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Rekordjagd : Jüngster Weltumsegler wieder daheim

  • Aktualisiert am

Perham mit seiner Mutter - „Eine Inspiration für uns alle” Bild: AFP

Der 17 Jahre alte Mike Perham hat nach neun Monaten allein auf den Weltmeeren wieder in der Heimat angelegt. Die Jagd immer jüngerer Segler nach Rekorden hatte zu einer Kontroverse um die erst 13 Jahre alte Niederländerin Laura Dekker geführt.

          Der jüngste Weltumsegler in der Geschichte der Seefahrt ist am Samstag nach neunmonatiger Fahrt wieder in Großbritannien eingetroffen. Bei seiner Ankunft in Portsmouth jubelten Tausende Menschen dem 17-jährigen Mike Perham zu. Er war 16, als er im November mit einer Rennjacht zu seiner 45.000 Kilometer langen Reise aufbrach. Im März wurde er 17 Jahre alt.

          Ein Vertreter des „Guinness Buchs der Rekorde“ bestätigte, dass Perham als jüngster Mensch anerkannt wurde, der die Welt mit Unterstützung umsegelte. Perham wollte die Bestleistung ursprünglich im Alleingang schaffen, wegen technischer Probleme musste er dann aber Hilfe annehmen. Die Jagd immer jüngerer Segler nach Rekorden hat gerade erst zu einer hitzigen Kontroverse um die erst 13 Jahre alte Niederländerin Laura Dekker geführt. Sie will mit Einverständnis ihrer Eltern ebenfalls die Welt allein umsegeln. Ein Gericht in Utrecht untersagte dem Mädchen am Freitag vorerst das ehrgeizige Vorhaben, setzte aber bis Ende Oktober eine psychologische Klärung an. Auch Mike hat von den Plänen des Mädchens schon gehört und meint: „13 ist schon sehr jung.“

          Täglich rund 5000 Kalorien

          Mit seinem 15 Meter langen Segelboot hatte Mike Perham auf der rund 40.000 Kilometer langen Strecke den Äquator und jeden Längengrad überquert. Der bisher jüngste Rekordhalter für eine Alleinüberquerung der Weltmeere war der Amerikaner Zac Sunderland. Ihm gelang dieses Kunststück ebenfalls mit 17, allerdings war er etwa 3 Monate älter als der Engländer. Und er war wegen seines kleineren Boots mit 400 Tagen auch deutlich langsamer.

          Weihnachten und seinen 17. Geburtstag verbrachte Perham allein

          Als Mike Perham nach 286 Tagen den Ärmelkanal erreichte, empfing ihn das Kriegsschiff „HMS Mersey“. „Ich habe es geschafft, ich habe meinen Traum erfüllt, das ist großartig“, sagte er. Und auch wenn er bereits als Siebenjähriger das Segeln gelernt und als 14-Jähriger als damals jüngster Mensch den Atlantik alleine mit einem Segelboot überquert hatte, war die Zeit auf hoher See nicht immer einfach. Neben der Einsamkeit - er war Weihnachten ebenso alleine wie zu seinem 17. Geburtstag im März - hatte er technische Probleme, die ihn zu mehreren Reparaturstopps zwangen.

          Und da waren natürlich die körperlichen Strapazen: An Bord seines Schiffs „totallymoney.com“ - benannt nach dem Sponsor des 200.000 Pfund (rund 227.000 Euro) teuren Abenteuers - waren immer nur kurze Nickerchen von bis zu einer Stunde erlaubt, während ein Autopilot ihn auf Kurs hielt. Mit Bergen von Reis, Nudeln und seiner Lieblingsschokolade, die sich in der Kombüse stapelten, verschlang er täglich rund 5000 Kalorien, die er auf hoher See schnell wieder verbrannte. Und wenn es an Bord mal nichts zu tun gab und die Ozeane ihn zur Ruhe kommen ließen, schlug er mit Musik, DVDs und Gesprächen per Satelliten-Telefon die Zeit tot. Sein Wunsch für seinen ersten Tag an Land ist ganz bescheiden: „Ein gutes Essen und Ausschlafen.“

          Mikes Vater Peter platzte nach der erfolgreichen Tour vor Stolz: „Er hat bewiesen, dass man mit festem Willen auch in den widrigsten Umständen bestehen kann. Er hat der Welt gezeigt, dass er ein außergewöhnlicher junger Mann und eine Inspiration für uns alle ist.“ Als Mike sein Ziel im Ärmelkanal erreicht hatte, kam sein Vater an Bord, um mit seinem Sohn die verbleibende Strecke bis zur Hafenstadt Portsmouth zurückzulegen.

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