis, das das Horaz-Zitat auf grauenvolle Weise ad absurdum führt.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Droht dem Westen: Der russische Präsident Wladimir Putin am 21. September 2022

          Putins neue Drohungen : Szenarien für den nuklearen Ernstfall

          Putin hat schon früher mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Diesmal sagt er, er bluffe nicht. Washington hat dafür Szenarien ausgearbeitet und Moskau gewarnt.
          Kinky Sex: Was ist heute „normal“, was dient nur den Interessen der Männer?

          Generation Z : Beginnt eine sexuelle Gegenrevolte?

          Spucken, schlagen, fesseln: Eine ganze Generation ist mit harten Pornos und der Normalisierung von „rough sex“ aufgewachsen. Gerade jüngere Frauen leiden oft darunter. Der Widerstand wächst.