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Rom : Das Kolosseum wird renoviert

Die größten Restaurierungsarbeiten der vergangenen 75 Jahre sollen in der italienischen Hauptstadt beginnen. Bild: reuters

Bis 2015 soll die Renovierung des Amphitheaters in Rom abgeschlossen sein – dabei hat sie noch gar nicht angefangen. Das Geld dafür stammt vom Gründer eines Luxuskonzerns.

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          Fast zwei Jahre nach der ersten Präsentation der Pläne zu einer grundlegenden Renovierung des römischen Kolosseums soll das Projekt bald beginnen. In Rom haben der Bürgermeister Gianni Alemanno und der als Mäzen auftretende Unternehmer Diego Della Valle verkündet, dass die Arbeiten bis 2015 vollendet sein sollen. Das Vorhaben war mehr als ein Jahr verzögert worden, weil eine kleine Verbraucherorganisation gegen den Bürgermeister und den Unternehmer Anzeige erstattet hatte mit dem Argument, die Ausschreibung für das Sponsoring des Projekts sei nicht einwandfrei gewesen, und in der Annahme, es gebe noch weitere zahlungswillige Finanziers.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Das juristische Verfahren, über das sowohl der Bürgermeister Alemanno als auch der Unternehmer Della Valle verwundert und erzürnt waren, ist allerdings im Sande verlaufen. Andere Sponsoren gab es nicht. Alemanno sagte nun, die Verzögerungen hätten ihren Grund in einer „Kultur des Nein“ und in einer Gegnerschaft gegen jede Veränderung. Dabei sei das Kolosseum seit 73 Jahren nicht mehr umfassend renoviert worden. Neben einer restauratorischen Behandlung für das Bauwerk sind auch neue Einrichtungen für die Besucher geplant. Bisherige Einrichtungen im Kolosseum sollen in ein neues Besucherzentrum neben dem Denkmal ausgelagert werden.

          Schuh-Unternehmer Diego Della Valle
          Schuh-Unternehmer Diego Della Valle : Bild: dpa

          Diego Della Valle, Gründer des Schuh- und Luxuskonzerns unter der Marke Tod’s, will 25 Millionen Euro für die Renovierung bereitstellen. Bedingung sei, dass niemand das Bauwerk mit einem Logo verunstalten dürfe, sagte Della Valle. Sein Unternehmen lebe vom Prestige italienischen Stils, daher sei es nur logisch, dass es sich eines Projekts annehme, das italienische Kultur symbolisiere. Die Verzögerungen bargen nach Ansicht von Della Valle die Gefahr, dass sich danach die Auffassung verbreiten könnte, ein Engagement in Italien sei nutzlos. Nun solle die Renovierung des Kolosseums auch für Nachahmer sorgen.

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