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Schadensbericht : Der Wald leidet weiter

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Dem deutschen Wald geht es nach wie vor nicht gut. Besonders Eichen und Buchen leiden, meldet der neue Waldschadensbericht.

          Der Zustand der Wälder in Deutschland bleibt kritisch. Nur 36 Prozent der Bäume sind ohne sichtbare Schäden, 64 Prozent sind leicht oder deutlich geschädigt. Eichen und Buchen zeigen die deutlichsten Schäden. Dies ist die Bilanz des Waldschadensberichts 2001, den das Bundeslandwirtschaftsministerium am Montag in Berlin vorlegte. Der Zustand der Waldbäume habe sich zwar seit 1996 „stabilisiert“, dennoch litten die Wälder weiterhin unter zu hohen Schadstoffbelastungen, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Agrarministerium, Gerald Thalheim.

          Am ärgsten setzen nach wie vor Landwirtschaft und Verkehr den Wäldern in Deutschland zu. Obwohl sich die Luftbelastung durch Schwefeldioxid „entscheidend verbessert“ hat, beeinträchtigen nach wie vor Stickstoffemissionen - etwa durch Dünger und Gülle - die Bäume. Insgesamt hat sich binnen Jahresfrist der Anteil der ungeschädigten Bäume von 35 auf 36 Prozent erhöht. Thalheim wies aber darauf hin, dass kurzfristige Betrachtungen nicht aussagekräftig seien, da die Ergebnisse auch durch von Jahr zu Jahr schwankende Faktoren wie Witterungseinfluss oder Schädlingsbefall beeinflusst würden.

          22 Prozent der Bäume mit "deutlichen Schäden"

          In Deutschland wiesen dem Bericht zufolge 22 Prozent der Bäume „deutliche Schäden“ auf: Sie haben mehr als ein Viertel ihrer Blätter oder Nadeln verloren. Für 42 Prozent der Bäume, die durch gelichtete Kronen auffallen, gilt die Warnstufe. Am stärksten geschädigt zeigten sich wie schon in den Vorjahren Eichen und Buchen: Nur 21 Prozent der Eichen und 25 Prozent der Buchen gelten derzeit als gesund. Ein Drittel von ihnen ist „deutlich geschädigt“, die Kiefer dagegen mit 14 Prozent die am wenigsten betroffene Baumart. Im vergangenen Jahr seien entsprechend dem langjährigen Durchschnitt zwei Prozent des Waldbestandes zur Holznutzung gefällt worden. Etwa drei Prozent dieser Bäume war abgestorben.

          Patient Wald

          Thalheim dämpfte Hoffnungen auf nachhaltige Besserung oder gar Entwarnung: Es sei nicht zu erwarten, dass es zu einer raschen Entspannung der Situation komme. Jahrzehntelange Schadstoffeinträge aus Verkehr, Landwirtschaft und Industrie setzten als „kritische Altlast“ der Baumgesundheit zu. Schadstoffe aus übersäuerten Waldböden gelangten nach und nach ins Grundwasser. Die Regierung werde deshalb konsequent ihre Schadstoffminderungs-Politik fortsetzen. Im Bereich der Landwirtschaft setze das Ministerium auf Verringerung der Nutzviehdichte und naturnahe Waldbewirtschaftung.

          Naturschutz-Amt: "Böden versauert"

          Der Präsident des Bundesamtes für den Naturschutz, Hartmut Vogtmann, betonte, vor allem der Zustand der Waldböden sei Besorgnis erregend. Mehr als 80 Prozent der Waldböden seien versauert. Dies gefährde nicht nur die Bäume, sondern auch das Grund- und Trinkwasser. Der Deutsche Forstwirtschaftsrat forderte, die Einnahmen aus der Ökosteuer stärker für ökologische Zwecke wie den Ausgleich der Waldschäden einzusetzen.

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