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Saudi Arabien : Israelischer Geier unter Spionageverdacht

Der Geier war zu Forschungszwecken mit GPS unterwegs Bild: REUTERS

Saudi-Arabische Behörden halten einen Geier unter dem Verdacht fest, ihr Land im Dienste des israelischen Geheimdienstes ausspioniert zu haben. Sein Verhängnis: Er trug einen Ring der Universität in Tel Aviv und ein GPS-Gerät.

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          Saudische Behörden haben einen Geier aus Israel wegen des Verdachts auf Spionage in Gewahrsam genommen. Der Vogel trug nach saudischen und israelischen Presseberichten einen Ring mit der englischen Aufschrift „Tel Aviv University“ und der Nummer R-65. Zum Verhängnis wurde dem Geier ein kleines GPS-Gerät, das offenbar seine Flugstrecke aufzeichnete und die Daten weitersendete.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Der Vogel, der bei Hajaal gelandet war, wurde deshalb den örtlichen Sicherheitskräften übergeben. Die saudische Presse spekuliert seitdem über eine „zionistische Verschwörung“ und mutmaßliche Spionagetätigkeit. Der Geier war jedoch nach israelischen Angaben nur zu Forschungszwecken unterwegs. Ein israelischer Doktorand untersuche mit der Hilfe des GPS-Geräts die Reisen des Vogels, dessen Art vom Aussterben bedroht ist, teilte ein Mitarbeiter der israelischen Naturschutzbehörde mit.

          In arabischen Ländern wird dem israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad in dieser Hinsicht viel zugetraut. So wurde zuletzt israelischen Agenten vorgehalten, hinter dem tödlichen Hai-Angriff im ägyptischen Badeort Scharm al Scheich zu stecken: Sie hätten im Dezember den Hai ausgesetzt, der eine deutsche Touristin tötete, um dem ägyptischen Tourismus zu schaden, lautete der Vorwurf.

          Am Mittwoch konnte diese Verschwörungstheorie fortgesponnen werden: Vor Scharm al Scheich wurden wieder mehrere Strände wegen der Gefahr von Hai-Attacken gesperrt. Der Gouverneur der Provinz Süd-Sinai, Mohammed Schuscha ordnete an, alle Strände mit Ausnahme von sechs Stränden zu sperren. Zu den noch geöffneten gehört der Strand der bei Touristen beliebten Bucht von Naama am Roten Meer.

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