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SARS-Lungenenzündung : Wie ein Virus auf den Menschen kommt

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Noch immer ist das SARS-Virus ein Rätsel. Forscher vermuten aber, dass es von einem Tier als Wirt stammt, sich genetisch verändert hat und so übertragen wurde.

          Jedes Virus ist auf einen Wirt angewiesen. Es will mit ihm leben und sich in ihm vermehren. Das Virus, das möglicherweise die Lungenentzündung SARS hervorruft, kann mit dem neuen Wirt Mensch nicht zusammenleben. Entweder beide sterben, oder der Wirt überlebt auf Kosten des Virus.

          Der Erreger von SARS könnte von einem Tier auf einen Menschen übertragen worden sein. Weil ein Virus aber nur mit bestimmten Wirten leben kann, müßte vor einer Übertragung eine genetische Veränderung eingetreten sein, sagt der Frankfurter Virologe Martin Stürmer: "Entweder durch Mutation oder Rekombination ganzer Genstrukturen." Nur so konnte das Ebola-Virus, das in Affen vorkommt, Menschen infizieren. Und auch der Erreger der unregelmäßig auftretenden schweren Influenza werde vermutlich jeweils von einem Tier übertragen.

          Virus könnte von einem Tier stammen

          Woher der SARS-Erreger stammt, ist noch unbekannt. Allerdings steht für den Direktor des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin, Bernhard Fleischer, mittlerweile fest, daß es sich um ein Virus aus der Familie der Coronaviren handelt. Einiges deute darauf hin, daß das bisher unbekannte Coronavirus von einem Tier übertragen wurde. Gensequenzen des identifizierten Virus weisen nach Angaben von Fleischer auf Coronaviren hin, wie sie auch bei Vögeln, Schweinen oder Rindern vorkommen. So kennen Veterinäre zum Beispiel das Respiratorische Bovine Coronavirus (RBCV), das bei Rindern (lateinisch bovus) eine schwere Lungenentzündung hervorruft. Das RBCV wird durch Tröpfchen übertragen, meist bei Rindern, die eng zusammengepfercht sind. Die Sterberate ist jedoch höher als bei SARS.

          Über den Grad der Infektiosität des SARS-Erregers wissen die Fachleute noch sehr wenig. Allerdings wird aus Hongkong berichtet, daß ein Patient eine ganze Krankenstation angesteckt haben soll. Daher befürchtet Fleischer, daß ein Mundschutz möglicherweise nicht ausreichend schützt. Während einige SARS-Patienten aber offenbar hochgradig infektiös seien, setzten andere nur wenige Viren frei. Coronaviren gehören zu den sogenannten umhüllten Viren, das heißt, sie sind nicht besonders resistent gegen Umwelteinflüsse. Wissenschaftler vermuten, daß sie ohne einen Wirt nach zwei bis drei Stunden absterben. Doch in dieser Zeit kann sich ein Mensch an einem Ort infizieren, wo zuvor ein SARS-Erkrankter Viren ausgehustet hat.

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