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Rosenmontagsumzüge : Die Jecken teilen aus

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In Düsseldorfer ist der ehemalige Verteidigungsminister ein Bruchpilot Bild: dpa

In Köln und Düsseldorf feiern und schunkeln Millionen von Zuschauern bei den Rosenmontagsumzügen. Die politischen Vorlagen stimmen diesmal - und auch das Karnevalswetter. Einer der wichtigsten Pappkameraden: Karl-Theodor zu Guttenberg.

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          Guttenberg kracht mit Kampfjet ins Kanzleramt, Sarrazin spießt eine türkische Familie auf, und Gaddafis Kartenhaus bricht zusammen - bei den Rosenmontagszügen war diesmal Action angesagt. Dazu kam ein wolkenloser Himmel über sämtlichen deutschen Karnevals,- Fastnachts- und Faschings-Hochburgen. Da wurden selbst ein paar Karnevalshasser schwach und stellten sich ohne Kostüm still und leise in der letzten Reihe mit dazu.

          Plagiator Guttenberg war natürlich das Lieblingsthema der Wagenbauer. In Düsseldorf schlug ein besonders gut getroffener Karl-Theodor an „Merkels 11. September“ mit einem Kampfjet im Kanzleramt ein. In Köln war die Farbe gerade erst getrocknet: Der Guttenberg-Wagen war dort zweimal umgebaut worden, weil er immer wieder von der Aktualität eingeholt worden war. In der endgültigen Fassung tauchte der falsche Doktor nun aus einem Kopierer auf - nach dem Motto „Kopieren statt studieren“. Doch ein Tritt von Angela Merkel beförderte ihn sogleich in die Wüste.

          Der wohl schönste Kölner Wagen mit rund 200 Figuren zeigte den Volksaufstand in Libyen. Mit Sägen, Hämmern und Stoßen brachten die Libyer das Kartenhaus des Gewaltherrschers Muammar al-Gaddafi zum Einsturz.

          Wurde erst am Wochenende fertig: der Guttenberg-Wagen für den Kölner Rosenmontagszug

          „Auf jeden Fall wird's knackevoll“

          In Düsseldorf kniete Europa mit einem dicken Euro-Sack vor dem libyschen Staatschef, der triumphierend ein Ölfass hinter seinem Rücken festhielt. Der Kommentar dazu lautete: „Schade, das lief wie geschmiert.“
          Die Düsseldorfer, die für ihre frechen und oft auch politisch unkorrekten Wagen bekannt sind, griffen auch die Sarrazin-Debatte auf: Mit einer Lanze durchbohrte der Bestseller-Autor Thilo Sarrazin („Deutschland schafft sich ab“) als Ritter eine türkische Mutter mit einem sehr voll besetzten Kinderwagen.

          Zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche zeigten die Düsseldorfer einen Priester mit einem kleinen Jungen auf dem Schoß. Dazu der Spruch: „Bei uns ist jeden Tag Weltjugendtag“. Das wäre in Köln, wo das Dreigestirn in dieser Session sogar von Papst Benedikt XVI. empfangen wurde, nicht denkbar.

          Bei strahlender Sonne zogen die Rosenmontagszüge am Rhein Millionen von Zuschauern an. In Köln verzichtete das Festkomitee allerdings erstmals auf eine Schätzung. „Das ist ja gar nicht wichtig“, sagte die Sprecherin Sigrid Krebs. „Auf jeden Fall wird's knackevoll.“ Inoffizielle Schätzungen sprachen von 1,5 Millionen Zuschauern in der Domstadt.

          Der Kölner Zug war mit 150 Wagen und 7,5 Kilometern Länge wieder der größte in Deutschland. Unter den mitfahrenden Prominenten war BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken. Das Motto hieß diesmal „Köln hat was zu beaten“. Die Düsseldorfer spielten mit „Jebuddelt, jebaggert, jebützt“ auf ihren U-Bahn-Bau an

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