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FAZ Plus Artikel Karneval in Rio : Der Widerstand im Sambodrom

Im Stadtteil Santa Teresa wird gefeiert. Bild: EPA

In Brasilien beginnt der Karneval. Die Sambaschulen haben das Spektakel als Ort der Narrenfreiheit und der Sozialkritik wiederentdeckt.

          Bunt, laut und aufreizend sind die Defilees der Sambaschulen in Rio de Janeiro, die jedes Jahr Hunderttausende in das Sambodrom der Metropole am Zuckerhut ziehen. Die fortschreitende Kommerzialisierung drohte das Spektakel in den vergangenen Jahren schon zu einem oberflächlichen Marketinganlass mit mehr oder weniger subtilem Product-Placement verkommen zu lassen. Doch nun legen die Darbietungen ihre Seichtheit und Feuchtfröhlichkeit zusehends ab. Angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten und der politischen Wirren in Brasilien haben sich einige der Sambaschulen wieder auf ihre Wurzeln zurückbesonnen: auf den Samba als eine kulturelle Ausdrucksform der afrobrasilianischen Bevölkerung – und deshalb im historischen Kontext stets auch ein Instrument des Klassen- und Rassenkampfes.

          Tjerk Brühwiller

          Freier Berichterstatter für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Schon in früheren Jahrzehnten hatten einzelne Sambaschulen immer wieder Kritik an der Obrigkeit und an den Zuständen im Land geübt. In den vergangenen beiden Jahren haben viele Schulen das Kritikpotenzial des Karnevals wieder für sich entdeckt. Die Inhalte sind politischer geworden. Das zeigte sich schon vor einem Jahr, als beispielsweise die Sambaschule Paraíso de Tuiutí in ihrem Defilee die Frage ins Zentrum rückte, ob die Sklaverei in Brasilien tatsächlich abgeschafft sei. Direkt wurde damit auf eine Arbeitsmarktreform des damaligen Präsidenten Michel Temer angespielt. Auf einem der Wagen thronte ein Vampir mit Präsidentenschärpe – ein Bild, das um die Welt ging.

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          Menschen tanzen bei der „Galo da Madrugada“-Parade, einem beliebten Karnevalsumzug im Nordosten Brasiliens.

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          Mitglieder der Sambaschule „Beija Flor“ üben im Sapucai-Sambodrom.

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