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Rostock : Anschlag auf das "Sonnenblumenhaus"

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Zehn Jahre nach den Übergriffen gegen Vietnamesen haben Unbekannte im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen Molotowcocktails auf ein asiatisches Geschäft geworfen.

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          Rund zehn Jahre sind seit den Übegriffen Rechstradikaler gegen ein von Ausländern bewohntes Haus im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen vergangen. In der Nacht zum Samstag haben Unbekannte im selben Stadtteil zwei Brandanschläge verübt. Dabei entstand nach Polizeiangaben geringer Sachschaden an Mobiliar, Teppichboden und Auslegeware. Verletzt wurde niemand.

          Wie ein Sprecher des Rostocker Polizeipräsidiums FAZ.NET sagte, seien ein von Vietnamesen betriebener "Asia Markt" am Rande einer Kaufhalle sowie kurz darauf ein Büro der Arbeiterwohlfahrt von Molotowcocktails getroffen worden. Das Büro befindet sich im sogenannten "Sonnenblumenhaus", das 1992 Ziel ausländerfeindlicher Ausschreitungen gewesen war. Augenzeugen hätten Jugendliche beobachtet, die vom Tatort weggerannt seien. Die Polizei habe eine Ermittlungsgruppe gebildet, in die auch Mitarbeiter der Fachkommissariate gegen Rechtsradikalismus eingebunden seien, sagte der Sprecher.

          Im August 1992 hatte eine Gruppe von Jugendlichen ein von Vietnamesen bewohntes Heim - heute das "Sonnenblumenhaus" - mit Steinen und Brandsätzen angegriffen; die Bewohner entkamen erst in letzter Minute über das Dach in ein Nachbarhaus. Erst in diesem Sommer waren die letzten Angeklagten verurteilt worden - zu Bewährungsstrafen. Wegen der ausländerfeindlichen Krawalle vor zehn Jahren hatte die Staatsanwaltschaft damals in mehr als 400 Fällen ermittelt. Daraus resultierten 35 Prozesse mit rund 40 Verurteilungen und drei Strafbefehlen. Das Höchsturteil hatte sich auf eine dreijährige Jugendhaftstrafe belaufen.

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