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Sahara-Geiseln : ARD: Sicherheitsbehörden haben Video der Sahara-Geiseln

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Von den 14 europäischen Sahara-Geiseln gibt es nach fünf Monaten Ungewißheit ein erstes Lebenszeichen. Die Entführer haben den Behörden in Mali ein Videoband zugespielt.

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          Von den 14 europäischen Sahara-Geiseln gibt es nach Informationen der ARD nach fünf Monaten Ungewißheit ein erstes Lebenszeichen. Den deutschen Sicherheitsbehörden liege ein aus Mali übermitteltes Video der Kidnapper vor, das die Entführten zeige. In der Aufnahme komme jeder der Gefangenen zu Wort und grüße seine Angehörigen. Darin sei ein Datum aus den vergangenen Tagen zu sehen. Daraus schließen die Behörden, daß die Aufnahme nach der Ankunft der Geiseln in Mali entstanden ist.

          Die malische Zeitung „L'Indépendant“ hatte am Mittwoch berichtet, die vermutlich insgesamt 25 Entführer hätten dem malischen Präsidenten Amadou Toumani Touré eine Videokassette zugesandt, um die Anwesenheit auf malischem Territorium bekannt zu machen und Bedingungen für die Freilassung der Geiseln zu stellen. Das Videoband sei bereits am Montag überbracht worden.

          Kontakt zwischen Geiselnehmern und Stammesführern

          Erst am Dienstag war bekannt geworden, daß eine 45 Jahre alte Augsburgerin die Strapazen des Geiseldramas nicht überlebt hat. Nach Angaben von Angehörigen starb sie möglicherweise schon vor längerer Zeit an einem Hitzschlag. Die übrigen Verschleppten hätten die Tortur ihrer Zwangsreise von Algerien nach Mali offenbar gut überstanden.

          Am Donnerstag hatten die Entführer der Sahara-Touristen Kontakt zu Stammesoberhäupter in Mali aufgenommen. 14 Geiseln seien noch am Leben, aber der Gruppe und ihren Entführern geht das Essen aus. Auf den Tod der 45jährigen Manuela Spitzer, der am Dienstag bekannt geworden war, seien die Entführer nicht eingegangen, hieß es.

          Umgehende Antwort

          Die Geiselnehmer wandten sich in einem Brief an die Stammesoberhäupter in der malischen Stadt Kidal, rund 1.100 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako. Es gebe Probleme mit der Nahrungsmittelversorgung für die Ausländer, schrieben die Geiselnehmer in einem Brief an Würdenträger in Kidal.

          Örtliche Vertreter hätten am Montag den Entführern auf algerischem Territorium eine Nachricht zukommen lassen, die umgehend beantwortet worden sei, sagte ein malischer Stammesältester in Kidal, rund 1.100 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako. In der Nachricht der Entführer habe es geheißen, es werde zunehmend schwierig, die Geiseln zu ernähren, sagte ein weiterer Stammesältester der Nachrichtenagentur AFP.

          Geiselnehmer kennen sich in Mali aus

          Trotz der Zusicherungen über freies Geleit befürchteten die Entführer eine Blitzaktion algerischer Militärkräfte im Grenzgebiet nach Freilassung der Geiseln. „Die Stammesführer in Kidal genießen das Vertrauen der Geiselnehmer, es hat Gespräche gegeben“, sagte der Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP.

          Die Entführer hätten ihre Geiseln aus Algerien nach Mali verschleppt, „weil sie diese Region wie ihre Westentasche kennen“. Auch algerische Medien haben seit Tagen über eine Verschleppung der Geiseln nach Mali spekuliert. Bisher konnte jedoch kein genauer Aufenthaltsort ermittelt werden.

          Das Auswärtige Amt in Berlin und die Schweizer Regierung äußerten sich weiterhin nicht zu den Medienberichten, um die Sicherheit der verschleppten Touristen nicht zu gefährden. „Für uns steht die Sicherheit der entführten Personen im Vordergrund“, sagte ein Sprecher des Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Donnerstag auf Anfrage.

          Das Geiseldrama hatte in der letzten Februarwoche begonnen. In mehreren Gruppen wurden insgesamt 32 europäische Abenteuer-Urlauber entführt. 17 von ihnen wurden im Mai befreit. Die Entführer sollen einer algerischen Islamistengruppe angehören.

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