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Scheidungen : Das „verflixte Jahr“ ist bereits das fünfte

  • Aktualisiert am

„Für immer” dauert meist nur ein paar Jahre Bild: KNA-Bild

Drum prüfe, wer sich ewig bindet - denn es geht in jedem dritten Fall daneben. Die Scheidungsrate in Deutschland ist so hoch wie nie, die meisten Ehen gehen schon im fünften Jahr in die Brüche.

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          Immer weniger Ehen in Deutschland sind für die Ewigkeit - die Zahl der Scheidungen ist auf einen neuen Höchststand gestiegen. Im vergangenen Jahr wurden fast 214.000 Ehen geschieden. Dies waren 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr, hält das Statistische Bundesamt fest. Das kritische Ehejahr war dabei allerdings nicht das sprichwörtlich „verflixte siebte Jahr“, sondern eher das fünfte.

          Absolut betrachtet wurden im Jahr 2003 im sechsten Jahr nach der Hochzeit die meisten Ehen geschieden, nämlich 13.946. „Das Scheitern der Ehe hat aber vorher stattgefunden“, gab der Behördenexperte zu bedenken. Eine Trennungszeit von einem Jahr angenommen, könne also am ehesten das fünfte Jahr als das „verflixte“ angesehen werden. Schafft es eine Ehe über die kritische Phase von fünf Jahren hinaus, gilt sie den Statistikern umso stabiler je länger sie hält. Nach 25 Jahren Ehe ließen sich 2003 aber immerhin noch 3147 Paare scheiden. 92 Paare haben sich 2003 allerdings auch gleich im ersten Jahr der Ehe wieder scheiden lassen.

          Viele Kinder betroffen

          Von den Paaren, die auseinander gingen, hatte die Hälfte Kinder unter 18 Jahren. Betroffen waren damit im vergangenen Jahr 170.260 Jugendliche und Kinder. Dies waren 10.160 mehr als 2002. Im Schnitt wird in Deutschland früher oder später jede dritte Ehe geschieden.

          Bild: dpa

          Laut Statistischem Bundesamt gibt es derzeit deutschlandweit knapp 19 Millionen Ehen. Damit wurden im vergangenen Jahr rechnerisch von tausend bestehenden Ehen elf geschieden. „Das ist die eine Betrachtungsweise“, sagte Behördenexperte Emmerling. „Wenn man sich ansieht, wie hoch das Risiko ist, dass eine Ehe irgendwann scheitert, wird die Sache schwieriger.“ Hier ließen sich nur grobe Schätzwerte angeben, weil dann einzelne Eheschließungsjahrgänge über Jahrzehnte ausgewertet werden müssten. „Grob kann man sagen, dass nach den jetzigen Verhältnissen damit zu rechnen ist, dass früher oder später jede Dritte geschieden wird.“ Nach Angaben der Statistiker steigt die Zahl der Ehescheidungen seit 1993 beständig an.

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