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Rumänien : Draculas Schloss sucht einen neuen Burgherrn

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Zu Verkaufen: Draculas Schloss in Bran Bild: AP

Fürst Vlad III., besser bekannt als Graf Dracula, war angeblich hier gefangen, Schloss Bran wurde zur Vorlage für die Vampirburg. Jetzt soll das rumänische Schloss verkauft werden. Die Burgherren sind in die Jahre gekommen.

          Immobilien gelten als sichere und sinnvolle Geldanlagen. In Rumänien steht nun ein Gebäude zum Verkauf, das nicht unbedingt zum Wohnen einlädt, aber allein wegen seines Rufes reizvoll sein könnte. Die New Yorker Anwaltskanzlei Herzfeld & Rubin bietet Schloss Bran zum Verkauf an, besser bekannt als Wohnsitz Graf Draculas.

          Für wie viel Geld das Anwesen seinen Besitzer wechseln kann, ist unklar. „Wenn jemand ein angemessenes Angebot macht, werden wir es ernsthaft untersuchen“, sagte Mark Meyer dem britischen „Telegraph“. Der amerikanische Anwalt ist Partner der Kanzlei, die sich um den Verkauf des Schlosses kümmert. Den Kaufwert von Schloss Bran schätzen Immobilienmakler auf rund 135 Millionen Dollar (etwa 98 Millionen Euro).

          Allerdings hat das Schloss einen Haken: Es gibt zwar etliche dutzend Schlafzimmer, aber kein einziges Badezimmer. Außerdem führt eine Hauptverkehrsstraße in unmittelbarer Nähe am Schloss vorbei. Vor dem Lärm freilich könnten die dicken Mauern schützen. Doch zum Wohnen wurde das Schloss in den vergangenen Jahrzehnten nicht genutzt.

          Das Muster für Draculas Schloss

          Lang und wechselhaft ist die Geschichte der Burg: Die erste Festung in Bran wurde vor etwas mehr als 800 Jahren vom Deutschritterorden errichtet, 1388 wurde die noch heute stehende Burg fertig gestellt. 1459 zog Fürst Vlad III. auf einem Feldzug durch Bran. Er war Vorbild für die Romanfigur Dracula. Er soll eine Vorliebe für Hinrichtungen durch Pfählen gehabt haben. Deshalb bekam er den Beinamen den Pfähler. Gewohnt hat Vlad, der Pfähler aber nie auf Schloss Bran. Angeblich soll er aber immerhin für ein paar Monate dort eingesperrt gewesen sein. Und so wurde die Burg auch Vorbild für das Anwesen des Vampir-Fürsten in Bram Stokers Roman.

          Echte Vampire haben auf Schloss Bran wohl nicht gelebt. Dafür aber echte Fürsten und Könige. Die letzten Bewohner waren Prinzessin Ileana von Rumänien und Anton von Habsburg. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden sie von rumänischen Kommunisten aus der Burg vertrieben. „Die gesamte königliche Familie bekam 1948 24 Stunden Zeit, um nicht nur das Schloss, sondern das ganze Land zu verlassen“, sagt Anwalt Meyer. Erst 2006 gab Rumänien das Schloss an Erzherzog Dominik von Habsburg und dessen Schwestern Maria Magdalena und Elisabeth zurück. Die wollten das Schloss daraufhin an Rumänien zurück verkaufen. Doch die geforderten 80 Millionen Dollar, etwa 58 Millionen Euro, waren dem Land zu teuer.

          Neue Schlossherren für die Touristenattraktion gesucht

          Statt dessen ließ die Familie Habsburg das Schloss renovieren und als Museum eröffnen. Schon unter dem kommunistischen Staatspräsidenten Nicolae Ceausescu war Bran zu einem Touristenziel  ausgebaut worden. Geht es nach Dominik von Habsburg, soll der zukünftige Besitzer das Schloss weiter für Besucher ausbauen, das schon jetzt rund 560.000 Besuchen im Jahr hat.

          „Erzherzog Dominik und seine Familie kümmern sich sehr intensiv um das Schloss und es ist in weit besserem Zustand als zu der Zeit, als es von der Regierung betrieben wurde.“ Dominik von Habsburg hat einen persönlichen Bezug zum Schloss. Er verbrachte dort seine Kindheit, bis die Familie vertrieben wurde. Nun ist er über 70 Jahre alt, genauso wie seine beiden Schwestern.

          Wie lange die drei Geschwister Schloss Bran noch führen können, ist ungewiss. Die Suche nach einem Käufer ist also gewissermaßen auch die Suche nach den Nachfolgern der Habsburger Schlossherren in Bran.

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