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Saudi-Arabien : Salafist verbietet Schneemänner

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Sicher ist sicher: Dieser nach dem Schneesturm von frierenden Saudis gebaute Schneemann hat kein Gesicht Bild: AFP

Durch den Norden Saudi-Arabiens ist ein Schneesturm gefegt. Daraufhin fragten Väter einen Prediger, ob sie nun mit ihren Kindern Schneemänner bauen dürften. Die Antwort: nein. Aber Obst aus Schnee ist erlaubt.

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          Der salafistische Prediger Muhammad Salih al-Munajjid betreibt eine Website, auf der er Fragen zum Islam in Form von Rechtsauskünften beantwortet. Unter den neuesten Fatwas werden Fragen beantwortet wie „Darf mein Freund in eine Wohnungsgenossenschaft eintreten, um eine günstige Wohnung zu bekommen?“ und „Ich erwäge meine Cousine zu heiraten, aber sie ist von einem Dschinn besessen. Was sagt der Prophet zu einer solchen Heirat?“.

          Auch die Frage, ob Schneemänner erlaubt sind, tauchte auf der Website auf. Die Frage mag im christlichen Kulturkreis abwegig erscheinen, doch nach Ansicht islamischer Fundamentalisten sind Abbildungen von Lebewesen generell verboten. Der Mensch soll nicht versuchen, Gott mit der Schaffung eines anderen Menschen oder eines Tieres nachzuahmen. Muhammad Salih al-Munajjid nimmt hiervon Abbildungen aus, die wie Vogelscheuchen kein Gesicht haben.

          Doch das Abbildungsverbot gelte grundsätzlich auch für Schneemänner, da seien sich viele Geistliche einig, schreibt der Prediger. Dass Schneemänner nur mit viel Phantasie Menschen ähnelten, sei dabei irrelevant. Trotzdem sollten Kinder natürlich spielen. Deshalb empfiehlt er, den Kopf wegzulassen. Ohne Kopf gelte die Abbildung nicht als menschlich. Auch aus Teig dürften übrigens keine Menschen geformt werden. Die Abbildung von Tieren sei ebenfalls verboten. Erlaubt seien viele andere Dinge wie Bäume, Schiffe, Früchte und Gebäude.

          Saudi-Arabien hatte in den vergangenen Tagen einen ungewöhnlichen Kälteeinbruch erlebt. Sogar in der Wüste schneite es. Ein Tiefdruckgebiet brachte kalte Luft aus Russland in den sonst von der Sonne verwöhnten Staat.

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