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Rom : Papst überzeugt: Knochen sind authentisch

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Einen Tag vor dem heutigen St. Peter und Paul Fest erklärte Papst Benedikt XVI. in Rom, wissenschaftliche Untersuchungen stützten die Auffassung, die Knochen in dem Sarkophag der Basilika Sankt Paul vor den Mauern stammten tatsächlich von dem Apostel.

          Zum Abschluss des Paulus-Jahres hat Papst Benedikt XVI. am Sonntag in Rom während eines Gottesdienstes erklärt, das sogenannte Paulusgrab in Rom enthalte vermutlich tatsächlich die Knochen des Apostels.

          Archäologen hätten erstmals die Knochen in dem Sarkophag in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern mit Hilfe der C-14-Methode untersucht und seien zu dem Schluss gekommen, dass sie auf das erste oder zweite Jahrhundert nach Christus zurückdatierten. In dem Sarkophag entdeckten die Archäologen neben den Knochen auch einige Körner Weihrauch, ein „kostbares“ Stück purpurfarbenen Leinenstoffs mit Goldpailletten und ein blaues Gewebe mit Leinenfasern, berichtete der Papst.

          Bestätigung der Überlieferung

          „Dies scheint die einhellige und unbestrittene Tradition zu bestätigen, dass es sich um die sterblichen Überreste des Apostels Paulus handelt“, sagte Benedikt weiter mit Bezug auf die schon fast 2000 Jahre alte christliche Überlieferung. Laut Volksglauben sollen Schädelfragmente des Heiligen in einer anderen Kirche in Rom, der Lateranbasilika beigesetzt sein. Nach christlicher Überlieferung wurde Paulus während einer Christenverfolgung in Rom geköpft.

          Die archäologischen Arbeiten an dem Grab begannen 2002. Der rund 2,4 Meter lange Sarkophag aus weißem Marmor selbst stammt aus dem 4. Jahrhundert und wurde unter dem Altar der Kirche eingesetzt. Die Basilika Sankt Paul vor den Mauern (Basilica di San Paolo fuori le mura) wurde auf den Fundamenten zweier Kirchen aus dem 4. Jahrhundert errichtet, darunter eine, die bei einem Feuer 1823 zerstört wurde. Das Grab war nicht beschädigt worden. Beim Wiederaufbau wurde die Krypta mit Erde aufgefüllt und darüber ein neuer Altar errichtet.

          Ikone aus dem vierten Jahrhundert entdeckt

          Die Kirche entschloss sich, den Sarg freizulegen, nachdem sich viele Gläubige 2000 bei den Feiern zum Heiligen Jahr enttäuscht gezeigt hatten, dass sie den Sarg nicht sehen und berühren können. Petrus und vor allem Paulus gelten als die Apostel, die das Christentum nach Jesu Tod in die Welt getragen haben.

          Der am Sonntag bekanntgegebene Funderfolg war bereits die zweite in genauso vielen Tagen: Die Vatikan-Zeitung „Osservatore Romano“ verkündete am Samstag die Entdeckung eines Freskos des Apostels aus dem späten 4. Jahrhundert. Das runde Fresko mit Goldverzierungen zeigt das Gesicht des Heliligen und soll damit die älteste bekannte Paulus-Ikone sein.

          Verleihung des Palliums

          Gefunden wurde das Abbild bei Ausgrabungen im Grab der Heiligen Tecla in Rom. Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Kultur, Monsignore Gianfranco Ravasi, sprach angesichts des Fundes von einem außergewöhnlichen Ereignis, dass ein sprechender Beweis des Chhristentums der ersten Jahrhunderte sei.

          Das Fest St. Peter und Paul am heutigen Montag gehört zu den wichtigsten Feiertagen der römisch-katholischen Kirche. Zu diesem Anlass wird der Papst in Rom allen von ihm jüngst neu ernannten Erzbischöfen das Pallium verleihen, ein wollener Schal mit schwarzen Kreuzen auf weißem Grund, das für die pastorale Autorität und das direkte Band mit dem Papst steht.

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