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Rinderwahn : FAZ: Mängel bei BSE-Tests in Baden-Württemberg

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Es war fast zu erwarten: Auch in Baden-Württemberg hat es möglicherweise Unregelmäßigkeiten bei BSE-Tests gegeben.

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          Die Serie der Unregeläßigkeiten bei BSE-Tests in Deutschland weitet sich aus: Nach Fehlern in Bayern und Rheinland-Pfalz ist nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) offenbar auch in Baden-Württemberg mit mangelhaften Kontrollen von Rindfleisch zu rechnen.

          In einem Labor in Baden-Württemberg seien Unregelmäßigkeiten festgestellt worden, berichtete die Zeitung. Außerdem hätten offensichtlich mehrere Labors weniger so genannte Negativkontrollen vorgenommen, als vorgesehen war. Auch ein Großlabor soll aufgefallen sein. Ein nicht genannter Mitarbeiter des Bundesverbraucherministeriums sagte der Zeitung zu den Folgen, falls sich die Verdachtsmomente bestätigten: „Dann kommen wir in Größenordnungen wie in Bayern.“

          Aufhorchen in Brüssel

          Auch EU-Verbraucherkommissar David Byrne lässt den Vorfällen nun erhöhte Aufmerksamkeit zukommen. Byrne habe von Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) genauere Informationen über Gesundheitsschutz und das weitere Vorgehen verlangt, meldet die FAZ. Bis zum 19. Februar erwarte er einen vollständigen Bericht.

          Am Freitag hatte Byrne erklärt, die EU-Kommission werde ihre Millionenzuschüsse für BSE-Tests nur für unbedenkliche Testlabors zur Verfügung stellen. Die Kommission der Europäischen Union (EU) hat Deutschland nach seinen Worten für 2002 mehr als 20 Millionen Euro für die Überwachung der Rinderseuche BSE in Aussicht gestellt.

          Im Januar war bekannt geworden, dass in Bayern in einem nicht zugelassenen Labor rund 39.500 Rinder auf BSE getestet worden waren. Bund und Länder hatten daraufhin vereinbart, das Fleisch der Tiere vom Markt zu nehmen und sicher zu stellen. Vergangenen Montag hatte die rheinland-pfälzische Landesregierung bekannt gegeben, dass Rindfleisch auch dort in privaten Labors unzulänglich auf BSE untersucht worden war und in den Handel gelangt sei. Davon betroffen sind den Angaben nach bis zu 13.000 Rinder. Die Rinderseuche steht im Verdacht, beim Menschen eine Variante der tödlichen Creutzfeld-Jacob-Krankheit auszulösen.

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