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Trockene Flussbetten : Niedrige Flusspegel legen sogenannte Hungersteine frei

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Ein sogenannter Hungerstein mit einer Inschrift aus dem Jahr 1963 und 2003 liegt am 09.06.2015 gut sichtbar in der Elbe bei Pirna-Oberposta (Sachsen). Bild: picture alliance / dpa

„Wenn du mich siehst, dann weine“: Die sogenannten Hungersteine sind Zeugnisse längst vergangener Trockenperioden. In diesem Jahr kommen sie wegen der niedrigen Pegel wieder ans Licht.

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          Wenn die Pegel sinken, kommen sie zum Vorschein: die sogenannten Hungersteine. Zum Teil seit Jahrhunderten liegen sie in Flussbetten und sind nur sehen, wenn es ein wirklicher Dürre-Sommer ist. So wie in diesem Jahr. Vor allem der Rhein meldet seit Wochen einen neuen Niedrigstand nach dem anderen. Nun sind dort ebenso wie in der Elbe die Hungersteine wieder aufgetaucht, die sonst unter der Wasseroberfläche verschwinden.

          Sie zeigen mit ihren Inschriften Dürrejahre an, können aber auch die Betrachter vor den Folgen des Wassermangels warnen: Ernteausfällen und Hungersnöten. Denn ein derart niedriger Wasserstand bedeutet auch, dass Schiffe nicht mehr fahren können und Lebensmittellieferungen ausbleiben.

          Hungersteine vor allem in der Elbe

          In den sozialen Medien werden Bilder der Steine aktuell wieder fleißig geteilt. Auf Twitter hat das Foto des Hungersteins aus dem tschechischen Děčín schon fast 90.000 Likes gesammelt. „Wenn du mich siehst, dann weine“, ist dort auf Deutsch eingemeißelt. Der Stein in der Elbe stammt wohl von 1616 und liegt im deutsch-tschechischen Grenzgebiet.

          Wie der „Spiegel“ allerdings feststellt, ist das auf Twitter verbreitete Bild gar nicht aus diesem Jahr, sondern wohl aus dem Hitzesommer 2018. Denn der tschechische Teil der Elbe meldet bisher gar keine außergewöhnlich niedrigen Pegelstände. Wie jedoch verschiedene Lokalmedien berichten, sind Hungersteine in der Weser, in der Talsperre Werda, im sächsischen Vogtland, oder eben im Rhein aufgetaucht.

          Immerhin gibt es Hoffnung, dass die Pegel im Herbst wieder steigen. Auf einem Hungerstein in Niedersachsen ist geschrieben: „Geht dieser Stein unter, wird das Leben wieder bunter.“

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