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Weitere Fälle in Asien und Amerika : SARS breitet sich weiter aus

  • Aktualisiert am

Angst vor weiteren Ansteckungen in Hongkong Bild: dpa

Mit Sorge beobachtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die weiter wachsende Zahl von SARS-Erkrankungen in Asien und Amerika. In Hongkong ist die Zahl der Todesfälle durch die mysteriöse Lungenentzündung auf dreizehn gestiegen.

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          PEKING/WASHINGTON. In Hongkong ist die Zahl der Todesfälle durch die Lungenentzündung SARS auf dreizehn gestiegen. Die Gesundheitsbehörden teilten am Sonntag mit, daß mittlerweile 500 Personen angesteckt seien. Besondere Sorge rief die schnelle Verbreitung der Krankheit in einem Wohnblock des Stadtteils Kowloon hervor. Dort war die Zahl der Infektionen innerhalb von vier Tagen von weniger als zehn auf 85 gestiegen.

          Die Hongkonger Gesundheitsbehörden wollen jetzt nicht mehr ausschließen, daß der Virus auch über die Luft und nicht nur über Körperkontakt und Niesen übertragen wird. Deswegen sollen Schulen und Universitäten geschlossen werden. Zudem wird an eine erweiterte Quarantäne gedacht.

          Todesfälle in Toronto

          Das amerikanische Bundesseuchenamt (CDC) und die kanadischen Gesundheitsbehörden haben die Sicherheitsvorkehrungen und Warnhinweise ebenfalls verschärft, die eine weitere Ausbreitung der mysteriösen Lungenerkrankung verhindern helfen sollen. Die Direktorin der CDC, Julie Gerberding, bestätigte am Sonntag, daß auch amerikanische Fachleute befürchteten, der Virus könne infektiöser sein als bisher angenommen.

          In den Vereinigten Staaten gibt es mehr als 60 SARS-Verdachtsfälle in mehr als zwanzig Bundesstaaten. Im benachbarten Kanada sind 37 "wahrscheinliche" Fälle von SARS bekannt, vor allem in der Umgebung von Toronto. Vier Personen sind in Kanada an der Infektion gestorben. Auf Anweisung des kanadischen Gesundheitsministeriums sollten vom Wochenende an alle Passagiere, die von Toronto ins Ausland fliegen wollen, auf die grippeähnlichen Symptome hin überprüft werden. Man folge damit einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

          Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte, womöglich werde man auch Landeverbote für Flugzeuge aus den Regionen Asiens erwägen, die besonders schlimm von SARS betroffen seien. Krankenhäuser in der Umgebung von Toronto mußten ihre Besucherzeiten einschränken.

          Tausenden von Besuchern jenes Krankenhauses in Toronto, in dem zwei Menschen an SARS gestorben waren, wurde empfohlen, sich zu Hause in Quarantäne zu begeben und im Beisein von Familienangehörigen einen Mundschutz zu tragen. Wie die Zeitung "New York Times" berichtete, legen mittlerweile auch einige Taxifahrer und Fahrer von öffentlichen Transportmitteln in Toronto aus Angst vor SARS einen Mundschutz an. Stewardessen der Fluggesellschaft "Air Canada" hätten darum gebeten, Handschuhe tragen zu dürfen, doch sei diese Bitte abgelehnt worden.

          Das amerikanische Bundesseuchenamt rät Personen mit Anzeichen von SARS, noch zehn Tage nach dem Verschwinden der Symptome zu Hause zu bleiben. Bei "engem Kontakt" mit anderen Personen sollten die verdächtigen Patienten einen Mundschutz tragen. Sei das nicht möglich, sollten die Familienmitglieder einen Mundschutz anlegen.
          Auch in Asien gehen nur noch wenige Menschen ohne Mundschutz auf die Straßen. In Hongkong bildeten sich am Sonntag vor Geschäften, die solche Masken verkaufen, lange Schlangen. Nachdem am Freitag offiziell bekanntgegeben worden war, daß es in China mehr als 800 Fälle der Krankheit gegeben hat, breitet sich vor allem in Peking Furcht vor SARS aus. Es gibt Gerüchte, daß es noch viel mehr Infektionen geben könnte, da die chinesischen Angaben nur die Fälle bis Ende Februar umfassen. Seit die Krankheitsfälle in China mit in die Statistik aufgenommen wurden, gibt es nach Angaben der WHO 1600 SARS-Kranke, 57 Menschen sind bisher an der Lungenkrankheit gestorben.

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