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„MSC Gülsün“ in Bremerhaven : Rekord-Frachtschiff auf der Nordsee

Mehr als 23.000 Standardcontainer kann das Schiff transportieren. Bild: dpa

Es ist nach Angaben der Reederei das größte Containerschiff der Welt: Die 400 Meter lange „MSC Gülsün“ steuert auf ihrer ersten Fahrt auch Bremerhaven an. An den großen Schiffen gibt es auch Kritik.

          Auf seiner Jungfernfahrt aus Asien ist das nach Angaben der Reederei größte Containerschiff der Welt, die „MSC Gülsün“, am Montag in Bremerhaven angekommen. Das 400 Meter lange und 61,5 Meter breite Schiff wurde erst im Juli von einer Werft in Südkorea fertiggestellt und steuert auf seiner ersten Fahrt eine Reihe europäischer Häfen bis ins russische Königsberg an, bevor es nach China zurückkehrt. Die „MSC Gülsün“ kann bis zu 23.756 Standardcontainer transportieren, darunter 2000 Kühlcontainer, und hat einen Tiefgang von bis zu 17 Metern. Der Hafen von Bremerhaven ist auf einen Tiefgang von maximal 16,5 Metern ausgelegt. Doch weil die „Gülsün“ derzeit nicht voll beladen ist, sieht der Hafenbetreiber Eurogate keine Schwierigkeiten.

          Reinhard Bingener

          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Mit Blick auf die immer größer werdenden Containerschiffe ist in Europa allerdings eine Debatte entbrannt. Mehrere Verbände fordern von der EU einen Stopp des Trends, da für die Anpassung von Kaianlagen und Fahrrinnen hohe Investitionen nötig sind. Zudem sind ökologische Schäden zu befürchten. Die Reedereien streichen bei Schiffen mit bald womöglich bis zu 30.000 Container zwar Skaleneffekte ein, aber dafür geraten Häfen ins Hintertreffen, die beim Ausbau ihrer Infrastruktur nicht mithalten können.

          Die Mediterranean Shipping Company (MSC) hat ihren Sitz in Genf und gilt als zweitgrößte Reederei der Welt nach der dänischen Mærsk Line. Anfang des Jahres machte ein anderes Containerschiff der Firma, die „MSC Zoe“, Schlagzeilen, weil es während eines Sturms auf der Nordsee mehr als 300 Container verloren hatte. Teile der Ladung wurden danach auf den niederländischen Nordseeinseln sowie auf den ostfriesischen Inseln angespült.

          Die „MSC Gülsün“ ist 400 Meter lang, mehr als 60 Meter breit und hat bis zu 17,5 Meter Tiefgang. Bilderstrecke

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